ARD und ZDF fordern mehr Material von der UEFA

Konflikt um die Übertragung von Randale-Szenen bei der EM

Die Fußball-EM wird von UEFA-eigenen Kameras aufgezeichnet, die Feeds allen angeschlossenen TV-Sendern zur Verfügung gestellt. Im Falle von journalistisch relevanten Szenen, die aber nicht direkt mit dem Spiel zu tun hatten, kam es jetzt zum Konflikt.

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Anlass war das Spiel England gegen Russland am vergangenen Samstag in Marseille, bei dem es zu Ausschreitungen gekommen ist, als laut Medienberichten russische Hooligans in den englischen Block eindrangen und auf Menschen einschlugen, aber unbehelligt blieben. Die UEFA hatte der ARD und dem ZDF kein Material der Auseinandersetzung zur Verfügung gestellt.

Die UEFA hatte mitgeteilt, sie wolle nicht, “dass Szenen von Gewalt im Fernsehen zu sehen sind”, doch die Fernsehsender wollen über ihre Berichterstattung selbst entscheiden. Beim ZDF hatte Kommentator Oliver Schmidt den Zuschauern die Szenen daher wie bei einer Radioreportage mündlich übermittelt.

Während der Fußball-Dachverband einen Nachahmungseffekt befürchtet, wenn man Randale-Bilder im Fernsehen sehen kann, fühlt sich das ZDF in den Möglichkeiten der Berichterstattung beschnitten.

Die ARD hatte jedoch zusätzlich eigene Kameras vor Ort, so dass die Szenen im Stadion, die von der UEFA vorenthalten werden, in der Mediathek der ARD abrufbar sind, berichtet Meedia. Die Debatte ist jedoch nicht neu, selbst Flitzer oder politische Transparente werden gerne ausgespart. Die Sender haben die “UEFA aufgefordert, solche Bilder kurzfristig zur Verfügung zu stellen”.

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