Drohnenpilot und freier Kameramann aus München

Drei Fragen an Lukas Maurer

Heute heben wir bei unseren Drei Fragen ab. In der Ausgabe 4/2017 sprachen wir mit Kameramann und Drohnenpilot Lukas Maurer aus München.

(Bild: Foto: J. C. Reischl)

1. Was ist dein Arbeitsschwerpunkt?

Hauptsächlich arbeite ich als Drohnenpilot für Marketingoder Werbefilme. Für Kunden aus der Automobilbranche wie Audi, BMW, Kawasaki et cetera werde ich oft gebucht, um maximal dynamische Fahraufnahmen der Fahrzeuge aus der Luft zu drehen, Drohnen bieten sich hier perfekt an. Je nachdem, was ansteht, arbeite ich auch als Aerial Camera Operator oder drehe klassisch “am Boden”.

Als ich 2013 die BAF abgeschlossen habe, wurden die Drohnen gerade sehr populär — allerdings waren die Systeme noch extrem teuer. Drohnenaufnahmen haben mich aber so unglaublich fasziniert, dass ich mit der Drohne eines Kollegen angefangen habe, intensiv zu trainieren. Das System war extrem schwer und anfällig. Dann kamen erschwingliche Drohnen auf den Markt, kleiner und leichter, und ich habe mir mein eigenes Equipment zugelegt. Jetzt habe ich zwei DJI Inspire mit der Zenmuse X5 und X5R im Einsatz und baue gerade einen großen Hexakopter für die strenge Zulassung in Österreich um.

Mit diesem System kann ich dann auch größere Kameras bis etwa vier Kilogramm heben. Manche Kollegen belächeln die Inspire, die sei so ein “Billig-Dings”. Aber eigentlich ist die in unter zehn Minuten aufgebaut, kann 4K RAW, fliegt 80 Stundenkilometer, und selbst mit Funkschärfe und Wechselobjektiven ist das ganze System so kompakt, dass es auch mal von einer einzigen Person bequem in ein Hochgebirge getragen werden kann. Mein absoluter Favorit ist es, hier mit einem 90 mm Objektiv zu drehen: Einfach geil, wie man hier Landschaften im Hintergrund verschieben kann!

2. Bist du in einem Verband aktiv?

Vor etwa einem Jahr hat sich der Bundesverband Copter Piloten (BVCP) gegründet, diesem bin ich beigetreten. Leider sind die Interessen des BVCP nicht nur die der Filmschaffenden, der gewerblichen Drohnenpiloten, sondern auch die der allgemeinen Drohnen- und Hobbypiloten. Aktuell haben die gewerblichen Piloten ja mehr Einschränkungen und Auflagen als die Hobbypiloten.

Das sollte eigentlich andersherum sein. Meiner Meinung nach sollten Freizeitdrohnen auch nur außerhalb der Stadt geflogen werden, wo sie niemanden stören. Neulich habe ich im Englischen Garten beobachtet, wie einer mit einer Phantom dicht über hunderte Spaziergänger geflogen ist. Selbstverständlich fühlen sich die Leute durch solche Piloten dann gestört. Manch einer zeigt den Stinkefinger, wenn er beim Sonne tanken so umkreist wird. Das Problem ist, dass durch solche Aktionen Drohnen bereits ein schlechtes Image haben.

Bei Dreharbeiten auf der Maximiliansbrücke wurden wir mal von einer älteren Frau heftig beschimpft, nur weil sie unsere Drohne gesehen hat. Wir haben ihr erklärt, dass wir sie nicht filmen, aber das hat sie gar nicht interessiert. Der Verband leistet hier Aufklärungsarbeit bei allen Piloten und nimmt Einfluss auf die Entwicklung der Neuregulierungen der Luftverkehrsordnung, die gerade in der Regierung diskutiert wird.

3. Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?

Segeln! Ich habe ein Holzsegelboot mit einer Kajüte von 1954 restauriert, es liegt am Forggensee. Im Sommer segle ich, und jeden Winter muss ich viel schleifen und lackieren, um es in Schuss zu halten. Außerdem bin ich gerne in den Bergen unterwegs, sei es zum Ski- oder Snowboardfahren, zum Wandern oder Klettern. Und manchmal packe ich auch hier für mich eine kleine Drohne in den Rucksack ein und genieße das Bergpanorama aus einer noch spektakuläreren Perspektive.

Sie möchten sich als Filmschaffender der Branche vorstellen oder ein Ihr Gewerk in den Mittelpunkt stellen? Dann beantworten auch Sie unsere Drei Fragen in unserem Online-Formular.

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