Preisträger Kategorie Outdoor Film

27. Deutscher Kamerapreis: Kurzporträt Maximilian Pittner

Maximilian Pittner, 1994 in Reutlingen geboren, absolvierte nach dem Abitur verschiedene Praktika als Videooperator und im Rental-Bereich und arbeitete danach als Kameraassistent und Beleuchter bei Kino-, TV- und Werbefilmproduktionen. Danach begann er sein Studium im Fach „Kamera“ an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Der Film „Urban Cowboiz“ entstand 2016 im Rahmen seiner Ausbildung. Daneben umfasst seine Filmografie eine Reihe von Werbefilmen, Musikvideos und Kurzfilmen. Aktuelle Arbeiten sind Commercials für Nike, Guiness und Zalando.

Filmlook unter Zeitdruck

Foto: WDR/Melanie Grande
Maximilian Pittner mit dem Preis sowie Laudatorin und Regisseurin Katharina Muske im Hintergrund.

Was waren die Besonderheiten des Projekts und welche Herausforderungen gab es für dich als Kameramann in der Bildgestaltung?
Wir hatten bei den Dreharbeiten nur sehr wenig Zeit mit den Protagonisten des Films. Das war eigentlich die Besonderheit des Projekts. Wir mussten deshalb relativ viel Material in kurzer Zeit sammeln. Wir haben alle Protagonisten vor Ort angesprochen. Manchmal hatten wir für einen Dreh nur eine halbe Stunde Zeit, weil die Kids nach einer Weile schon das Interesse oder die Geduld verloren haben. Und wenn sie dann einmal weg waren, haben wir sie nie wiedergesehen…
Anfangs haben wir uns noch für eine bestimmte Zeit an einer Location verabredet und dann gehofft, dass sie auch wirklich auftauchen. Wir haben aber schnell gemerkt, dass das nicht wirklich funktionierte. Deshalb haben wir sie meistens gleich nach dem Ansprechen mitgenommen und diesen Teil sofort abgedreht. Insofern hatte ich in der Kameraarbeit schon einen gewissen Zeitdruck.

Um so erstaunlicher ist ja dann, dass es unter Zeitdruck zu diesen Bilder gekommen ist. Wie würdest du den Look beschreiben, nach dem du gestrebt hast und mit welchen Mitteln hast du ihn letztlich erzielt?
Ich wollte für „Urban Cowboiz“ einen sehr naturalistischen und organischen Look. Weil wir zu dem Zeitpunkt leider nicht die Option hatten, mit Analog-Film zu arbeiten, haben wir digital auf der ARRI Amira mit Zeiss Standard Speeds gedreht, meist mir offener Blende. Zusätzlich habe ich bei den meisten Einstellungen noch ein 1/8 black Pro-Mist-Filter im Kompendium gehabt, um die Highlights ein wenig glühen zu lassen.
Im Grading habe ich dann versucht, nicht allzu viel am Kontrastumfang zu verändern und die Farben in eine filmähnliche Richtung zu drehen. Zusätzlich habe ich noch ein wenig Filmkorn hinzugefügt.

Wie hat Dich bei „Urban Cowboiz“ das Thema des Films bei der Wahl der eingesetzten Technik beeinflusst?
Wir wollten eine Kurzdokumentation drehen, die sehr filmisch und inszeniert aussehen sollte. Trotzdem mussten wir aber relativ flexibel und schnell sein. Deshalb habe ich den ganzen Film ist mit dem Easyrig gedreht. Zusammen mit der ARRI Amira ist das nach meiner Erfahrung auf jeden fall ein Setup, dass man alleine gut handhaben und auch ein Weile ohne Absetzen tragen kann. Im Nachhinein war ich mit dem Setup sehr zufrieden. Vielleicht wäre eine ARRI Alexa Mini noch ein wenig angenehmer gewesen.

„Urban Cowboiz“

Recherche & Konzeption: Dawid Romanowski, Lydia Boetzkes
Regie: Katharina Muske
Schnitt: Raquel Caro Nuñez
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg

Informationen zur Technik:
Kamera: ARRI Amira mit Easyrig Vario 5
Objektive: Zeiss Standard Speeds
Codec: 2K ProRes 4444

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