Aus einem Guss

“Babylon Berlin”: Interview mit den DoPs Frank Griebe, Philipp Haberlandt und Bernd Fischer

In 196 Drehtagen brachte die Serie „Babylon Berlin“ drei Kameramänner gleichberechtigt zusammen. Frank Griebe, Philipp Haberlandt und Bernd Fischer zogen mit Gisela Wehrl für unsere Ausgabe 10/2017 eine gemeinsame Bilanz zu diesem ungewöhnlichen Projekt, das zu Ende der Goldenen Zwanziger spielt.

DoP Philipp Haberlandt in Aktion bei den Dreharbeiten zu "Babylon Berlin".
Foto: Frédéric Batier / X Filme Creative Pool Entertainment GmbH / Degeto Film GmbH / Beta Film GmbH / Sky Deutschland GmbH 2017
DoP Philipp Haberlandt in Aktion bei den Dreharbeiten zu “Babylon Berlin”.

Die Zusammenarbeit von ARD und Sky ist schon ungewöhnlich. Bei „Babylon Berlin“ kommen zudem auch drei Regisseure und drei Kameraleute zusammen. Das will erst mal organisiert werden. Wie häufig seid ihr, so wie jetzt, zu dritt zusammengesessen?

Bernd Fischer: Nur in der Vorbereitung, ganz einfache Antwort. Das war der Schlüssel der Zusammenarbeit, dass wir in der Vorbereitung ganz viel zusammen waren.

Frank Griebe: Genau.

Philipp Haberlandt: Wir haben uns erstmals Weihnachten 2015 getroffen. Da gab es ein großes Kick-Off-Meeting mit allen Heads. Wann habt ihr angefangen zu drehen, Frank, Mitte Mai 2016?

Frank Griebe: Mitte Mai. Bis dahin haben wir uns regelmäßig …

Bernd Fischer: … über Monate hinweg …

Philipp Haberlandt: … immer wieder getroffen.

Folgten die Blöcke, die ihr jeweils gedreht habt, der Folgenstruktur oder waren die völlig davon unabhängig?

Philipp Haberlandt: Wir haben episodenübergreifend gedreht, nach Motiven.

Frank Griebe: Es gibt ein Motiv, wo wir alle drei gedreht haben.

Philipp Haberlandt: Die Rote Burg (Spitzname des Polizeipräsidiums am Alexanderplatz, Anm.d.Red.), oder?

Frank Griebe: Ansonsten hat jeder von jeder Folge etwas gedreht.

Bernd Fischer: Es ist erstaunlich, das nun bei der Postproduktion zu sehen. Wer es nicht weiß, sieht in der fertigen Fassung nicht mehr, wer was gedreht hat. Wir haben  jeweils in den verschiedenen Teams Handlungsstränge und Motive abgedreht. Die drei Regieassistenten saßen wochenlang an einem dicken, dicken Drehplan und haben überlegt, wie kriegen wir dieses Gesamtding zusammen. Und dann wurde eben aufgeteilt. So entstand das Gesamtmaterial, aus dem die 16 Folgen für zwei Staffeln gemacht wurden.

Beim Dreh einer Straßenszene mit Hund in der Außenkulisse des Studio Babelsberg.
Foto: Frédéric Batier / X Filme Creative Pool Entertainment GmbH / Degeto Film GmbH / Beta Film GmbH / Sky Deutschland GmbH 2017
Beim Dreh einer Straßenszene mit Hund in der Außenkulisse des Studio Babelsberg.

Ihr habt alle drei schon Serien gedreht, aber da waren die Folgen immer abgeschlossen. Wie habt ihr euch diesem speziellen Ansatz bei “Babylon Berlin” angenähert?

Frank Griebe: Wir hatten viele Treffen zu diesem Thema: Wie kriegen wir eine Handschrift oder zumindest einen Fluss für die Serie hin? Und das ging hin und her. Man hatte auch Ideen, der ganzen Serie vielleicht ein Dogma zu geben oder jeder einzelnen Folge, aber nach und nach entfernte man sich dann davon. Und am Ende hat jeder das gemacht, was er für richtig hielt.

Philipp Haberlandt: Wobei – es gab schon Parameter, auf die wir uns geeinigt haben. Technische Parameter wie Kameraauswahl, Format, Objektive, Folien. Frank Griebe: Genau, wir haben sehr ausgiebige Objektivtests gemacht, denn jeder von uns hat seine eigenen Vorstellungen. Also haben wir die Ideen zusammengebracht, getestet und dann versucht, etwas Einheitliches zu finden.

