Kameramann und EB-Dienstleister aus Erfurt

Drei Fragen an Dietmar Heger

In der Ausgabe 6/2017 ging es für uns nach Erfurt zu Kameramann und EB Dienstleister Dietmar Heger. Er gründete 1992 die erste Produktionsfirma, mit der der KiKa produzierte. 

(Bild: Julian Reischl)

1. Was ist Ihr Arbeitsschwerpunkt?

Ich bin seit 1979 beim Fernsehen, habe in Ost-Berlin angefangen. Nach der Wende habe ich mich in Thüringen niedergelassen, ich bin seit 1992 selbständig. Wir waren die erste Produktionsfirma, die für den KiKa produziert hat. Wir hießen damals Bildpunkt, doch das gab nach ein paar Jahren einen Namensstreit, da es noch so eine Firma gab, die diese Marke ein paar Wochen früher eingetragen hatte, also haben wir uns geeinigt. Daraufhin nannten wir unsere Firma Bildpool. Wir sind vorrangig unterwegs im Bereich der EB-Dienstleistung, produzieren aber auch redaktionelle Beiträge für das Landesfenster sowie für Kundschaft mit Zahlungsmoral – das ist ja auch nicht unwichtig!

Leider geht zur Zeit das Geschäft mit der Vermietung von EB-Teams nicht mehr so – es ist schon ein Riesenproblem für fast alle Firmen in Thüringen.

Neuinvestitionen oder auch größere Reparaturen werden geschoben, beziehungsweise nicht mehr durchgeführt, weil die Kapitaldecke einfach zu dünn ist. Ich bin Jahrgang 1956, aber ich fühle mich gerade wie ein Jungunternehmer, der eine Existenz gründet und sich erst am Markt etablieren muss. Und das, obwohl ich schon seit 1991 am Markt bin. In München, wo das Foto entstanden ist, war ich, weil der MDR ein neues Format zum Thema Medienkompetenz macht. Da wurden freie Produktionsfirmen aufgefordert, Themen einzureichen, um circa fünf Minuten lange Beiträge zu produzieren. Da haben wir also ein Pilotprojekt gedreht und haben auch den Zuschlag erhalten. Wir dürfen jetzt erfreulicherweise mehr Geschichten anbieten. Weitere Firmen sind auch daraufhin angesprochen worden.

2. Sind Sie in einem Verband aktiv?

Nein, nicht mehr, ich habe gekündigt. Ich war im MFFV, dem mitteldeutschen Film- und Fernsehproduzentenverband. Den habe ich aber verlassen. Der Verband ist schon aktiv und auch wichtig für die Region, und ich war lange Jahre aktives Mitglied. Es gäbe noch die Produzentenallianz als bedeutsame Alternative, aber ich bin ja auch nicht mehr so lange am Start: In vier Jahren bin ich ja eigentlich im Ruhestand. Eigentlich!

Aber man weiß es natürlich nicht. Kann sein, dass ich in vier Jahren noch in der Thüringer Fernsehlandschaft unterwegs bin. Es kann aber auch sein, dass bei uns Januar nächsten Jahres Schluss ist, wenn wir im Rahmen dieser Ranking-Liste nicht mehr einen sogenannten Spitzenplatz haben, der uns für den MDR interessant macht. Dann war’s das, dann ist das Licht aus.

3. Wofür schlägt Ihr Herz außerhalb der Arbeit?

Neben der Arbeit? Da bleibt ehrlich gesagt, nicht viel Zeit übrig. Ich habe alle entlassen und bin so eingespannt, um den Workflow zu bewältigen, dass ich nur noch ab und zu für Badminton Zeit habe. Das spiele ich gerne. Ich fotografiere auch gern, aber dafür ist eigentlich schon keine Zeit mehr da. Sagen wir mal so: Ich habe hier meinen Traumberuf gefunden, und brenne nach wie vor dafür, nur – und hier geht es nicht nur mir so – fehlt es ein bisschen an Wertschätzung. Man greift gern auf uns zurück, wenn Not am Mann ist, aber wenn nicht, interessiert’s auch keinen. Das ist so ein bisschen die Crux dabei.

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