Lithium-Ionen-Akkus: nicht an der Sicherheit sparen!

Interview mit Ülge Öztürk, IDX Sales Managerin Deutschland

Lithium-Ionen-Akkus können gefährlich sein. Gerade beim Transport kann es zu Gefahrensituationen kommen. Kein Wunder also, dass es für den Transport mit dem Flugzeug gilt, strenge Bestimmungen einzuhalten. Wir sprachen für die Ausgabe 11/2016 mit Ülge Öztürk, IDX Sales Managerin Deutschland, über potentielle Gefahren und die Beschränkungen.

Sicher konstruiert: IDX – CUE-D150 146Wh Lithium-Ionen Akku
Sicher konstruiert: IDX – CUE-D150 146Wh Lithium-Ionen Akku

Von welchen Problemen berichten Ihre Kunden beim Transport von Lithium-Ionen-Akkus in Linienflugzeugen?

Ülge Öztürk: Ich höre häufiger davon, dass Kunden ihre Akkus im Fluggepäck aufgeben und sie dann herausgeholt werden. Nach den Bestimmungen darf ein Lithium-Ionen- Akku ja nur dann in den Gepäckraum eines Flugzeugs, wenn man auch die Kamera aufgibt und der Akku daran befestigt ist, und der muss dann auch noch eine Kapazität von unter 160 Wattstunden haben. Aber das Personal ist leider manchmal nicht ganz richtig informiert. Deshalb ist auf unseren Akkus, die unter 100 Wattstunden haben, ein Sticker mit einem Barcode.

Mit einer QR-Scanner-App gelangt man auf unsere Homepage und kann dort die detaillierten Informationen sehen. IDX Li-Ion Akkus unter 100 Wattstunden kann man “unlimited number” im Handgepäck mitnehmen – aber sicher verpackt! Wir empfehlen, da für die Originalverpackung aufzubewahren. Bei Beschädigung oder unsachgemäßer Behandlung kann ein Akku in Brand geraten oder explodieren. Hierbei entsteht enorme Hitze. Ein schnelles Löschen ist nur mit Sand oder einem speziellen Feuerlöscher möglich.

Sand wird man ja in den wenigsten Fällen dabei haben. Aber wenn an Bord von Passagierflugzeugen diese Feuerlöscher vorhanden sind, ergibt die Unterscheidung zwischen Transport im Gepäckraum und in der Kabine ja durchaus Sinn.

Ülge Öztürk: In den letzten zwei Jahren gab es auf vereinzelten Flügen zu einem Fehlverhalten der Laptop-Akkus. Es war in der Kabine und das Personal konnte es schnell mit einem Feuerlöscher in den Griff bekommen. Stellen Sie sich vor, das passiert im Gepäckraum – es kann nicht schnell genug eingegriffen werden.

Viel wichtiger ist aber, dass der Akku erst überhaupt nicht in Flammen aufgeht! Deswegen sage ich immer: “Leute, übertriebene Sparsamkeit ist hier fehl am Platz und kann gefährlich werden. Bitte kauft namhafte Akkus!” Es hat seinen Grund, warum sie mehr kosten. Man bekommt, wofür man bezahlt – nicht nur Qualität, sondern auch Sicherheit.

Nachrichten von Akkus, die spontan in Flammen aufgehen – das klingt beunruhigend. Sind denn Lithium-Ionen-Akkus im täglichen Betrieb überhaupt sicher?

Bei gefährlichen Inhaltsstoffen umso wichtiger: Akku-Recycling
Bei gefährlichen Inhaltsstoffen umso wichtiger: Akku-Recycling

Ülge Öztürk: Das kommt sehr darauf an, von welchem Hersteller der Akku stammt. Wenn sie No-Name-Akkus haben, die meist aus billiger Produktion aus Fernost kommen, dann muss ich eigentlich leider sagen, haben Sie eine tickende Bombe am Ohr. Diese Billig-Akkus sind nicht ganz ungefährlich, weil sie unprofessionell gebaut werden.

Es ist nicht nur, dass sie Schwächen bei Kapazität und Lebensdauer haben, sie sind auch sehr häufig schlampig verarbeitet. Wenn Sie einen Akku von uns öffnen, sehen Sie schnell, dass die Teile sehr sicher verbaut werden. Wenn man das Gleiche mit einem Billig-Akku macht, dann sehen Sie überall die Verkabelung, sie sehen undefinierbare Bestandteile – Folien, etwas, das aussieht wie Alufolie, vielleicht sogar Metallspäne aus der Produktion, und das ist sehr gefährlich.


IM NETZ

IATA-Regularien

Bericht über Li-ion-Vorfall beim Australian Transport Safety Bureau

Informationen von IDX

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