Bernd Fischer: Wir haben uns technisch und künstlerisch über die Monate angenähert, indem wir viele Filme und Bücher geguckt haben. Damit und durch die ganzen technischen Tests haben wir gesehen, wo es hingehen soll. Dadurch haben wir uns sehr angenähert, um dann beim Drehen komplett wieder auseinanderzugehen. Und dann am Schluss …

Philipp Haberlandt: … hat jeder von sich noch seinen eigenen Stil mit eingebracht. Bernd Fischer: Und das passt nun sehr gut zusammen, und ich glaube, das liegt tatsächlich an dieser konzeptionellen Vorbereitung.

Frank Griebe: Wir hatten einen Szenenbildner und man merkt, dass mit Uli Hanisch und seinem Team alles aus einer Hand kam.

Philipp Haberlandt: Und Maske.

Bernd Fischer: Und Kostüm.

Frank Griebe: Das waren die Konstanten. Und das war wahnsinnig hilfreich.

Philipp Haberlandt: Zudem hatten unsere drei Regisseure alle Folgen zusammen geschrieben – so hattest du den Drehbuchautor immer mit am Set.

Frank Griebe: Wir hatten natürlich auch immer die Möglichkeit, das Material der anderen in den Mustern zu sehen. Also wir wussten, ah, okay, in die Richtung geht das.

Besprechung vor dem Roten Rathaus: DoP Frank Griebe (links) mit Regisseur Tom Tykwer und Schauspieler Jacob Matschenz.
Foto: Frédéric Batier / X Filme Creative Pool Entertainment GmbH / Degeto Film GmbH / Beta Film GmbH / Sky Deutschland GmbH 2017
Besprechung vor dem Roten Rathaus: DoP Frank Griebe (links) mit Regisseur Tom Tykwer und Schauspieler Jacob Matschenz.

Für welche Objektive habt ihr euch entschieden?

Frank Griebe: Panavision PVintage.

Bernd Fischer: Das war das Resultat der langen Tests, das ist ja intuitiv. Die Unschärfen haben uns am besten gefallen, da hatten wir alle drei das gleiche Gefühl.

Frank Griebe: Ich glaube, wir haben fast alle Objektive getestet, die es auf dem Markt gab.

Philipp Haberlandt: Wir waren auf der Suche nach … Dreck! Und Haptik. Weil Berlin für uns eine Hauptfigur ist, sie sollte den Look entscheidend prägen. Wir wollten keine saubere Welt haben, sondern etwas Griffiges und Lebendiges. Und so sind es dann die PVintage geworden. Die Flares sind toll …

Bernd Fischer: … nicht zu hart.

Frank Griebe: Ihr Charakter hat uns einfach gefallen. Das ist wie ein guter Mitarbeiter.

Und wie habt ihr euch auf eine Kamera geeinigt?

Frank Griebe: Da haben wir gar nicht lange gebraucht.

Philipp Haberlandt: Wir hatten nicht die Vorgabe, auf 4K zu drehen.

Frank Griebe: Ich glaube, unsere Erfahrung mit der Alexa waren einfach so positiv.

Bernd Fischer: Wir haben uns relativ schnell auf die Alexa Mini geeinigt, weil wir viel Handkamera machen wollten …

Frank Griebe: … viel Handkamera und viel Steadicam.

Bernd Fischer: 1.600 ASA war übrigens auch noch eine Konstante, auf die wir uns geeinigt haben.

Im Studio Babelsberg entstand für die Produktion die neue Außenkulisse, hier das „Stadtviertel mondän“.
Foto: Frédéric Batier / X Filme Creative Pool Entertainment GmbH / Degeto Film GmbH / Beta Film GmbH / Sky Deutschland GmbH 2017
Im Studio Babelsberg entstand für die Produktion die neue Außenkulisse, hier das „Stadtviertel mondän“.

Waren bei jedem Team zwei Alexa Mini dabei?

Philipp Haberlandt und Bernd Fischer: Ja.

Frank Griebe: Nein, bei mir nicht. Ich musste sparen! (Alle lachen.) Wir fingen an und für uns war klar, wir haben immer zwei Kameras dabei – und dann kam der Rotstift.

Bernd Fischer: Du hattest dafür aber manchmal drei!

