Kameraassistent aus Köln

Drei Fragen an … Caspar Müllers

In unserer Rubrik “Drei Fragen” stellen wir in jedem Heft eine Filmschaffende mit ihrem Arbeitsschwerpunkt, beruflichem Engagement und ihrer Freizeit vor. In unserer Ausgabe 10.2020  stellte sich Kamerassistent Carpar Müllers unseren Leserinnen und Lesern vor.

 (Bild: Noa Ortiz)

1. Was ist dein Arbeitsschwerpunkt?

Ich arbeite nun seit einigen Jahren als 1. Kameraassistent. Das ist für mich mein absoluter Traumberuf und ich wusste schon früh, dass es genau das ist, was ich machen möchte. Ich wollte ans Set, möglichst nah an die Kamera und an den Entstehungsprozess der Bilder. Ich arbeite hauptsächlich für TV-Filme und Serien, mache aber auch von Zeit zu Zeit kleine Imagefilme sowie Kino- und Doku- mentarfilme.
Bei dem Arbeiten an Spielfilmen gefällt mir besonders gut, dass sie mit großem Aufwand produziert werden und dass im Zusammenspiel von Regie, Kamera und Szenen- bild ein visuelles Konzept erarbeitet und umgesetzt wird, um der Geschichte einen Rahmen zu geben, in der sie möglichst authentisch und plausibel erzählt werden kann. Es fasziniert mich jedesmal, dass jedes Gewerk seinen Teil dazu beiträgt und sich jeder im entscheidenden Moment auf seine Aufgabe konzentriert und letztlich aus vielen Arbeitsschritten am Ende ein fertiger Film entsteht.
Ein wichtiger Aspekt meiner Arbeit ist natürlich die Technik, das Konfigurieren der Kamera für die unterschiedlichen Setups und das Organisieren vor Ort. Am Set selbst sollte alles reibungslos funktionieren. Falls Störungen auftreten, müssen möglichst schnell Lösungen gefunden werden, sie zu beheben oder man muss gegebenenfalls Alternativen finden.
Hinzu kommt, dass auch unsere Branche dem stetigen technologischen Fortschritt unterliegt und ständig um Möglichkeiten und Facetten erweitert wird. Deswegen ist es wichtig, sich mit Freude auf Neuerungen einzustellen und den Umgang damit selbstständig zu erarbeiten. Neben der Technik besteht ein Großteil meiner Arbeit im Schärfeziehen: das permanente Korrigieren der Schärfenebene am Objektiv. Das ist ein Aspekt meiner Arbeit, der mir viel Spaß macht. Ich finde Szenen besonders reizvoll und fordernd, die nicht komplett planbar sind oder nicht geprobt werden können. Ich mag es, mich auf das Spiel und die Bewegungen der Darsteller einzulassen und ihnen mit der Schärfe zu folgen. Gerade Dokumentarfilme bieten da eine besondere Herausforderung.

2. Bist du in einem Verband aktiv?

Ich bin seit letztem Jahr Mitglied des BVK und plane die nächste Jahreshauptversammlung fest ein. Ich freue mich auf einen persönlichen Blick in die Verbandsarbeit, die Möglichkeit der Mitgestaltung und auf einen regen Austausch mit den Kollegen. Ich bin dem Verband beigetreten, um unsere Interessen zu schützen. Ich weiß um unsere Arbeitsbedingungen und schätze daher die Arbeit der Verbände sehr, außerdem ist es gut zu wissen, dass es jemanden gibt, der uns mit Rat und Tat zur Seite steht. Abgesehen davon vernetze ich mich mit Kolleginnen und Kollegen und versuche, möglichst offen und transparent über Gagen und Arbeitsbedingungen zu sprechen.

3. Wofür schlägt dein Herz außerhalb der Arbeit?

Da der Beruf, wie wohl bei allen Filmschaffenden, einen sehr großen Raum in meinem Leben einnimmt, bin ich in der drehfreien Zeit für meine Familie und meine Freunde da. Bei all der Zeit am Set bin ich nach wie vor ein großer Filmfan und liebe es, neue und alte Filme zu schauen und mich darüber auszutauschen. Ich gehe gern ins Kino und versuche, über aktuelle Produktionen und neue Filme auch im Hinblick auf technische Weiterentwicklungen und Trends auf dem Laufenden zu bleiben. So sehr ich die intensive Arbeit am Set schätze, genieße ich auch die drehfreie Zeit, in der ich viele Reisen unternehme, vor allem in landschaftlich reizvolle Gegenden. Die Ruhe und den Ausgleich suche ich in möglichst abgelegener und schroffer Natur. Diese wertvollen Momente begleite ich gerne mit meiner Fotokamera. Sonst treibe ich gerne Sport, auch um der einseitigen körperlichen Belastung entgegen zu wirken, koche aufwendige Rezepte oder restauriere mit Liebe alte Möbel, die wir zum Beispiel aus unserem Frankreichurlaub mitgebracht haben. [13393]

Sie arbeiten an der Kamera, am Tonmischpult, im Szenenbild oder einem anderen technischen Gewerk? Dann beantworten Sie doch auch unsere drei Fragen und stellen sich der Branche vor!

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