Kameramann und Produzent aus Berlin

Drei Fragen an Nils Jahnke

Nils Jahnke aus Berlin produziert, dreht, unterrichtet und prüft. Was sich dahinter verbirgt, zeigen seine Antworten auf unsere Drei Fragen im Heft 07-08/2018.

1. Was ist dein aktueller Arbeitsschwerpunkt?

Ich betreibe die Produktionsfirma Machen&Tun und produziere Event- und Imagefilme. Daneben machen wir Mehr-Kamera-Produktionen und Livestreams. Zusätzlich unterrichte ich an privaten Bildungseinrichtungen und bilde dort angehende Mediengestalter Bild und Ton aus. Dort versuche ich, möglichst praxisnah Wissen zu vermitteln, vor allem, was das richtige Kalkulieren von Gagen und Honoraren betrifft. Viele jüngere Menschen haben noch gar kein Gefühl für Zahlen und den Wert kreativer Arbeit – und sind anfangs froh, wenn der Auftraggeber den Preis bestimmt. Spätestens nach den ersten Kalkulationen merken die Azubis aber sehr schnell, dass man mit hundert Euro Tagesgage nicht sehr weit kommt. Bei der Angebotserstellung bin ich da als Produzent in der Zwickmühle: einerseits will ich fair bezahlen, andererseits verliere ich aber auch viele Aufträge, weil jemand anderes billiger war. Nicht preiswerter, sondern richtig billig, also so, dass sich das eigentlich nicht lohnen kann.

2. Bist du in einem Verband aktiv?

Ich bin Mitglied der FKTG und im BVFK. Hier habe ich die Zertifizierung für Fernsehkameraleute mit entwickelt, die ich nach wie vor für sehr sinnvoll halte. Die Branche ist groß und da im Grunde jeder Produktionen oder einfach nur die Tätigkeit als Kameramann oder Cutter anbieten kann, ist es schwer, die Kenntnisse und Fertigkeiten von Menschen einzuschätzen, die man nicht selber kennt. Selbst Showreels helfen nur bedingt. Ein Nachweis von bestimmten Kenntnissen und Fertigkeiten ist daher ungemein hilfreich, vor allem, wenn es um Verantwortlichkeiten geht. Das fängt beim Arbeitsschutz an, geht über rechtliche und Haftungsfragen und geht bis zu sozialer Kompetenz. Ich begrüße sehr, dass die Verbände da Initiative zeigen und mittlerweile ein Bewusstsein für die Probleme schaffen konnten, aber eben auch Lösungen bieten. Solche Prozesse brauchen aber Zeit, daher darf man auch keine Wunder erwarten.

3. Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?

Es gibt ja diesen Spruch, nachdem man als Selbständiger selbst und ständig arbeitet und da ist auch was Wahres dran. Die Mitarbeit im Verband ist ja keine bezahlte Arbeitszeit, ebenso wenig wie die als IHK-Prüfer, was ich auch noch mache. Andererseits habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und habe an all diesen Sachen ja auch Spaß und das Gefühl, etwas sinnvolles zu tun. Wenn es Freizeit gibt, verbringe ich die dann am liebsten an, auf und im Wasser – also schwimmen, Boot fahren oder relaxt am Strand liegen. [5546]

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