Preisverleihung mit Student Camera Award 2016

Die Preisträger des Filmschoolfest Munich 2016

Das Filmschoolfest Munich 2016, online quer durch alle Medien unter dem Hashtag #FSFMUC16 zu finden, ging am Samstag, den 19. November, mit der feierlichen Preisverleihung samt zugehöriger Party zu Ende.

FSFMUC16 Preisträger
Foto: Julian Reischl
Gruppenbild der Preisträger und Preisgeber beim Filmschoolfest Munich 2016

Die Veranstaltung fand im Kino der HFF München statt, die Stimmung war gelöst. Denn die Moderatoren Christina Wolf und Michael Stadler waren gleich zu Anfang mit großen Luftballons in Herzform aufgetreten und hatten das Publikum binnen weniger Minuten so weit, dass der komplette Saal innig Karaoke zu „All you need is Love“ sang, live am Klavier begleitet. Ab da war alles ein Kinderspiel.

Zunächst vergab Hofbräu München, Staatsbetrieb und Inhaber des berühmten Hofbräuhauses sowie Sponsor des Filmschoolfests, die Hofbräu Trophy für den besten Werbespot für die Marke: Platz drei holte sich Maximilian Sachsse von der Passauer Athanor Akademie mit „My Summer Love„, Platz zwei Bernhard Wenger und Rupert Höller von der Wiener UMDK mit „A Geniesser„, und Platz eins ging an „A Different Point of View“ von Christoffer Borggren von der FHS in Salzburg. Einer der Preisträger würde im weiteren Verlauf des Abends seine Trophäe, einen geschmückten Maßkrug, kurzerhand seiner ursprünglichen Bestimmung zuführen – aber wir verraten nicht, wer. Die Preise waren mit 2.000, 3.000 und 5.000 Euro dotiert.

Von Arte stammt der Arte Short Film Prize, der im Ankauf der Senderechte für den Film bis zur Höhe von 6.000 Euro besteht. Hierüber freute sich Florian Scharf von der FABW für seinen „Mayday Relay„. Andreas Fitz von Panther vergab den Panther Prize – Best Production an „Out of Frame“ von Sophie Linnenbaum, der sich um einen jungen Mann dreht, der sich aus nicht nachvollziehbaren Gründen immer außerhalb des Bildes befindet und bald die Selbsthilfegruppe „The Outtakes“ aufsucht. Hier finden sich neben Fehlbesetzten, Asynchronen und einem, der seine Untertitelung einfach nicht wegbekommt, auch die attraktive Hanna, die nie nicht im Bild sein kann. Der Preis besteht im Verleih von Dolly-Equipment für vier Wochen im Wert von 5.000 Euro. Sophie Linnenbaum war sichtlich gerührt, zumal man ihr vor diesem Film gesagt hatte „Du hattest früher auch mal gute Ideen“, und freut sich auf die nächste Produktion.

Der Female Filmmakers Award der Interfilm Academy und dotiert mit 1.500 Euro, wurde zum ersten Mal vergeben und ging an „Pussy“ von Renata Gasiorowska von der PWSFTviT in Lodz. Der 8-minütige Zeichentrickfilm nimmt den Zuschauer mit auf eine intime Reise in das Leben einer jungen Frau, die sich einfach nur was Gutes tun will und ein paar entspannte Minuten körperlichen Wohlbefindens genießen möchte. Da löst sich ihr Geschlechtsteil vom Körper, bekommt Arme, Beine und ein kleines Gesicht, und beginnt, die Wohnung zu erkunden. Die Frau ist völlig geschockt, stellt aber bald fest, dass sie immer noch fühlen kann, was das possierliche Wesen erlebt. Es reibt sich an den Borten vom Vorhang, rutscht über einen Bürstenkopf und ähnliches, und schon bald sind die beiden wieder vereint, von nun an jedoch mit sich im Reinen. Das Publikum lachte streckenweise laut auf, als der Film im Rahmen der Preisverleihung gezeigt wurde.

