Was ist neu bei der Sennheiser evolution-wireless-G4-500P-Serie?

Anfang des Jahres stellte Sennheiser seine neue evolution-wireless-G4-Serie vor. Die vierte Generation der Drahtlosserie wurde auch durch Komponenten für den Video- und Filmbereich erweitert. Die G4 500P-Serie spricht professionelle Anwender im Film- und ENG-Bereich an. Peter Kaminski hat für unsere Ausgabe 12/2018 zusammengestellt, was sie gegenüber dem Vorgänger an Neuem zu bieten hat.

(Bild: Peter Kaminski)

Als Erstes fällt bei der neuen Entwicklungsstufe von Sennheisers Drahtlos-Serie auf, dass die portablen Sender und Empfänger nun komplett in schwarz gehalten sind. Aber nicht nur die Optik hat sich verändert. Die neue G4-Serie ist auch unempfindlicher gegenüber Spritzwasser und hoher Luftfeuchte. Eine weitere Neuerung bei der G4-500P-Serie ist die vergrößerte Schaltbandbreite von bis zu 88 MHz. Beim Vorgängermodell G3 waren es mit maximal 42 MHz nicht mal die Hälfte. Es gibt das G4 500P in verschiedenen internationalen Frequenzversionen von 470 bis 938 MHz. Für Deutschland bieten sich bei der aktuellen Frequenzlage die Bänder „Aw+“ von 470 bis 558 MHz, „Gw1“ von 558 bis 608 MHz und „Bw“ von 626 bis 698 MHz an. Das evolution-wireless-G4-100-System bietet auch Komponenten, die im lizenzfreien 1,8-GHz-Band arbeiten, aber bei dieser Produktlinie werden keine Komponenten für den Film- und Videobereich angeboten.

Die Frequenzen lassen sich im 25-kHz-Raster einstellen oder aus 20 Bänken mit nun bis zu 32 Kanälen wählen. Weiter lässt sich bei der G3 500P die Ausgangsleistung nun in drei Stufen von 10, 30 und 50 mW wählen. Als maximale Strahlungsleistung sind ja in den Frequenzbereichen 50 mW ERP zugelassen. Wichtig zu erwähnen ist, dass die evolution wireless G4-Serien alle analoge Übertragung in Form von Frequenzmodulation mit einem maximalen Hub von ±48 kHz und dem Sennheiser HDX-Kompandersystem nutzen, wie auch schon bei der Vorgängerserie evolution wireless G3. Es ist auch eine vollständige Kompatibilität der Sender und Empfänger gegeben. Sender und Empfänger der 100-Serie lassen sich prinzipiell mit der 500-Serie kombinieren. Es wird ein Pilotton zur Squelch-Unterstützung übertragen, den man aber auch am Sender ausschalten kann.

KOMPONENTEN

Es gibt wie beim Vorgänger folgende drei Komponenten, die einzeln ohne Zubehör und auch als Sets in verschie- denen Kombinationen angeboten werden. Vom Design her ähneln sich Taschensender SK 500 G4 und der Kameraempfänger EK 500 G4 sehr. Die Antenne ist fest eingebaut. Als Display kommt ein hintergrundbeleuchtetes LC-Display zum Einsatz. Betrieben werden alle Komponenten mit zwei AA-Batterien. Es lässt sich auch der Sennheiser Akkupack BA 2015 zur Spannungsversorgung nutzen, der ja schon in den evolution wireless G2- und G3-Serien eingesetzt wurde. Mit dem Ladegerät Sennheiser L 2015 lassen sich zwei Akkus des Typs BA 2015 gleichzeitig laden. Die Batterien und Akkus können nach dem Aufklappen der unteren Abdeckung eingesetzt werden. Im aufgeklappten Zustand hat man auch Zugang zum Ein/Aus-Taster sowie dem Taster-Set für die Einstellung der Betriebsparameter. Weiter befinden sich dort auch die Infrarot-Sender/Empfängerfenster. Alle Sender und Empfänger lassen sich auch über IR synchronisieren. Weiter befinden sich noch je eine Up/Down-Taste außerhalb des Batterieraums angebracht, so dass diese bei geschlossener Klappe benutzt werden können.
Neben dem Display befinden sich zwei Indikator-LEDs: einmal für den Batteriestatus und eine weitere für HF-Detektion beim Empfänger beziehungsweise Audio-Peak beim Sender. Beim Sender gibt es oben die bei evolution wireless übliche verriegelbare 3,5-mm-Klinkenbuchse für Hochpegel- und Mikrofoneingang sowie einen Mute- Schiebeschalter zum Stummschalten. Beim Empfänger gibt es ebenfalls eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für den Audioausgang zur Kamera sowie eine weitere für einen Kopfhörerausgang.

