Positiver Trend

Produzentenallianz veröffentlicht Ergebnisse der Herbstumfrage 2017

Die Produzentenallianz hat die Ergebnisse der Herbstumfrage 2017 veröffentlicht. Zum ersten Mal seit 2009 berichten die befragten Unternehmen von einem positiven Trend und bescheinigen eine Besserung im Gegensatz zum Vorjahr.

In der Umfrage werden die Mitglieder der Produzentenallianz nach den wirtschaftlichen Daten des vergangenen Jahres, also 2016, befragt. Außerdem wird eine Einschätzung für das aktuelle Jahr, sowie ein Ausblick auf das kommende Jahr abgefragt. Die Rücklaufquote lag in diesem Jahr bei rund 54 Prozent.

Nach der Umfrage 2017 ziehen die Produktionsfirmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, eine positive Bilanz. Die Hoffnung auf eine erste Trendumkehr machte sich in den Zahlen 2015 breit. Diese Umkehr stellte sich 2016 tatsächlich auch ein. Heißt im Klartext: Deutlich weniger Unternehmen schreiben rote Zahlen und die Umsatzrenditen stiegen geringfügig. Erfreulich ist auch, dass besonders “kleinere” Unternehmen anscheinend von der positiven Entwicklung profitieren. Auch die erste Schätzung für 2017 und der Ausblick für 2018 fallen positiver aus als in den Vorjahren.

“Diese Ergebnisse der Produzentenallianz-Herbstumfrage 2017 begründen für uns die Hoffnung, dass sich die Lage in den kommenden Jahren für die Film- und Fernsehproduktion weiter nachhaltig verbessert”erklärt der Vorsitzende der Produzentenallianz Alexander Thies. “Neben den sich als wirkungsvoll entfaltenden ARD-Eckpunkten 2.0 gelten seit Anfang 2017 schließlich auch die „Rahmenbedingungen einer fairen Zusammenarbeit“, zu denen sich das ZDF nach umfassenden und intensiven Konsultationen mit der Produzentenallianz verpflichtet hat. Auch die massive Erhöhung des DFFF auf voraussichtlich jährlich 125 Mio. Euro ab 2018 und die Einrichtung des German Motion Picture Fund des Bundeswirtschaftsministeriums, die beide wiederholt vorgetragene und ausgearbeitete Forderungen der Produzentenallianz umsetzen, werden die Lage der Produktionswirtschaft und des Produktionsstandortes Deutschland weiter positiv verändern.”

Hier die einzelnen Eckpunkte der Herbstumfrage 2017 der Produzentenallianz:

1. Wirtschaftliche Erholung setzt sich fort
Nach einer Steigerung der Zahl von Kinofilmproduzenten mit negativer Umsatzrendite von 2013 auf 2014 sank deren Anteil im Folgejahr von 50 % wieder auf 41 %. Dieser Prozentsatz ist nunmehr 2016 dramatisch auf nur noch 12 % gefallen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Kinofilmproduzenten, die im letzten Jahr positive Umsatzrenditen erzielten und zwar über fast alle Renditeklassen (von über 2,5 %, über 5 %, über 7,5 und über 10 %). Auch bei der Gewinnentwicklung der TV-Produzenten sank im Vergleich zum Vorjahr der Anteil der Verlust machenden Unternehmen weiter: von 21 % 2014, 16 % in 2015 auf nunmehr 13 % in 2016. Auch hier stieg der Anteil der Produzenten mit Gewinnmargen zwischen 2,5 % und 10 %. Insgesamt zeigen diese Zahlen, dass die 2015 beginnende Erholung sich fortgesetzt hat – bei den Kinofilmproduzenten noch deutlich stärker als bei den TV-Produzenten.

2. Wirtschaftliche Erholung kommt besonders kleinen Unternehmen zugute
Differenziert man nach Umsatzgrößenklassen, so können zwar auch 2016 die umsatzstärkeren Unternehmen (mit Jahresumsätzen von 5 bis 25 Euro und über 25 Mio. Euro) bessere Umsatzrenditen vorweisen als die kleineren Unternehmen. Die Erholung zeigt sich aber sehr viel stärker bei den kleineren als bei den größeren Produktionsunternehmen.

3. Zwei Drittel des TV-Produktionsauftragsvolumens stammt von öffentlich-rechtlichen Sendern
Die Verteilung der Produktionsumsätze auf private und öffentlich-rechtliche Sender als Auftraggeber hat sich im Verhältnis zum Vorjahr noch etwas stärker in Richtung der Rundfunkanstalten entwickelt. In 2016  erwirtschaften die Mitglieder rund zwei Drittel ihrer Umsätze mit den öffentlichen-rechtlichen und ca. ein Drittel mit den privaten Sendern.

4. Produktionsunternehmen für öffentlich-rechtliche Auftraggeber mit geringeren Umsatzrenditen
TV-Produzenten, die überwiegend für öffentlich-rechtliche Sender herstellen, weisen auch in der Herbstumfrage 2017 schlechtere Gewinnmargen auf als solche, die überwiegend für private Sender produzieren. Verluste gibt es ausschließlich bei Produzenten, die überwiegend im Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender herstellen. Allerdings haben sich die Umsatzrenditen der Produktionsunternehmen, die überwiegend für private Fernsehunternehmen arbeiten, gegenüber 2015 leicht verschlechtert.

5. Bessere Beurteilung der wirtschaftlichen Lage
Die Gesamtlage der Branche wurde 2016 nur von 10 % unserer Unternehmen als gut oder sehr gut beurteilt. 2017 sind dies hingegen schon mehr als ein Viertel. Die wirtschaftliche Situation des eigenen Unternehmens wird hingegen 2017 ähnlich beurteilt wie in den Vorjahren.

6. Auslandsumsätze größer
Auslandsumsätze der Produzenten steigen leicht von 7 % auf 11 %.

7. Künftige Probleme: (1.) Preisdruck, (2.) Fachkräftemangel
Bei der Liste der „Probleme und Herausforderungen“ für die Zukunft steht nach dem in allen bisherigen Umfragen an erster Stelle genannten Problem „Preisdruck“ erstmals der Fachkräftemangel an zweiter Stelle. Nur noch 10 % der Befragten sahen (mögliche) Kürzungen von Fördermitteln als Problem und Herausforderungen an.

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