Kameraassistentin aus Berlin

Drei Fragen an … Anna Schenk

In jeder Ausgabe stellen wir unsere “Drei Fragen” an Filmschaffende aus allen Gewerken. Im Heft 6.2020 erzählte uns Anna Schenk, Kameraassistentin aus Berlin, was ihr bei ihrer Arbeit besonders wichtig ist.

Foto: Caro Obitz

1. Was ist dein Arbeitsschwerpunkt?

Mein Arbeitsschwerpunkt ist die Arbeit als 1. Kameraassistentin. Ich bin hierbei nicht auf einen oder mehrere Bereiche festgelegt, dennoch hat sich im Laufe der Jahre natürlich ein Schwerpunkt herauskristallisiert. Ich mache auch mal einen kleinen Imagefilm oder eine Werbung, habe auch viele Studenten- und Kurzfilme geschärft, arbeite aber jetzt vor allem im Spielfilmbereich, der TV- und Kinoproduktionen sowie mittlerweile auch Serien für Streaming-Plattformen beinhaltet. Zu den jeweiligen Projekten komme ich meist über die Kameraleute.

Am meisten Spaß bringt es mir, am Set zu sein, natürlich wenn die Bedingungen gut sind, das Team Freude an der Umsetzung des Stoffes hat und man zusammen professionell und produktiv ist und dadurch Zeit für Inszenierungen und Kreativität schafft. Meine Tätigkeit hat natürlich in gewisser Weise auch etwas sehr Technisches: ob nun die Funktionen der Kamera, Möglichkeiten, sie zu bewegen, die Parameter der unterschiedlichen Optiken. Mir ist es wichtig und mir macht es Spaß, darüber Bescheid zu wissen und sich auf Neues einzulassen. Man kann dann Basteln, Ausprobieren und manchmal Tolles, Neues, Witziges schaffen.

Dennoch ist die Priorität am Set natürlich, dass alles funktioniert – und wenn möglich schnell und / oder zumindest im richtigen Augenblick. Meiner Meinung nach hat es etwas Magisches, Anziehendes und auch Respektvolles, wenn man eine Einstellung dreht und sich alle genau in diesem Moment aufs Höchste konzentrieren. Wenn ich mich auf das Zusammenspiel der Darsteller mit der Kamera einlassen kann und weiß beziehungsweise eher spüre, was die Kamera macht und ich dann mit einer Mischung aus Intuition, Technik und Konzentration dazu beitragen kann, dass vielleicht genau dieser Take gut und dann auch noch scharf war, dann ist das ein großartiges Gefühl. Manchmal bin ich natürlich auch stolz, wenn ein Film läuft, weil ich die B-Kamera geschwenkt habe und fast alle Einstellungen im Film gelandet sind. Das ermutigt mich, weiter zu machen und wenn möglich noch mehr als Kamera-Operatorin und auch Drohnen-Operatorin zu arbeiten. Beides setze ich bald in meinem ersten 90- Minüter ein, den ich als Kamerafrau drehe. Das ist zwar ein No-Budget-Projekt – aber so ergibt es sich dann vielleicht recht bald, dass sich mein Arbeitsschwerpunkt etwas verschiebt!

2. Bist du in einem Verband aktiv?

Ich bin Mitglied im BVK. Allerdings bin ich im Verband nicht wirklich aktiv. Bisher ist das leider immer noch ein guter Vorsatz zum neuen Jahr geblieben. Ich habe die Arbeit des Verbandes jedoch schon oft in Anspruch genommen und mir wurde immer sehr gut in Form von ausführlichen Mails oder Telefonaten geholfen. Manchmal braucht man ja nur eine gute Argumentation, die einem selbst gerade nicht einfällt oder man schon so sehr im Thema ist, dass man engstirnig wird und die Gelassenheit und Objektivität verloren geht, die es manchmal braucht, um vielleicht doch zu einer Einigung oder einer guten Lösung zu kommen. Ich unterstütze auch Kollegen und Kolleginnen, die Mitglied im BVK werden wollen und rate ihnen auch dazu. Ein Aspekt ist, dass ich selbst die Arbeit des Verbandes sehr schätze, ein anderer ist der, dass ich versuche, am Set und speziell in meiner Abteilung dafür zu sorgen, dass alle respektvoll behandelt und auch gerecht bezahlt werden. Ich sehe es auch als Teil meiner Arbeit – zumindest, wenn ich als 1st AC der A-Kamera arbeite, für meine Abteilung eine Art Abteilungsleiterin zu sein und nicht nur in technischen Belangen zur Verfügung zu stehen. Da mir das aber nicht immer gelingen kann, ist es immer hilfreich, einen Verband im Rücken zu haben an den entweder ich mich oder sich eben auch meine Kollegen und Kolleginnen mit ihren Fragen wenden können.

3. Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?

Wenn ich nicht arbeite, dann verbringe ich am liebsten Zeit mit meiner Partnerin, der Familie und Freunden. Die meisten Dinge, an denen ich Freude habe, können wir zusammen erleben: gutes Essen zubereiten, bunte Torten backen, kleine Feste veranstalten, draußen und drinnen spielen und Sport machen, an den Fahrrädern schrauben und Ausflüge unternehmen.

Außerdem liebe ich, selbst Kräuter und Gemüse heranzu- züchten, ich repariere und renoviere gerne Möbel, richte gerne mein Zuhause ein, bastle an meinem VW-Bus, wage mich an die Nähmaschine und neuerdings versuche ich auch, Klavier spielen zu lernen. Wenn es ruhiger zugehen soll und darf, dann habe ich eigentlich immer ein Buch zur Hand und lese, egal ob zu Hause, in der U-Bahn oder im Urlaub am Strand. [12613]

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