Produkt: FILM & TV KAMERA 5/2019
FILM & TV KAMERA 5/2019
LARGE FORMAT: ARRI ALEXA Mini LF+++INTERVIEW: DoP Benoît Delhomme+++TEST: Kompaktkamer Canon EOS R

Panasonic Varicam LT bei Kurzfilmprojekt

Bei einem Kurzfilmprojekt in Südtirol setzte DoP Martin Rattini die Panasonic Varicam LT ein. Wie er mit der Dual-Nativ-ISO von 800 und 5.000 umging, berichtete er in unserer Ausgabe 10/2018

NATIV MIT ISO 800 UND 5.000

Bei lichtschwachen Situationen, gerade im dokumentarischen Bereich, habe bislang vor allem die Canon EOS C300 gepunktet, sagt Rattini: „Theoretisch könnte man die bis 20.000 ISO hochpumpen. Was ich allerdings nie getan habe und auch nie tun werde.“ Sony zieht unter anderem mit der Alpha 7 in diesem Bereich nach, Rattini sieht die LT aber sehr weit vorne. „Ich wage zu behaupten, dass Panasonic mit der LT ein starker Wurf gelungen ist!“
Die VariCam LT kann nativ sowohl in ISO 800 wie in ISO 5.000 aufnehmen. „Du musst dich vorher entscheiden. Ich benutze die eine oder die andere Lichtempfindlichkeit“, sagt Rattini. Panasonic beschreibt, dass bei der VariCam LT mit ISO 5.000 kaum mehr Rauschen zu beobachten sei als bei ISO 800. „Wie das Bild im Kino effektiv aussieht, das wird sich nach dem Grading herausstellen, aber das Rauschverhalten der Kamera auf unseren Kontroll- und Referenzmonitoren entsprach dem Versprechen des Anbieters“, sagt Rattini.

HANDLING UND USABILITY

„Meine letzten Erfahrungen mit einer Panasonic stammen noch aus Mini-DV-Zeiten“, gibt Rattini lachend zu: „Bei der VariCam LT fand ich die Usability sehr dankenswert!“ Besonders gefiel ihm der „riesengroße Monitor mit den eindrucksvollen Tasten“ und die Menüführung, die er deutlich intuitiver fand als beispielsweise bei Sony Kameras: „Ich kam viel schneller dahin, wohin ich wollte.“ Auch Rattinis Assistenten kamen mit der VariCam LT gut zurecht. Nikolaus von Schlebrügge war als Erster Assistent hauptsächlich fürs Schärfeziehen verantwortlich, Camilla Valli übernahm als Zweiter Assistent auch das Data Wrangling. „Peng“ entstand mit einem sehr kleinen Drehteam von nur einem Dutzend Leuten.
Die VariCam LT ist mit einem handelsüblichen BNC-Anschluss für den Sucher ausgestattet, anders als etwa bei Sony oder Canon. „Das ist praktisch, falls doch mal was nicht funktioniert, kann man hier schnell das Kabel austauschen. Gerade bei dokumentarischen Projekten und unterwegs gibt dies zusätzliche Sicherheit“, sagt Rattini. Vom Viewfinder der LT ist der Kameramann generell sehr begeistert, besonders von der elektronischen Sucherlupe mit optisch stufenloser Vergrößerung. „Damit kannst du das Bild weiter weg oder näher holen.“
„Die LT ist von außen keine elegante Kamera, aber darum geht es nicht“, sagt Rattini: „Wenn man eine Kamera braucht, die schon alles am Body hat, dann ist sie ideal.“ Rattini, der bei Helios eine Sony F5 nutzt, würde mit der LT auch ohne Assistenten losziehen.

SÜDTIROLER TEAM

Seit der Gründung der Filmförderung IDM Südtirol / Alto Adige im Jahr 2010 ist die Anzahl der Produktionen stetig angestiegen. Bei „Burg Schreckenstein 2“ und „Der Mann aus dem Eis“ arbeitete Rattini als Standfotograf. „Das finstere Tal“ oder „Das Märchen von der Prinzessin, die unbedingt in einem Märchen vorkommen wollte“ sind nur zwei weitere Beispiele. Bei „Amelie rennt“ fungierte Rattinis Helios Sustainable Films als Koproduzent. Rattini wurde dafür in diesem Jahr mit der „Lola“ für den Bes- ten Kinderfilm ausgezeichnet.
„In Südtirol gibt es mittlerweile viele Teamleute, die auch das komplette Spektrum fast abdecken“, betont Rattini. Diese seien sehr gut gebucht, meist aber nur in Assistentenpositionen. „Damit diese Leute eine Stufe weiterkommen und als Chefs ihrer Departments ar- beiten können, braucht es Kurzfilme und Projekte aus Südtirol heraus“, betont Rattini. Ist ein Langspielfilm da die nächste Stufe? „Das wäre sicherlich der nächste Schritt, von uns oder jemand anderem“, sagt Rattini, der auch Gründungsmitglied der FAS (Film Association of South Tyrol) ist und sich jahrelang für die Entstehung einer Filmförderung in Südtirol eingesetzt hat. Bei „Peng“ übernahm Verena Ranzi von Takt Film aus Bozen die Produktion. Selbst drei der fünf Darsteller stammen aus Südtirol, das Casting übernahm Cassandra Han gemeinsam mit Regisseur Martin Thaler. So fand er auch den Hamburger Altamasch Noor, der die Rolle des vermeintlichen Flüchtlings übernahm, der sich als Fußball-Profi entpuppt. [6471]

Lesen Sie hier, was DoP Rattini an der Varicam LT im Schultervetrieb besonders gefiel.

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