So wird das neue Youtube-Musikformat “Hookline” produziert

Mit innovativen Formaten aus Gaming, Comedy und Lifestyle hat sich das ARD/ZDF-Content-Netzwerk Funk schon am Markt positioniert. Mit dem Musikformat „Hookline“ geht die Offensive jetzt weiter. Dropout Films aus Mainz produziert die Reihe. Renatus Töpke betreute den Dreh redaktionell  sowie als Creative Producer und berichtet von Planung und Dreharbeiten.

(Bild: Dropout Films)„Hookline“ steht wie viele aktuelle Funk-Formate in der Tradition der Edutainment-Sendungen. Eine Folge „Hookline“ behandelt ein Songpaar und besteht aus mehreren Videos: In zwei sogenannten How-To-Videos analysiert der Mannheimer Musikproduzent Jules Kalmbacher Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden ausgewählten Lieder und arrangiert jeweils eine neue Version des Songs im Stil des anderen. In den beiden dazugehörigen Live-Session-Videos spielt dann eine eigens für „Hookline“ zusammengestellte Band die neu komponierten Lieder live im Studio ein. Das Ergebnis wird ein paar Tage nach dem entsprechenden How-To-Video veröffentlicht. Ein Instagram-Special, in dem Vier-Augen-Interviews mit bekannten Musikern und Musiktheoretikern geführt werden oder ein einzelner Aspekt des jeweiligen Themas vertieft wird, ergänzt die Videos.

Es ist früh am Morgen, als sich gut zwei Dutzend Menschen Mitte Oktober am Set in Sandhausen einfinden. Location für die Live-Sessions der „Hookline“-Band ist die Kleine Audiowelt, ein geräumiges Studio, in dem bereits Künstler wie Xavier Naidoo, Get Well Soon und Nena aufgenommen haben. Während die Musiker und Toningenieure gemeinsam mit Kalmbacher die Instrumente und deren Mikrofonierung vorbereiten, legen DoP Sascha Heyden und sein Oberbeleuchter Nils Künstler noch einmal Hand an Kameras und Licht. Gleichzeitig gibt Regisseur Daniel Seideneder finale Anweisungen. „Jede Live-Session soll optisch anders erzählt werden und jedes Musikstück neu klingen. Dabei müssen natürlich die Musik, das Genre, der Künstler und vor allem das jeweilige Musikvideo des Originalsongs berücksichtigt werden“, erklärt er. Eine Aufgabe, der sich neben Regie und Kamera auch Ausstatterin Quynh Anh Nguyen angenommen hat.

Der Haken bei „Hookline“

Redaktionell gab es natürlich ebenfalls Herausforderungen zu meistern. Gerade das Finden der richtigen Songs erwies sich als kompliziert, erinnert sich der „Gute Arbeit Originals“-Macher und betreuende Redakteur von Funk, Christian Kleinau. „Immer wieder zwei Songpaare zu finden, die musikalisch weit auseinander liegen und trotzdem so gut zusammen passen, dass der Genretausch einen besonderen Zauber entfacht, war nicht so leicht.“ Zudem sollte mindestens eines der beiden Lieder eine gewisse Aktualität haben, um das jüngere Publikum zu erreichen.

Kleinau, der selbst Musiker ist und deshalb „Hookline“ mit großem Enthusiasmus betreut, fasst das Besondere des Funk-Formats so zusammen: „Junge Musiker, die Musik leben und lieben. Coverversionen der anderen Art, die einen neuen und spannenden Blick auf die Hits ermöglichen. Dazu eine Prise Musiktheorie, die unterhält und bei der man sich fragt: Warum war mein Musiklehrer früher nicht wie Jules Kalmbacher?“ Und genau dieser ist selbst von dem neuen Format begeistert: „Ich habe die Hoffnung, dass wir uns durch „Hookline“ noch mehr an der Musik erfreuen können und Momente haben, in denen wir denken ‚Wow, so hätte ein Song auch klingen können.’ Ich wünsche mir, dass wir einige solcher Überraschungsmomente haben.“ Der musikalische Leiter führt weiter aus: „Für mich hat Musik viel mit Kochen zu tun; es gibt verschiedene Zutaten und die Art und Weise, wie man das Ganze miteinander abschmeckt und kombiniert ist das, was es letzten Endes interessant und eigenständig macht.“ Also ähnlich wie beim Filmemachen. Regisseur Seideneder ergänzt: „Wir wollen weg von den klassisch-linearen Erzählstrukturen, hin zu einer Wolke aus vielen kleinen Geschichten, die man jederzeit und überall konsumieren kann.“

Die Vorproduktion

Die Produktion einer Folge „Hookline“ beginnt mit der von Kleinau erläuterten Suche geeigneter Songs. Was folgt ist, was sich als größte Hürde herausstellte: Das Klären der Rechte. Denn meist sind viele Parteien beteiligt und sagt die eine zu, sagt eine andere oft ab. Ist hier aber endlich alles in trockenen Tüchern, kann Kalmbacher loslegen und mit dem beginnen, was er am besten kann: Musik produzieren, die berührt. Simultan wird in den Büros der ausführenden Produktionsfirma Dropout Films die redaktionelle Arbeit aufgenommen: Die Konzepte der einzelnen Folgen werden ausgearbeitet, die visuelle Umsetzung der Performances geplant, interessante Aspekte des jeweiligen Genres recherchiert und spannende Gesprächspartner gesucht. Hierbei ist es von Vorteil, dass Funk und Dropout in Mainz ansässig sind.

Interessante Links:

„Hookline“ wird seit dem 28.10. auf www.funk.net und dem YouTube-Channel von „Hookline“  jeweils donnerstags (Live-Session-Videos) und sonntags (How-To-Videos) um neue Folgen ergänzt.

Morgen geht’s weiter!

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