Tonmeister und Sounddesigner aus Innsbruck

Drei Fragen an Peter Rösner

Für unsere Drei Fragen schweifen wir über die Landesgrenzen hinaus und fragen bei unseren Nachbarn in Österreich nach. In der Ausgabe 10/2017 sprachen wir mit Peter Rösner, Tonmeister und Sounddesigner aus Innsbruck.

(Bild: Florian Rabl)

 

1. Was ist dein Arbeitsschwerpunkt?

Ich bin selbstständiger Tonmeister und Sounddesigner und arbeite überwiegend an Kino-Dokumentarfilmen und -Spielfilmen, sowohl am Set als auch in der Ton-Postproduktion. Als Absolvent des Tonmeisterstudiums der Musikuniversität in Wien habe ich eigentlich klassische Aufnahmeleitung studiert, daher bin ich auch noch gelegentlich als Musiktonmeister tätig und an CD-Produktionen beteiligt.

Bei meiner Arbeit versuche ich immer, die Tonspur eines Filmes komplett aus einer Hand zu liefern, denn ich bin der Meinung, dass die Aufzeichnung am Set und das Sounddesign im Studio ein Gesamtkonzept brauchen. Sehr viel Sounddesign entsteht schon im Prozess der Aufzeichnung, denn die Entscheidungen “was nehme ich auf” und “wie nehme ich es auf” haben erheblichen Einfluss auf die Qualität der in der Postproduktion zur Verfügung stehenden Töne.

Als Student war ich ein großer Surround-Fan, habe oft mit Surround-Mikrofon-Hauptsystemen für klassische Aufnahmen experimentiert und viele Methoden miteinander verglichen. Dabei ist mir ein Grundprinzip besonders aufgefallen: Die Aufzeichnung von Hörereignisrichtungen funktioniert und klingt am besten, wenn man zur Abbildung sowohl Intensitäts- als auch Laufzeitunterschiede miteinander in einem idealen Verhältnis kombiniert.

Sofern es produktionstechnisch irgendwie geht, schleppe ich daher mein unpraktisches “Rattenkarussell” – danke übrigens für die Namensgebung an DoP Frank Amann – mit mir herum. Dieses Mikrofonsystem kombiniert Laufzeit- und Intensitätsunterschiede auf ideale Weise, allerdings mit dem Preis der eher mühsamen Ausmaße.

2. Bist du in einem Verband aktiv?

Nein, bin ich leider nicht. Als Student war ich Mitglied der AES, was ich als sehr bereichernd empfand. Viel Theorie habe ich mir mittels den AES-Paper angeeignet. Derzeit ist das Arbeitsaufkommen jedoch so groß, dass ich schlichtweg keine Zeit finde, in einem Verband aktiv zu sein. Einerseits gut, da ich beschäftigt bin, andererseits schlecht, da es doch immer von Vorteil für den eigenen professionellen Horizont ist, wenn man durch einen Verband im regelmäßigen Austausch mit der Industrie steht.

3. Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?

Seit ich Teenager bin, baue und fliege ich leidenschaftlich gern Modellflugzeuge. Mein Bruder hat mir vor drei Jahren dann aus Spaß zu Weihnachten einen kleinen Quadrocopter geschenkt, was zur Folge hatte, dass ich jetzt seit einem Jahr mit einem befreundeten Kameramann zusätzlich eine Firma für Aerials gegründet habe.

Abgesehen hiervon bin ich viel im Gebirge unterwegs, und ich hoffe in naher Zukunft genug Zeit zu haben, endlich das Paragliding zu erlernen. Auch koche ich sehr gerne, vor allem Indisch. Ich beobachte die Leidenschaft fürs Kochen auch bei vielen befreundeten Tonkollegen: Sie mischen nicht nur gerne Tonspuren zusammen, denn auch Gerichte gehören gut “abgemischt”.

Sie möchten sich als Filmschaffender der Branche vorstellen oder ein Ihr Gewerk in den Mittelpunkt stellen? Dann beantworten auch Sie unsere Drei Fragen in unserem Online-Formular.

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