Tonmeisterin aus Hamburg

Drei Fragen an Claudia Mattai del Moro

Lernen Sie Ihre Kollegen kennen: Die Drei Fragen stellten für die Ausgabe 12/2017 der Tonmeisterin Claudia Mattai del Moro aus Hamburg.

1. Was ist dein Arbeitsschwerpunkt?

Mein Arbeitsschwerpunkt ist die Tonaufnahme am Set – Dokumentarfilm und Spielfilm. Beim Spielfilm bin ich innerhalb einer großen Spielfilmcrew für die O-Ton-Aufnahmen zuständig, da arbeite ich mit Angeln und verkabele die Schauspieler*innen.

Beim Spielfilmdreh ist alles relativ gut planbar: es ist klar, wann welche Szene wie gedreht wird, wie die Szene aufgelöst ist, es gibt von jeder Szene immer mehrere Takes. Ich kann auch sagen: “Nein! das hat nicht gepasst, da ist ein Flugzeug drauf, wir müssen den Take noch mal drehen!” Beim Film arbeite ich mit professionellen Schauspieler*innen und Schauspielern. Die schaffen bei jedem Take wieder den gleichen frischen Ausdruck.

Mein anderes Arbeitsumfeld ist der Dokumentarfilm, wo ich – alleine mit meinem Recorder an der Hüfte – selbst angle, da ist das Zusammenspiel von Kamera und Regie ganz anders. Wir sind ein kleines Team. Es wird nicht mit Festbrennweiten gedreht, sondern mit einem Zoom-Objektiv, das macht einen großen Unterschied: ich muss immer wissen, welcher Bildausschnitt gerade gedreht wird, was im Bild ist, um abzuschätzen, wie nahe kann ich ran, wie weit muss ich weg mit der Angel – es gibt ja keinen Objektivwechsel, sondern man ist da auf das Gespür und die Zusammenarbeit und so eine Art stumme Kommunikation angewiesen, damit die Angel nicht ins Bild kommt. Das funktioniert über Blicke und Erfahrung.

Und der wichtigste Unterschied zum Spielfilm: beim Dokumentarfilm gibt es kein zweites Mal. Da wird ja nicht inszeniert.

2. Bist du in einem Verband aktiv?

Ich bin Mitglied beim BVFT und beim VDT, und auch bei Pro Quote Regie. Ich bin bei den Tonmeisterverbänden eher passives Mitglied, aber bei Pro Quote Regie bin ich aktiv, soweit ich das schaffe neben dem Drehen. Mir liegt das wirklich am Herzen, den Frauenanteil am Set und in der Filmbranche zu erhöhen.

Generell die Gleichstellung und Sichtbarkeit aller Geschlechter. Deshalb steht oben auch Schauspieler*innen. Durch das *Sternchen/Asterisk werden alle Gender miteinbezogen und sichtbar gemacht. Am schönsten und oft einfachsten ist ja eine Umformulierung, das ist aber nicht immer möglich, schauspielende Personen wäre ja doch eine etwas merkwürdige Formulierung.

3. Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?

(lacht) Das schlägt auch da für den Ton. Ich mache Klanginstallationen, Videoinstallationen oder auch Auftragsarbeiten für andere Künstlerinnen und Künstler. Das sind dann meistens so Klanglandschaften, Soundscapes oder irgendwelche schrägen Kompositionen, die man vielleicht nicht als Musik bezeichnen kann – aber Kompositionen würde ich sie auf alle Fälle nennen.

Sie möchten sich als Filmschaffender der Branche vorstellen oder ein Ihr Gewerk in den Mittelpunkt stellen? Dann beantworten auch Sie unsere Drei Fragen in unserem Online-Formular.

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