Der Kameraempfänger EK 500 G4 wird über eine Montageplatte mit Blitzschuhbefestigung an der Kamera angebracht. Die Montageplatte wird von einem Clip gehalten, so wie man das auch von der G3-Serie her schon kennt. Die Position des Blitzschuhadapters an der Montageplatte lässt sich variieren und den Bedürfnissen anpassen. Wichtig zu erwähnen ist, dass der Kameraempfänger ein Diversity-Empfänger ist. Aktuelle Feldstärke und aktueller Empfängerkanal werden im Display angezeigt. Als weitere Komponenten gibt es den Aufstecksender KP 500 G4, mit dem man ein ursprünglich kabelgebundenes Mikrofon auch drahtlos einsetzen kann. Das Display und die grundsätzliche Bedienung ist wie beim Taschensender ausgeführt, wobei sich die Taster im Bodenbereich des Senders befinden. Im Gegensatz zum Aufstecksender der G4-100P-Serie verfügt der SKP 500 G4 auch über eine 48-Volt-Phantomspeisung.

PRAXIS

Als Erstes haben wir einmal die Sender der G3- mit der neuen G4-Serie verglichen und bei der Modulation messtechnisch keine Unterschiede feststellen können. Die Serien sind also in der Tat voll kompatibel. Auch der maximale Hub von 48 kHz konnte bestätigt werden. Die Reichweite entspricht bei gleicher Ausgangsleistung den der G3-Serie. Die Ausgangsleistung-Einstellung „High“ auf 50 mW ist sicherlich Sonderfällen vorbehalten und eine Art Boost, denn die Reichweite in der Standardeinstellung ist deutlich mehr als in der Praxis benötigt wird. Bei Moderationen direkt vor der Kamera ist eher eine Senderausgangsleistung von 10 mW anzuraten.

Bei der Bedienung der Menüs bei Sendern und dem Kameraempfänger ist im Wesentlichen alles beim Alten geblieben. Warum auch nicht? Die Bedienung ist einfach und absolut selbsterklärend. Da gibt es kaum Spielraum für Verbesserungen. Sehr praktisch ist der Kopfhörerausgang beim 500er-Kameraempfänger, denn hier kann man den Ton vor dem Kameraeingang abhören. An der Betriebszeit von acht Stunden im Mittel hat sich bei der G4-Serie auch nichts geändert. Erwähnenswert ist, dass die Komponenten über eine aktivierbare Auto-Lock-Funktion verfügen, um versehentliches Verstellen zu vermeiden. Das große Plus bei der G4 500P-Serie ist natürlich die größere Schaltbandbreite gegenüber der Vorgängerserie. Bei einem Drehtag auf einem Messegelände, wo gleichzeitig der Medientag einer großen Automobilausstellung stattfand, war es sehr nützlich, diese Schaltbandbreite zur Verfügung zu haben. Denn der Scanner zeigte im Band neben zwei DVB-T2-Sendern auch etliche Funkmikrofone der anwesenden Pressevertreter und Messestände.

Insofern lässt sich sagen, dass man beim Sennheiser G4 500P lang bewährte Technologie mit höherer Flexibilität bei Ausgangsleistung und Frequenzwahl kombiniert hat – und zwar zu einem bezahlbarem Preis in bewährter Verarbeitungsqualität.

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