Filmemacher aus Berlin

Drei Fragen an Tim Kallweit

In der Rubrik “Drei Fragen an” stellen wir in jedem Heft eine Filmschaffende oder einen Filmschaffenden mit drei kurzen Fragen zu Arbeitsschwerpunkt, beruflichem Engagement und Freizeit vor! In der Filmbranche kommt man viel herum. Unser Gesprächspartner für die Drei Fragen in der Ausgabe 1-2/2018 sieht sich selbst als Filmemacher. Aber was meint Tim Kallwert aus Berlin damit genau? Hier erfahren Sie es. 

Tim Kallwert hantiert an einer Kamera
Tim Kallwert an der Kamera (Foto Thomas Henkel) (Bild: Thomas Henkel)

1. Was ist dein Arbeitsschwerpunkt?.

Oh, das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ich selbst sehe mich als Filmemacher. Die größte Leidenschaft empfinde ich allerdings bei der Arbeit mit der Kamera. Das hat für mich immer etwas Magisches, die Zeit einzufangen und dabei gleichzeitig auch die Zeit zu verlieren. Allerdings bin ich neben meiner Tätigkeit als Kameramann auch noch als Kameraassistent und Editor unterwegs – ich wollte schon immer alles machen und selber können.

Obwohl mir mein Chef während meines ersten Praktikums 2007 in einer Berliner Postproduktion sagte, dass im Filmbusiness nur Spezialisten gefragt sind, habe ich eine Ausbildung zum Mediengestalter für Bild und Ton gemacht.

Seitdem haben sich die Qualität und die Preise der Technik stark verändert. Es entstehen neben dem klassischen Film und Fernsehen viele neue Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Vieles wird nur noch für das Internet gemacht. Mit kleineren Teams und Budgets. Inzwischen produziere ich einige solcher Projekte selbst, mal als One-Man-Band, mal im Team mit Freunden und anderen Freiberuflern.

Ich glaube, ich habe da einen guten Weg als Allrounder gefunden. Aber wenn ich kein Geld verdienen müsste, würde ich versuchen, bei Spielfilmen und Dokumentationen zu arbeiten.

2. Bist du in einem Verband aktiv?

Nein. Vielleicht schaffe ich es ja irgendwann in den BVK. Das wäre interessant. Ob ich die Voraussetzungen jemals erfülle, weiß ich nicht. Vielleicht muss der passende Verband noch erfunden werden.

3. Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?

Für meine Familie, die immer hinter mir steht. Ich sehe sie leider viel zu selten. Aber ich verdanke ihnen sehr viel und würde alles für sie tun. Ich reise sehr gerne und mag alles Neue, was man dabei entdecken und aufsaugen kann. Orte, Menschen, Gerüche, Farben – und dann wieder nach Hause in eine gewohnte Umgebung zu kommen, ist aber auch ein gutes Gefühl. Ich liebe Musik und die unmittelbare Energie eines richtig guten Live-Konzerts.

Zuhause habe ich viele Alben als Vinyl und mag das Zeremoniell, eine Scheibe aufzulegen und unter dem Knistern der Nadel von Anfang bis Ende durch zu hören. Einen Film guckt man ja auch von Anfang bis Ende. Außerdem bin ich im Creative Office e.V. aktiv, einem Verein von und für Filmschaffende in Berlin. Ich kümmere mich dort um die Dokumentation der Projekte für die Öffentlichkeitsarbeit, zum Beispiel auch des Kameradialogs, der ja in Zusammenarbeit mit euch stattfindet.

Sie arbeiten an der Kamera, am Tonmischpult, im Szenenbild oder einem anderen technischen Gewerk? Dann beantworten Sie doch auch unsere drei Fragen und stellen sich der Branche vor.

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