LaCie 1big Dock SSD Pro NVMe SSD Thunderbolt-3-Dock

Ab geht die Post

LaCie, die Premium-Marke von Seagate, stellt mit dem LaCie 1big Dock Pro SSD eine leistungsfähige Festplatte mit integrierter Dock-Funktionalität für professionelle Video-Anwendungen vor. Wir haben ausprobiert, was das System in der Praxis schafft.

In den vergangenen Jahren wurden ständig neue Begriffe und Formate in den Video-Raum geworfen: HDR, proprietäre RAW-Formate, 4K, 6K, 8K und kürzlich auch 12K. Bei steigender Auflösung und erweiterten Farbräumen ist es keien Überrascung, dass die zu verarbeitenden Datenmengen bei Videoproduktionen trotz verbesserter Komprimierungsverfahren ständig zunehmen. Doch irgendwo müssen die aufgenommenen Daten schleißlich hin. Reichte vor ein paar Jahren noch eine einfache HDD-Festplatte, ging der Trend schnell zu SSD-Platten, die aber nun für viele hochauflösende Inhalte zu langsam geworden sind, gerade, wenn die Daten aus kompletten Projekten schnell kopiert werden müssen. Da kommt neben anderen Anbietern aus dem Profi-Segment auch LaCie als Premium-Marke von Seagate zum Vorschein und stellt neue kombinierte Festplatten-Dock-Systeme vor, die genau diese Problematik bedienen sollen. Wir haben das 1big Dock SSD Pro mit 2TB Speicher getestet. Das Gerät ist eine schnelle NVMe Festplatte in einem Desktop-Gehäuse mit Thunderbolt 3 und integrierten Lade-, Anschluss und Kartenleser-Funktionen.

Durch ein Schubladensystem auf der Vorderseite ist die SSD-Festplatte austauschbar.

Aufbau

Beim ersten Eindruck fällt auf: eine durchaus schwere und hochwertig anmutende Festplatte steht vor einem auf dem Tisch. Dabei ist die LaCie Festplatte selbst nur ein kleiner Teil des Docks. Sie lässt sich über eine Schublade auf der Vorderseite schnell und ohne Werkzeuge aus dem Gehäuse entnehmen. Auf der Rückseite befindet sich der Anschluss für das mitgelieferte Strom- und Thunderbolt-3-Kabel. Neben dem Host-Anschluss ist zudem ein weiterer peripherer Thunderbolt-3-Anschluss integriert. Ebenfalls kann dort ein Display über einen DisplayPort-Anschluss verbunden werden. Auf der Vorderseite ist der USB-Anschluss, über den weitere USB-Geräte angeschlossen werden können. Daneben sind Einschubplätze für professionelle Datenträger wie SDXC, CFast 2.0 und CFexpress zu finden. Für einen guten Wärmetransport ist hinten ein Lüfter mit hoher Laufruhe eingebaut.

Was kann das Dock?

Erst einmal ist bemerkenswert, dass sich das Dock lediglich über Thunderbolt anschließen lässt.. Auch wenn der Stecker gleich ist, wird es über einen normalen USB-C-Anschluss nicht funktionieren. An allen aktuellen MacsBooks ist das Dock also zu betreiben. Für die vom Hersteller vorgesehene Anwendung beim 8K-Schnitt liefert die Festplatte eine Lesegeschwindigkeit von bis zu 2.800 MB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von bis zu 2.100 MB/s. Diese Werte ließen sich auch in der Praxis in etwa bestätigen. Der Sinn der Beschränkung auf Thunderbolt ist eindeutig: man benötigt nur noch ein Kabel, über das alles Nötige angeschlossen werden kann. Als DIT oder Cutter können direkt gängige Datenträger angeschlossen und auf den Rechner oder die Festplatte kopiert werden. Dabei kann ein weiterer Port am Rechner frei bleiben, weil die Stromversorgung des Rechners bis 45W von der Spannungsversorgung des Docks übernommen werden kann. Bei Laptops, die mehr Leistung benötigen, kann das USB-C-Ladekabel mit dem zweiten Thunderbolt-Anschluss verbunden werden und der Ladestrom wird durchgereicht. Laut Hersteller können allerdings maximal 70 Watt – in der Bedienungsanleitung ist von 80 Watt die Rede – an das Endgerät weitergeleitet werden. Das ist etwas schade, denn das Netzteil des aktuellen 16-Zoll-MacBook Pro liefert eine Leistung von 96 Watt. Somit lädt ein solches professionelles Notebook nicht mit der dafür vorgesehenen Leistung. Wenn der Mac also unter Volllast ist, wird ein leerer Akku nicht so schnell voll, wie er eigentlich sollte. Ist das Dock den Preis wert? Grundsätzlich sind die verwendeten Flash-Speicherplatten selbst nicht mehr wirklich teuer. So kommt eine im Dock verwendbare FIRECUDA-Festplatte von Seagate mit 2 TB mit gerade einmal rund 300 Euro daher. Welcher SSD-Speicher genau verbaut ist, verrät LaCie nicht. Trotzdem ist auch bei anderen Herstellern eine solche Festplatte mit einem schicken Gehäuse und Thunderbolt-3-Anschluss nicht gerade erschwinglich. Hinzu kommen bei der LaCie 1big Dock SSD Pro noch die Lade- und Kartenleser-Features.

Die Rückseite wartet mit Anschlüssen für Thunderbold, Strom, DisplayPort und einem Kensington Lock auf. Zusätzlich gibt es einen Schalter für den Ruhezustand und einen kaum hörbaren Lüfter.

Fazit

Ob für DIT, Cutter oder One-Man-Crews: das LaCie 1big Dock Pro SSD hinterlässt einen guten Eindruck und lässt eine lange Lebensdauer bei einer hohen Leistungsfähigkeit vermuten. Wenn einmal mit der integrierten Festplatte das Kernstück des Geräts den Geist aufgeben sollte, lässt sie sich ohne Probleme austauschen. Ein guter Ansatz sind auch die integrierten Kartenleser und die Ladefunktion für Laptops, auch wenn diese ruhig mehr Strom liefern könnte. Insgesamt ist das Dock also ein gelungenes Produkt, das manche einem bei den genannten Funktionen und dem ansprechenden Design den Preis von etwas über 1.300 Euro für das 2-TB-Modell wert sein wird. Das Modell mit 4-TB-SSD schlägt dann schon mit 2.649 Euro zu Buche. [13957]

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