In Zentralafrika mit der DJI Mavic Pro

Sonderrechte für die Drohne

Wer tief fliegen will, muss sich manchmal nach ganz oben wenden. Nur mit einer Genehmigung der Verteidigungsministerin konnten Uwe Agnes und Bernd Siering in der Zentralafrikanischen Republik ihre DJI Mavic Pro aufsteigen lassen, wie sie in unserer Ausgabe 11/2018 berichteten.

(Bild: Kai Loeffelbein)

„Ihr habt ja keine Ahnung! Wollt ihr da unten als Spione ins Gefängnis wandern?“ Das waren die Reaktionen, die wir hörten, als wir im Vorfeld einer Ausschreibung gerne wissen wollten, ob denn ein Drohneneinsatz denkbar sei. „Da unten“: Bangui, Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik. „Keine Ahnung“: vielleicht ein wenig zugespitzt, denn als Drehteam aus Kameramann und Autor sind wir schon seit gut einem Dutzend Jahren in verschiedensten Ländern Afrikas unterwegs. Nur eine Drohne haben wir dort noch nie fliegen lassen.

Aber wir beherzigen die Warnung und lassen Luftaufnahmen in unserem Exposé unerwähnt. Wie wir später hören, ist das mit ein Grund dafür, dass wir den Zuschlag für das Projekt bekommen: Die Konkurrenz hatte Drohnenaufnahmen geplant und sich Minuspunkte für mangelnden Realitätssinn eingefangen.

Also fliegen wir ohne Drohne zu unserer ersten Drehmission. Dort treffen wir bei einem Empfang auf die ehemalige Landwirtschafts- und aktuelle Verteidigungsministerin, die obendrein unserem Auftraggeber, der Welthungerhilfe, wohlgesonnen ist. Per Zufall kommt beim Mittagessen das Thema Drohne zur Sprache. Uns wird signalisiert, dass eine Sondergenehmigung im Bereich des Möglichen liegt. Man erwarte unseren Antrag.

DJI MAVIC PRO

Zurück in Deutschland beschäftigen wir uns deshalb etwas eingehender mit dem Thema,
denn die nächste Mission soll schon kurze Zeit später stattfinden. Leider besitzen wir weder eine Drohne, noch nennenswerte Erfahrungen in dem Bereich. Immerhin haben wir beide eine Pilotenausbildung – das sollte vielleicht helfen.

Nach einiger Recherche fällt unsere Wahl auf die DJI Mavic Pro, die wir von AF Marcotec beziehen. Zusammengefaltet ist sie lediglich 83 x 83 x 198 Millimeter groß, bei einem Gewicht von knapp unter 750 Gramm. Das kommt uns entgegen, denn wir wollen mit leichtem Gepäck und möglichst unauffällig unterwegs sein. Die Reichweite beträgt laut Hersteller sieben Kilometer. Möglich wird das durch das OcuSync-Übertragungssystem, das bei der Mavic Pro statt WiFi zum Einsatz kommt. Nicht dass wir diese Maximalentfernung ausreizen wollten, aber es wird sehr nützlich sein, gewisse Gebiete aus der Entfernung selbst ohne direkte Sichtverbindung überfliegen zu können Die Flugdauer beträgt nominell 27 Minuten. Bei einer 4K-Aufzeichnung mit 30 fps wird daher eher die Kapazität der Micro-SD-Speicherkarte der begrenzende Faktor bei der Einsatzlänge werden.

JUNGFERNFLUG

Die Drohne ist beschafft und geübt haben wir auch. Das Handling ist recht einfach. Als Video-Bildschirm dient ein Smartphone, das an die Fernsteuereinheit gekoppelt wird. Die hat zwei Joysticks für die Flugbewegung in den drei Raumachsen plus Schwenken der Drohne in der Horizontalen. Was etwas mehr Übung erfordert, ist der vertikale Schwenk mit dem Gimbal. Das Kontrollrad hierfür liegt an der Rückseite der Fernsteuerung, so dass man einen Finger dorthin bringen muss, während beide Hände an den Joy- sticks die Fluglage kontrollieren. Man kann die Optik aber auch über das Display schwenken. Ein wichtiger Unterschied zum Flugzeug: Lässt man die Kontrollen bei der Mavic Pro los, bleibt die Drohne in der Luft stehen. Das kennen wir bislang anders.

Nachdem wir uns also bereit fühlen, wird die Mission in letzter Minute abgesagt. In Bangui sind wieder Unruhen ausgebrochen, mit Schüssen und Toten. Erst vier Monate später stehen wir wieder im Compound der Welthungerhilfe. Da es gerade ein wenig Leerlauf gibt, beschließen wir, einen kleinen Probeflug zu unternehmen. Innerhalb weniger Minuten ist die Mavic Pro startklar.

Unsere Gast- und Auftraggeber sind trotz der ordentlich abgestempelten Genehmigung äußerst nervös und warnen ohne Unterlass. Nicht so weit weg fliegen und nicht so niedrig! Wer weiß, was passiert, wenn das jemand mitbekommt! Aber die Drohne steigt pfeilgerade in den Himmel, ist bald allen Blicken entschwunden und wenige Augenblicke später schon einen Kilometer entfernt. Das können wir neben Flughöhe, Richtung und Geschwindigkeit vom Display der Fernsteuerung ablesen. Vom Wachturm des von hohen Mauern umgebenen Geländes aus ist der Empfang deutlich besser, daher fliegen wir die Drohne von dort. Den nächsten Probestart bekommt schon niemand mehr so richtig mit. Wir haben somit unseren Workflow etabliert: Mund halten, Daten sichern, auf ein Neues.

DATENSICHERUNG

Unsere digitale Footage speichern wir auf einer G-DRIVE mobile Pro SSD von G-Technology mit 1 TB Speicherplatz. Mit einer Datenrate von 2.800 Mbps über den Thunderbolt-3-Port ist sie fünfmal schneller als die ohnehin schon flotte G-DRIVE mobile SSD, die wir bei der ersten Mission dabei hatten. Robust sind beide, deshalb machen wir uns keine Sorgen, dass wir mit nur einer Festplatte sichern. Erst abends in der Unterkunft überspielen wir auf weitere redundante Datenträger.

Dadurch, dass die G-DRIVE mobile Pro SSD so schnell ist, liegt der Flaschenhals im Ablauf bei den Speichermedien in den Kameras. Richtig schlimm wird es, als wir 20 Minuten Drohnenmaterial für die Welthungerhilfe kopieren, das wir draußen auf dem Lande sozusagen als Luftbildaufklärung ausschließlich zur Projektevaluation gedreht haben. Mit dem USB-2.0-Stick, auf den die Daten sollen, geht das quälend langsam. Wir trösten uns damit, dass dies die Vergangenheit und unsere Festplatte die Gegenwart, wenn nicht die Zukunft ist. [6811]

Welche Erfahrungen es mit der DJI Mavic Pro bei automatischem Tracking und manuellem Tiefflug gab, können Sie morgen hier lesen.

 

 

 

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: