Dokumentarfilmfestival

Nonfiktionale: Die Preisträger stehen fest

Vom 16. bis zum 19. März fand in Bad Aibling bereits zum zehnten Mal die Nonfiktionale statt (Wir berichteten). Neben Zahlreichen Dokumentationen, die auf dem Festival teilweise ihre Premiere feierten, stand auch die Preisverleihung im Mittelpunkt.

Die Gewinner des AVID-Schnittpreises Ulrike Franke und Michael Loeken: (von links nach rechts: Anne Even (Jurymitglied), Michael Loeken, Ulrike Franke, Attila Boa (Jurymitglied))
Foto: Nonfiktionale
Die Gewinner des AVID-Schnittpreises Ulrike Franke und Michael Loeken: (von links nach rechts: Anne Even (Jurymitglied), Michael Loeken, Ulrike Franke, Attila Boa (Jurymitglied))

Die Nonfiktionale konnte in diesem Jahr mit über 1.900 Zuschauern an den vier Tagen an den Zuschauerrekord des Vorjahres anknüpfen. Die Preisverleihung mit anschließender Vorführung der Gewinnerfilme zählte auch in diesem Jahr erneut zu den Highlights des Festivals. Diese fand am Sonntagabend im Aibvision Filmtheater statt. Insgesamt zwölf Filme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz rechneten sich Chancen auf die drei Trophäen aus. Alle Projekte behandelten das diesjährige Motto des diesjährigen Festivals – “Dreiecksbeziehung”.

Die Jury für den Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling und den AVID-Schnittpreis bestand aus der ehemaligen ZDF/Arte-Redaktionsleiterin Anne Even und dem Kameramann und Autor Attila Boa. Der sogenannte Bürgerpreis wurde, wie es bereits gute Tradition ist, einer dreiköpfigen Schüler-Jury des Gymnasiums Bad Aibling verliehen.

Der Gewinner des mit 2.000 Euro dotierten Nonfiktionale-Preises der Stadt Bad Aibling ist in diesem Jahr die Dokumentation “Sauacker” von Tobias Müller. Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:

“Wir zeichnen mit „Sauacker“ einen Film aus, der ganz und gar mit Tobias Müller, einem besonderen Nachwuchstalent, verbunden ist als Autor, Regisseur und Kameramann. Tobias Müller schafft es, dass wir sofort unverstellt teilhaben am Leben und dem harten Alltag einer dörflichen Bauernfamilie. Er scheut auch die Idylle nicht, ohne je abzugleiten in romantischen Kitsch. Die Kamera scheint verwachsen mit dem Autor. Über einen langen Zeitraum wird er zum Familienmitglied. Offen und vertrauensvoll teilen sie mit ihm ihre Gedanken, Träume, ihr Leid und ihre Ängste und geben uns damit die Möglichkeit, eine kleine Welt kennenzulernen, die stellvertretend stehen kann für viele gefährdete landwirtschaftliche Betriebe, nicht nur in Deutschland.”

Mit dem AVID-Schnittpreis wurde die beste Montage des Festivals ausgezeichnet. Als Preis wird hier dem Gewinner die aktuellsten Media Composer Software zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an “Losers and Winners” von Ulrike Franke und Michael Loeken (Montage: Guido Krajewski). Die Begründung der Jury:

“Der Schnittpreis der 10. Nonfiktionale Bad Aibling geht an Guido Krajewski für den Film „Losers and Winners“, dem die hohe Kunst gelungen ist, ein Mammutprojekt von anderthalb Jahren Drehzeit und mehr als 200 Stunden Material in eine bestechende Form zu bringen. Trotz der Sprachbarriere bleibt Zeit, vielen Protagonisten eine ganz persönliche Stimme zu geben und dabei lebendige Beobachtungen und Details klug zusammenzuführen. Ein menschliches Bild für ein globales Thema. Auch elf Jahre nach der Fertigstellung ist der Film für uns ein brillantes Beispiel für einen zeitlosen Schnitt.”

Der Bürgerpreis wird durch Spenden der Bürger von Bad Aibling finanziert und wurde zur Jubiläumsausgabe des Festivals auf 750 Euro erhöht. Die Schülerjury zeichnete “Kordia” von Siniša Vidović aus. Die drei Schüler begründen ihre Entscheidung so:

“Der bosnische Stierkampf, die Korida, ist jenseits der Landesgrenzen wenig bekannt. Umso spannender ist die Begegnung mit dem Thema. Beim Stierkampf, der in beeindruckenden Bildern präsentiert wird, kommen Serben, Kroaten und Bosniaken friedlich zusammen, um diesem Schauspiel beizuwohnen. Dem Film „Korida“ gelingt es, verschiedene Ebenen geschickt miteinander zu verweben und zeigt dem Zuschauer über das Vehikel Stierkampf die gesellschaftliche und politische Realität Bosniens. Trotz der unauflösbar scheinenden politischen Situation gelingt es Regisseur Sinisa Vidovic, den dramaturgischen Bogen zu einem Ende zu führen und gleichzeitig ein komplexes Bild zu erschaffen. Verstärkt werden die imposanten Aufnahmen durch die Auswahl der Musik.”

Weitere Informationen rund um das Festival finden Sie hier.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Das könnte Dich auch interessieren: