Ehrenmitglied des BVK und Ehrenpreisträger des Deutschen Kamerapreises

Franz Rath gestorben

Wie seine Familie mitteilte, ist Franz Rath am zweiten Weihnachtstag 2020 verstorben. Er galt als einer der bedeutendsten Filmkameramänner unseres Landes, der zahlreiche künstlerisch und zeitgeschichtlich wertvolle Filme mitgestaltet hat. 

(Bild: BVK)

Franz Rath wurde in Eltville am Rhein geboren und wuchs dort und in Wiesbaden auf. Zum Film kam er nach ersten Schritten im Filmkopierwerk Anfang der 1950er Jahre in Wiesbaden-Biebrich. Als Vorführer bei der Freiwilligen Selbstkontrolle im Schloß Biebrich erhielt er öfters Besuch von einem Schüler des Gymnasiums, Volker Schlöndorff, der in den Projektorenraum kam, um heimlich Filme mitzuschauen. Danach wurde Franz Rath Assistent des Kulturfilmers Curt Oertel, der im Schloß eine Filmproduktion betrieb.

Franz Raths erste Arbeit für das Kino war 1965/66 „Der junge Törless“. Mit diesem Film begann eine lange Zusammenarbeit mit Volker Schlöndorff. Bereits für den zweiten gemeinsamen Film „Mord und Totschlag“ wurde Franz Rath mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. 1969 erhielt er für „Versuche, die nicht enden“ den Deutschen Industriefilmpreis. 1977 begann seine enge Kooperation mit Margarethe von Trotta bei „Das zweite Erwachen der Christa Klages“, der weitere acht gemeinsame Spielfilme folgten.  Auch mit vielen anderen namhaften Regisseuren, darunter Mike Roemer, Josef Sargent, Kurt Gloor, Franz Peter Wirth und Egon Monk hat Franz Rath gearbeitet. 2003 wurde er mit dem Ehrenpreis des Deutschen Kamerapreises gewürdigt und von den Mitgliedern des BVK zum Ehrenmitglied gewählt.

Wir werden Franz Rath an dieser Stelle in Kürze mit einem ausführlichen Nachruf von seinem Weggefährten Volker Schlöndorff ehren.

 

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Was Franz für eine ganze Legion junger Filmschaffender getan hat, wie er sich darum bemüht hat, jeden einzelnen jungen Kameramann, Schauspieler, Regisseur oder Autor, an den oder die er glaubte, zu fördern, wird wohl nie angemessen gewürdigt werden können.
    Der Abschied von einem der großartigsten, sensibelsten und kreativsten Kameramänner unserer Zeit fällt schwer. Der Verlust des Menschen, Philantropen und Freudes Franz Rath jedoch wiegt ungleich schwerer.
    Danke für alles, Franz.

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