30 Jahre Maier Bros.

Verlässlicher Partner sein

Im September 2019 feiert der Filmgeräteverleih Maier Bros. GmbH sein dreißigjähriges Bestehen. Wir sprachen mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Niels Maier, der die Firma mit seinem Bruder Knut leitet.

Man hört, dass Sie trotz Ihrer Pflichten als geschäftsführender Gesellschafter der Maier Bros. GmbH trotzdem noch regelmäßig als Oberbeleuchter arbeiten.
Das ist, woran mein Herz hängt. Es hat sich aber auch im Lauf der Jahre herausgestellt, dass es einfach hervorragend ist, sein Unternehmen ab und zu aus der Außensicht eines Oberbeleuchters zu sehen. Da kann man dann natürlich ganz früh anfangen, an Stellschrauben zu drehen, wenn irgendetwas nicht ganz rund laufen sollte.

Wie geht Ihrem Unternehmen im dreißigsten Jahr?
Wir können nicht jammern. Es gibt ein riesiges Volumen im Markt. Daran partizipieren wir und stellen gerade das Unternehmen neu auf. So haben wir im Juli unsere Berliner Filiale vergrößert, die wir vor drei Jahren eröffnet haben. Da lassen wir jetzt die Strukturen ein wenig hinterherwachsen. Wir nutzen also den Schwung, den es zurzeit auf dem Markt gibt, um uns auch für die nächsten Jahre aufzustellen.

Sind das die größten Herausforderungen im Moment oder gibt es da noch weitere?
Wir leiden trotz des großen Auftragsvolumens immer noch unter dem Preisdruck. Aber da sitzen alle Rental-Häuser in einem Boot. Ich glaube, im Vergleich mit Europa oder der Welt sind die Equipmentpreise in Deutschland mit am niedrigsten. Damit kämpfen wir alle. Für mich ist das die größte Herausforderung. Es gibt nur sehr wenig Geld für Equipment. Dennoch wird von uns Rentals erwartet, dass wir kräftig investieren. Gerade das sich rasant entwickelnde LED-Segment erfordert viel an Investitionen.

Sehen Sie eine realistische Möglichkeit, das zu ändern?
Eine schnelle Änderung wird es nicht geben. Wir stellen gerade fest, dass wieder das Equipment knapp wird. Das wird sicher in gewissem Maße zur Erholung beitragen – aber auch nur zu Zeiten der Vollauslastung. Wenn wir nur eine Teilauslastung haben, ich denke da an den Winter oder das Frühjahr, dann schlagen wir uns wieder gegenseitig die Köpfe ein!

Eine Art Solidarität unter Verleihern gibt es also eher nicht.
Das ist das eine. Aber ich vermisse auch eine Solidarität mit Produzenten. Wir versuchen eine Hochphase, wie wir sie gerade erleben, nicht auszunutzen und hohe Preise zu verlangen. Aber wir erwarten dann auch im Gegenzug von den Produzenten, dass sie uns auch dann die Stange halten, wenn sie am Markt andere Preise erzielen könnten. Wir möchten ein verlässlicher Partner sein, egal ob der Produzent im Frühjahr, Sommer oder Herbst dreht. [10340]

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