Freier Kameramann aus München

Drei Fragen an Jo Binder (BVFK)

Heute stellen wir Ihnen den Münchener Kameramann Jo Binder vor, der auch im BVFK aktiv ist. Für unsere Ausgabe 6/2016 stellte er sich unseren 3 Fragen.

1. Was ist Dein Arbeitsschwerpunkt, welches sind Deine zuletzt gedrehten Projekte?

Ich arbeite freiberuflich im weitläufigen TV-Geschäft für öffentlich-rechtliche wie private Sender. Ich drehe regelmäßig für Magazin-Formate, News, Features sowie Reportagen, Dokumentationen und Live-Aufzeichnungen. Ein anderer Schwerpunkt meiner Kameraarbeit ist der Bereich Imagefilm, Werbung und Corporate-Video. Stark zunehmend sind derzeit Buchungen zum Thema Web-Content.

Beispiel: Vor kurzem habe ich ein Burda-Web-Projekt in Kooperation mit der Bahn realisiert. Drehort war ein voller ICE, in dem wir zusammen mit Matze Knop ein Comedy- Format realisiert haben. Dafür haben wir ein Zugfenster mit ND-Folie abgeklebt und den Host mittels Kopflicht und einem Akku-betriebenen LED-Panel aufgehellt. Dadurch konnten wir schnell und effektiv drehen, um den laufenden Bahnbetrieb nicht einzuschränken. Nur wenige Tage zuvor stand ich buchstäblich mit beiden Beinen in der Sch…:

Für die Sendung Galileo habe ich 16 Tage in Mexiko mehrere Beiträge gedreht. Eines dieser Themen war ein situativ gedrehter Bericht über einen Kanaltaucher. Dafür stand ich in einem Trockenanzug bis zum Bauch im Abwasser. Hitze, Gestank und wenig Bewegungsraum machten diesen Dreh  alles andere als leicht. Meine bevorzugte Technik ist mein eigenes FS7-Equipment, ich miete bei Bedarf auch andere Kameras und Equipment zu. Häufig drehe ich mit Kamerasystemen, die von der Produktion gestellt werden. Durch die immer rasantere technische Entwicklung von Kameras und Systemen, wie z. B. Gimbal, Drohne oder LiveU, bin ich gefordert, mich immer auf dem neuesten technischen Stand zu halten. Um mich zu informieren und weiterzubilden nehme ich regelmäßig an Workshops teil, verfolge Themen im Internet oder lese Film & TV Kameramann.

2. Bist Du in einem Verband aktiv?

Seit 2009 bin ich Mitglied im BVFK und besitze die Zertifizierung. Ich finde die Ziele des Verbandes wichtig. Dazu gehört es, die sozialen und beruflichen Interessen der Mitglieder zu vertreten, aber auch die Kollegialität und Solidarität untereinander zu fördern. Der Austausch mit den Kollegen bei den Treffen und das Angebot des BVFK bei Workshops finde ich toll. Leider gibt es noch viele Kollegen, die sich die Mitgliedschaft nicht leisten wollen oder können. Durch eine hohe Mitgliederzahl wird der Verband nicht nur gestärkt, sondern kann durch bessere finanzielle Möglichkeiten auch effektiver agieren. Super ist auch, dass der BVFK seinen Mitgliedern eine günstige und auf die Branche zugeschnittene Berufshaftpflicht- sowie eine Equipment-Versicherung anbietet, so dass sich alleine schon deshalb eine Mitgliedschaft lohnt.

3. Wofür schlägt Dein Herz außerhalb der Arbeit?

Für meine Frau natürlich. Es ist schon sehr schwer für den Partner, die oft sehr kurzfristigen und verrückten Drehzeiten sowie die lange Abwesenheit bei Auslandsdrehs mitzutragen. Da man sich als selbstständiger Kameramann an den drehfreien Tagen um die Buchhaltung, die Vor- und Nachbereitung, Equipmentkauf, -pflege und -reparatur kümmern muss, bleibt oft gar nicht mehr so viel Zeit für private und soziale Kontakte. Wenn ich die Gelegenheit habe, erhole ich mich gerne in der Natur. München bietet mit den Alpen und den Seen ein wunderbares Umfeld, um bei Wanderungen und Bergtouren den Akku neu aufzuladen. Auch das kulturelle Programm mit Museen, Ausstellungen und Kinos ist toll.

Sie arbeiten an der Kamera, am Tonmischpult, im Szenenbild oder einem anderen technischen Gewerk? Und Sie möchten auch unsere drei Fragen beantworten und sich der Branche vorstellen? Dann füllen Sie jetzt hier das Online Formular für unsere drei Fragen aus!

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