Frank Griebe: Wir mussten genau überprüfen, was geht – das mussten wir alle. Und wenn man bei zwei Drittel des Drehs zwei Kameras hatte, dann kann man auch mal auf eine Kamera verzichten.

Bernd Fischer: Es war eben nicht so, dass wir aus dem Vollen schöpfen konnten.

Das haben die Regisseure und Produzenten auch immer wieder öffentlich betont.

Bernd Fischer: Weil man von außen häufig den Eindruck bekommen hat, bei dem Projekt hätten wir alles machen können. Wir mussten schon sehr genau überlegen, wie kommen wir mit dem doch auch hier begrenzten Budget aus.

Philipp Haberlandt: Was das Licht angeht, hatten wir als Standard das mit, was man auch bei einem normalen Fernsehfilm hat.

Frank Griebe: Es gab natürlich Extras, aber es gab zum Beispiel eine größere Szene, über mehrere Tage, die Außen Nacht spielte. Da war einfach Schluss, und es hieß, das müsst ihr am Tag drehen.

Bernd Fischer: Die Hoffnung war dann: Kann man das beim Colourmatching nicht einfach auf Nacht korrigieren? (Alle lachen.) Das Grading ist ein weiterer wichtiger Punkt bei den gemeinsamen Parametern. Schon die Tests haben wir mit Maiken Priedemann gegradet.

Philipp Haberlandt: Von ARRI. Mit Maiken hatten wir die Chance den gesamten Prozess komplett durchzuziehen.

Bernd Fischer: Die hat dann schon die Muster gemacht und jetzt das Final Grading.

Frank Griebe: Das war unglaublich hilfreich. Die Änderungen, die sich auf die Muster beziehen, sollten auch in den Schneideraum einfließen. Denn die Regisseure grooven sich dort auf das ein, was sie auf ihrem Monitor sehen, und wollen es nachher so haben.

Philipp Haberlandt: Das ist für mich immer wünschenswert, ebenso wie der Workflow, beim Final Grading auf das Mustergrading zurückgreifen zu können. Oft ist es so, dass du beim Final Grading bei Null anfängst, das raubt einfach Zeit. Hier halten wir uns wahnsinnig daran, wie wir die Muster schon angelegt hatten.

Berlin als Hauptfigur: Regisseur Achim von Borries, DoP Bernd Fischer und Schauspieler Peter Kurth.
Foto: Frédéric Batier / X Filme Creative Pool Entertainment GmbH / Degeto Film GmbH / Beta Film GmbH / Sky Deutschland GmbH 2017
Berlin als Hauptfigur: Regisseur Achim von Borries, DoP Bernd Fischer und Schauspieler Peter Kurth.

Wollt ihr was sagen, was euch inspiriert hat?

Bernd Fischer: Aus der Masse hat sich ein Bild kristallisiert – wir haben uns wahnsinnig viel angeguckt.

Philipp Haberlandt: Aus ganz vielen Quellen.

Bernd Fischer: Es ging los mit den Klassikern, „Menschen am Sonntag“ oder Ruttmanns “Sinfonie einer Großstadt”. Aber das sind natürlich alles Schwarz-Weiß-Filme.

Frank Griebe: Was wir übrigens gerne gemacht hätten. Wenn man eine Serie in Schwarz-Weiß hätte drehen können, dann diese!

Bernd Fischer: Interessanter Punkt, denn die Filme aus der Zeit haben uns die Antwort auf die Farben von damals ja nicht gegeben.

Philipp Haberlandt: Wir haben viel über Farben geredet im Vorfeld. Wir wollten etwas Modernes schaffen. Wir wollten keinen antiquarischen Film, der Distanz aufbaut. Wir wollten einen zeitlosen Look.

Bernd Fischer: Wir sind sehr nah an den Leuten dran. Wir wollten nicht die Kulissen abfilmen, sondern die Menschen in den Kulissen agieren lassen. Deswegen ist auch viel Handkamera, zwar keine wilde Handkamera-Ästhetik, aber es ist sehr nah dran an den Menschen, an den Charakteren. Das Backlot bei Studio Babelsberg war sehr, sehr groß, und auch darüber hinaus hat uns die Szenografie sehr große Sets geschaffen, in denen wir uns einfach auch mal bewegen konnten, mit der Handkamera und einer kürzeren Brennweite.

Philipp Haberlandt: Wir wollten uns mit der Kamera so bewegen können wie bei einem zeitgenössischen Film.

Bernd Fischer: Was teilweise ging, bis das CGI-Budget zu Ende war. (Alle lachen.)