Der mit 3.000 Euro dotierte Wolfgang-Längsfeld-Award für den originellsten Film ging an „Bark“ von Paloma Rincon von der UNAL aus Kolumbien. Die Climate-Clips-Awards, dotiert mit 1.000, 3.000 und 5.000 Euro und gestellt von der Stiftung Nagelschneider, die sich mit der Erforschung alternativer Energien befasst, ging an drei starke Spots. Den dritten Platz belegte Elvira Blumfelde von der TAMK aus dem finnischen Tampere mit „Yo Mama„, Platz zwei Blagovest Danov von der bulgarischen NATFA mit „The End„; der Hauptpreis ging an Benjamin Pfohl von der HFF München für „Eternal Summer„.

Als nächstes wurde der Audience Award verliehen, der eigentlich mit 1.500 Euro dotiert ist, dieses Jahr aber dank Spenden auf 2.500 Euro angewachsen war. Er ging an „Out of Frame“, was Sophie Linnenbaum kaum fassen konnte. Verliehen wurde er vom Freundeskreis Filmfest München, gewählt hatte das Publikum während des Festivals.

Auch der Film & TV Kameramann stiftet seit 1998 einen Preis. Der Student Camera Award ist mit 1.000 Euro dotiert. Chefredakteur Timo Landsiedel überreichte die Auszeichnung an DoP Ben Bernhard für seine Kameraarbeit im 7-Minüter „Homework„. Der Film entstand an der DFFB, Regie führte Annika Pinske. Für Pinske und Bernhard war das schon die zweite Ehrung in dieser Woche: Am Donnerstag erhielt der Film den Deutschen Kurzfilmpreis in der Kategorie „Spielfilme mit einer Laufzeit bis 7 Minuten“.

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Foto: Julian Reischl
Jurymitglied Olha Reiter (rechts), CEO der NGO Wiz-Art und Chefin der Film Commission and Fund in Lwiw, Ukraine, verliest die Begründung, Timo Landsiedel übergibt den Kamerapreis an Ben Bernhard (links).

Der ZweiB Award für Beste Animation ging ebenfalls an „Pussy“. Er ist dotiert mit 1.000 Euro und beinhaltet zusätzlich professionelles DCP-Mastering in Höhe von 1.500 Euro. Renata Gasiorowska kam erfreut auf die Bühne und konstatierte, dass sie eigentlich vorher schon alles gesagt hatte, was sie sagen wollte, also danke. Das Publikum lachte herzhaft und applaudierte heftig. Dann wurde der Luggi-Waldleitner-Preis verliehen, er ging an Albert Meisl, Regisseur und Autor von „The Burden of Memory„, von der UMDK in Wien. Der Preis in Höhe von 3.000 Euro wird für das beste Drehbuch vergeben und stammt von der Familie von Luggi Waldleitner.  Albert Meisl hielt, wie alle Preisträger, eine kurze Dankesrede. Er dankte speziell seinem Kameramann Alexander Dirninger, der ihm nach dem ersten Lesen riet, er solle das Buch so verfilmen und nichts verändern, wozu er nach eigener Aussage neige. Auch gab es eine spezielle Erwähnung für „After the Reunion“ von Kirsikka Saari von der UIAH Helsinki.

Der von ARRI ausgelobte ARRI Award für den besten Dokumentarfilm ging an „Cinderella“ von Alexander Zubovlenko von der russischen VGIK. Für seine nächste Produktion kann Alexander Zubovlenko Equipment in Höhe von 4.000 Euro ausleihen.

Zu guter Letzt wurde der VFF Young Talent Award für den besten Film vergeben. Er wird von der VFF, der Verwertungsgesellschaft für Eigen- und Auftragsproduktionen, verliehen und ist mit 7.500 Euro dotiert. Der Preis ging an „Gabber Lover“ von Anna Cazenave-Cambet und wurde in Vertretung von der Co-Autorin Marlene Poste angenommen. Der exzellent fotografierte Film wurde daraufhin ebenfalls in voller Länge gezeigt: Es geht um zwei noch sehr junge Jugendliche, fast noch Kinder, die tief im Wald an einem See das Tanzen zum Technostil Gabber üben, doch dabei kommt ihnen die (erste) Liebe in die Quere.

Der launige Abend klang schließlich im Foyer der HFF am Buffet oder auf der Tanzfläche aus. Das Team des Film & TV Kameramann ist sicher nicht allein, wenn es sich auf die 37. Ausgabe des Film School Fests Munich freut.

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