Live-Streaming: Kamera-Setup und Workflow für sicheren Upload

Anhand eines Live-Übertragung einer Veranstaltung am SAE-Instituts in Stuttgart berichteten unsere Podcaster Johannes Gall und Simon Knobloch im Heft 9/2018, wie sie eine störungsfreie Produktion sicherstellten.

KAMERA-SETUP AM VERANSTALTUNGSORT

Wirecast erlaubt es, auch mit einem kleinen Team Einspieler zu nutzen, da der Arbeitsplatz des Einspielers mit dem der Livestream-Überwachung verbunden werden kann. Ebenso spart man sich den Kabelweg vom Einspieler zur Tonregie. Ob dieser Workflow für alle Sendungen praktikabel ist, steht zur Diskussion, jedoch erschien es uns für ein fünfköpfiges Team, bestehend aus Tonmischung, Bild- schnitt, Livestream, zwei Kameramännern und Social-Media-Betreuung, durchaus sinnvoll.

Am Arbeitsplatz von Johannes erfolgte dann der letzte Schritt, bevor der Stream auf Facebook online ging. Das Bild- und Audiosignal kam via SDI an, wurde mithilfe unserer Capture-Karte Blackmagic UltraStudio 4K digitalisiert und über Thunderbolt dem iMac Pro zu Verfügung gestellt. Innerhalb der Streaming-Software Wirecast erstellten wir dann eine neue Video-Quelle mit Zugriff auf die Capture-Karte. Die Bearbeitung des Streams erfolgt in Wirecast in mehreren Ebenen. Wir empfehlen, immer und allein das Senderlogo auf die oberste Ebene zu legen. Auf die zweite Ebene legen wir üblicherweise Bauchbinden, weitere Einblendungen und Programmhinweise, darunter in Ebene drei Videos und Einspieler. Der Zugriff auf die Capture-Karte läuft dann über die vierte Ebene. Sollte es noch zusätzliche Audiodateien geben, kommen diese normalerweise auf Ebene fünf.

Neben der Finalisierung des Bildes nutzten wir diese Software auch, um den Livestream tatsächlich zu versenden. In den Übertragungseinstellungen legten wir den Zugriff auf den RTMP-Server unserer Facebook-Seite an. Hierzu benötigten wir die RTMP-URL und den Streaming-Schlüssel. Diese beiden Parameter werden von Facebook erstellt. Für ein gleichzeitiges Streaming auf YouTube und Facebook hätten wir als Workaround eine Multistream-Plattform wie beispielsweise restream.io nutzen müssen, da Facebook den parallelen Stream auf mehreren Plattformen untersagt und Wirecast sich an diese Regel hält. Da wir jedoch nur auf Facebook streamen wollten, war das nicht notwendig.

SICHERE VERBINDUNG

Bei nun schon einigen Livestreams haben wir viel erlebt, besonders was versprochene Internetverbindungen an-geht. Am Veranstaltungsort benötigen wir über LAN einen Upload von mindestens 15.000 Mb/s. Ein Puffer ist hier bereits eingerechnet. Die Verbindung muss aber nicht nur schnell, sondern auch stabil sein.

Wenn schon in der Vorbereitung am Ver- anstaltungsort mehrfach die Internetverbindung abbricht, starten wir über die- sen Anschluss auch keinen Stream. Wir haben immer einen eigenen LTE-Router dabei, der im Notfall unser Internet „aus der Dose“ ist. Uns stehen 50 GB an Da- tenvolumen zur Verfügung, womit wir die Möglichkeit hätten, etwa sieben bis zehn Stunden zu streamen. Da das Inter- net an der Hochschule nicht alle unsere Anforderungen erfüllte, setzten wir auch hier unseren LTE-Router ein, weswegen der Stream auch von Anfang an bis zum Ende ohne Abbruch durchlief. Insgesamt waren wir mit der Qualität des Streams und der Zuschauerzahl sehr zufrieden. Die Resonanz der Zuschauer war ebenfalls sehr positiv.

Morgen finden Sie hier eine Checkliste von Do’s und Don’ts beim Live-Streaming!

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