Philipp Haberlandt: Die Möglichkeiten waren aber schon enorm.

Philipp Haberlandt mit der Alexa Mini am Easyrig. Im Hintergund warten Volker Bruch und Peter Kurth auf ihren Einsatz.
Foto: Frédéric Batier / X Filme Creative Pool Entertainment GmbH / Degeto Film GmbH / Beta Film GmbH / Sky Deutschland GmbH 2017
Philipp Haberlandt mit der Alexa Mini am Easyrig. Im Hintergund warten Volker Bruch und Peter Kurth auf ihren Einsatz.

Was war das Spannendste?

Frank Griebe: Die Zusammenarbeit zwischen uns! Ich finde es interessant, dass man eine Serie macht, wo man durcheinander dreht und jeder so sein Ding macht. Und dann wird das aber ein Ganzes.

Bernd Fischer: Tolle Erfahrung.

Frank Griebe: Und dass es auch passt.

Bernd Fischer: Ich bin echt gespannt, was darüber gesagt wird, wenn die Serie herauskommt, und kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass jemand das Gefühl bekommt, das ist nicht aus einem Guss.

Philipp Haberlandt: Nee! Ich weiß noch, als ich zum ersten Mal drei Einstellungen von uns allen hintereinander geschnitten sah. Wenn die Sequenz nur einer von uns allein gedreht hätte, wäre das ganz anders geworden. Das fing in der roten Burg an, relativ statisch. Dann war man draußen mit einer wilden Handkamera, und im nächsten Raum ging’s weiter mit der Steadicam. Wenn man alleine gewesen wäre, hätte man das wahrscheinlich nie so gemacht. Plötzlich entsteht da was ganz Neues. (Frank Griebe nickt.) Eine interessante Situation, weil man ansonsten nie etwas zu dritt angeht. Zum Beispiel die ersten Motivtouren haben wir auch zu dritt gemacht. Da geht man gemeinsam in ein Motiv und guckt, auch wie die anderen reagieren und wie man selbst. Man kann darüber sprechen und kriegt so viel von der Arbeit vom anderen mit.

Bernd Fischer: Weil man ja nie mit anderen Kameramännern arbeitet!

Philipp Haberlandt: Man spricht drüber, aber man erlebt sich ja nicht gegenseitig.

Bernd Fischer: Ich arbeite ja normalerweise beim Drehen mit allen Gewerken zusammen, nur eben nicht mit Kameraleuten.

Jetzt habt ihr alle auch noch andere Serienerfahrung, Bernd Fischer zum Beispiel mit „Die Chefin“.

Bernd Fischer: Das kann man überhaupt nicht vergleichen. „Babylon Berlin“ ist wie ein großer Kinofilm, ganz eindeutig. Hier wurde grundsätzlich alles neu entwickelt, und so spielte für uns erst mal keine Rolle, was für ein Format es wird.

Philipp Haberlandt: Wir haben einen 12-Stunden-Film gemacht.

Frank Griebe: Das hat mit einer Serie, wie wir das kennen, nichts mehr zu tun.

Auch mit den aufwendigen Projekten wie “Sense8”, für das Frank Griebe mit Tykwer Teile gedreht hat, oder “Deutschland 83”, wo Philipp Haberlandt bei fünf Folgen die Kamera führte?

Philipp Haberlandt: Hier haben wir ja alle 16 Episoden zusammen gemacht. Bei “Deutschland 83” habe ich mit Edward Berger die ersten fünf Folgen gedreht und den Look entwickelt. Mit den anderen drei Folgen hatten wir nicht mehr viel zu tun.

Frank Griebe: “Babylon Berlin” ist auch mit “Sense8” gar nicht zu vergleichen, schon allein weil es in der Gegenwart spielt.

Matthias Brandt und Volker Bruch auf dem Weg zum Tatort: Steadicam Operator Alex Traumann begleitet die Szene durch unwegsames Gelände.
Foto: Frédéric Batier / X Filme Creative Pool Entertainment GmbH / Degeto Film GmbH / Beta Film GmbH / Sky Deutschland GmbH 2017
Matthias Brandt und Volker Bruch auf dem Weg zum Tatort: Steadicam Operator Alex Traumann begleitet die Szene durch unwegsames Gelände.

Autoren betonen immer, wie schön es ist, so einen langen Bogen zu erzählen. Was war für euch daran spannend?

Bernd Fischer: Die Zeit, die man sich vorher nimmt, weil es eben so groß ist. Ein so großes Projekt habe ich noch nie gemacht. Zwei Monate hatte ich “Russian Ark” von Alexander Sokurow vorbereitet, bei dem ich mitgearbeitet habe (der Film wurde in einer einzigen Plansequenz gedreht, Anm.d.Red.). Diese Vorbereitung und dieses Konzipieren macht mir einfach Spaß. Ob Fernsehen oder Kino spielt da gar keine Rolle. Ebenso beispielsweise bei “Vier Tage im Mai” ein Spielfilm, den ich ja auch mit Achim von Borries gedreht habe. Aber so viel Vorbereitung wie hier bei “Babylon” gab es noch nie.

Was war sonst der Vorteil?

Frank Griebe: Das ist eher was für die Autoren, die viel mehr Zeit haben, ihre Figuren ganz anders zu erzählen. Viel facettenreicher. Mir selber macht es natürlich dann auch Spaß, wenn es etwas vielfältig ist.

Philipp Haberlandt: “Babylon Berlin” gewinnt an Ebenen und Figuren. Die Figuren sind an unterschiedlicheren Motiven, und du hast mehr Aspekte, die du zusammenbringen musst in dieser Welt.

Frank Griebe: Man lernt bei “Babylon Berlin” die Zeit aus unterschiedlichen Perspektiven kennen. Es war ja Wahnsinn, was zu dieser Zeit in dieser Stadt passierte.

Bernd Fischer: Wir sind als Team alle zusammen eingetaucht, es gab Vorträge zum Beispiel über Film und Kunst in der Weimarer Republik oder eine Charleston-Tanz-Veranstaltung als Warm-Up.

Philipp Haberlandt: Bei den 12 Stunden haben wir auch wahnsinnig viele Milieus, die wir erzählen in dieser Stadt. Du hast die Kommunisten, du hast die Sitte …

Frank Griebe: … das arme Berlin, das reiche Berlin …

Philipp Haberlandt: … und in diese verschiedenen Milieus einzutauchen war toll.

Im zweiten Teil des Interviews sprechen die drei DoPs über den Aufwand bei solch einem aufwendigen “Period Piece” und den Neubau des Backlots bei Studio Babelsberg.

„Zeitloser Look“: Volker Bruch studiert die Litfaßsäule im Licht der Straßenlaterne. (Szenenfoto)
Foto: Frédéric Batier / X Filme Creative Pool Entertainment GmbH / Degeto Film GmbH / Beta Film GmbH / Sky Deutschland GmbH 2017
„Zeitloser Look“: Volker Bruch studiert die Litfaßsäule im Licht der Straßenlaterne. (Szenenfoto)

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EINZIGARTIGE KOOPERATION

Gedreht wurden die Bestseller-Adaption um Kommissar Gereon Rath, die im Berlin der späten 1920er Jahre spielt, vom Frühjahr bis Ende 2016. Die 16 Folgen für zwei Staffeln decken zusammen den ersten Roman der Reihe “Der nasse Fisch” von Volker Kutscher ab. Neben der Machart war auch die Finanzierungskonstellation von “Babylon Berlin” etwas Besonderes. “Wir hatten bei der Degeto Lust, die Bedingungen der deutschen Serie konkurrenzfähiger zu machen”, sagt ARD-Degeto-Chefin Christine Strobl. “Wenn das klappt, ist das ein Modell, das wir in Zukunft häufiger machen werden.” Carsten Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung Sky Deutschland: “‚Babylon Berlin’ wird in seiner Machart und Erzählweise die Serienlandschaft in Deutschland verändern.” Auch die Regisseure und Drehbuchautoren Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries betonen die Einzigartigkeit des Projekts, das von X Filme Creative Pool als Produktionsfirma initiiert wurde. Beta Film, als koproduzierender Weltvertrieb, stieß schon im Vorfeld auf großes Käuferinteresse, will aber zu laufenden Verhandlungen aktuell keine Auskunft geben.

Die Erstausstrahlung beider Staffeln hintereinander erfolgt seit 13. Oktober in wöchentlichen Doppelfolgen auf Sky, danach sind sie auch über Services wie “Sky Go” verfügbar. Bei der ARD ist dann Ende 2018 eine Eventprogrammierung geplant. Wann die Entscheidung über eine mögliche dritte Staffel erfolgen wird, dazu wollten sich beide Sender noch nicht äußern.

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