Travemünder Woche: Cineflight bei Segel-Bundesliga

Zu Land, zu Wasser, in der Luft: Am Testtag (1/3)

Bewegtbild schön und gut. Die Vibrationen eines Hubschraubers, den Wellengang eines Boots möchte aber keiner auf dem Material. Der norddeutsche Flugaufnahmen-Anbieter Cineflight hält genau diese fern und macht dazu noch schöne Bilder. Seit dem Frühjahr haben die Piloten ein Boot im Einsatz. Auf der Travemünder Woche trafen Cineboat und Segel-Bundesliga erstmals aufeinander. Hier der Erste Teil unseres Berichts aus der Ausgabe 10/2016.

Mit dem neuen Cineflex-Stabilisierungssystem wurde bei der Travemünder Woche die Segel-Bundesliga aufgezeichnet.
Foto: Timo Landsiedel
Mit dem neuen Cineflex-Stabilisierungssystem wurde bei der Travemünder Woche die Segel-Bundesliga aufgezeichnet.

Es ist Freitag, der 22. Juli 2016. An der Uferpromenade in Travemünde flanieren Einheimische und Touristen zwischen Buden und Verkaufsständen. Es ist kurz nach 14 Uhr. Das Thermometer zeigt 26,8 Grad, der Himmel ist wolkenlos. Vereinzelt bellen überdimensionierte Lautsprecherboxen grellen Mainstreamhouse in die Welt. Die NDR-Bühne spielt zweimal pro Stunde Bruno Mars. Windstärke zwischen Null und 2, bei 1015.9 Hectopascal und 53 Prozent relativer Luftfeuchte.

An anderen Tagen herrscht hier große Helly-Hansen-Jacken-Dichte. Heute sieht man viele Polohemden von Camp David. Im Hafen liegen dutzende Wasserfahrzeuge, von der kleinen Jolle über das hölzerne Segelschiff bis zu teuren Motoryachten. Ein Boot zieht die Blicke der Besucher der Travemünder Woche besonders an. Das Axopar 28 ist eher unscheinbar, mit schwarzem Rumpf und verglaster Kabine könnte es auch einem der Touristen gehören. Doch am Heck, knapp einen Meter über dem Motor, hängt eine große, schwarzglänzende Kugel.

In ihr ruht die Sony HDC-1500 im hochkomplexen Cineflex-Stabilisierungssystem. Kameramann Dieter Goerke reinigt ein letztes Mal die Glasscheibe vor dem Objektiv von Spritzwasser. Skipper und Cineflight-Inhaber Patrick Nüske wirft den Motor des Boots an. Sie starten gemeinsam mit Drohnenpilot Jan Evers zu einem Test ihres Equipments. Denn am Tag darauf muss alles auf den Punkt funktionieren. Schließlich verfolgen sie ab morgen die Boote bei der Segel-Bundesliga.

Das Axopar 28 mit Cineflex-System in der Travemünder Bucht.
Foto: Timo Landsiedel
Das Axopar 28 mit Cineflex-System in der Travemünder Bucht.

AIRBUS HELIKOPTER AS355

Patrick Nüske gründete Cineflight 2010 zusammen mit Christoph von Graevemeyer. Mit dem Fliegen hat er 1989 angefangen. Nach der Privatpilotenlizenz folgten schnell Berufspilotenlizenz und Verkehrsflugzeugführerlizenz. Er flog Privatjets, unter anderem für große Verlage. Schließlich stieg er auf den Hubschrauber um, auch hier folgte die Berufspilotenlizenz. Bei der Gründung von Cineflight setzte der Pilot von Anfang an auf ein gesamtheitliches Konzept.

„Wir haben alles inhouse“, sagt Nüske. Damit meint er nicht nur die Fahrzeuge, Kameras und Optiken. Vor allem das Personal ist fest angestellt. „Die sind das ganze Jahr über da, keine befristeten Verträge.“ Für Nüske ist das im Dienst des Auftraggebers. „Der muss nicht sehen, woher er die Kamera kriegt, welcher Operator das kann, woher der Pilot kommt und ob die alle Zeit haben. Insbesondere bei Produktionsverschiebungen ein großer Vorteil für den Kunden, da es nur einen Ansprechpartner gibt.“

Drohne mit Nokia Ozo-System
Foto: Cineflight GmbH
Neu im Fuhrpark: Drohne mit Nokia Ozo-System

Mit dem Hubschrauberflug fing es an. Das erste und wichtigste Stück im Fuhrpark von Cineflight ist der Airbus Helikopter AS355. Der Hubschraubertyp vereint vieles, was im Filmbereich wichtig ist. Er hat die Leistungsklasse 1 und Kategorie A. Das heißt, es ist möglich mit ihm beispielsweise Genehmigungen für Tiefflug, Nachtflug und innerstädtische Landungen zu bekommen. „Das ist das Modell, was in Hollywoodfilmen am häufigsten verwendet wird“, so Nüske.

Das Fluggerät ist nicht groß gebrandet, wie viele andere Flugfirmen es machen, sondern unischwarz. So kann es universal auch als Spielfahrzeug eingesetzt werden, wie im Schweiger-Tatort als Gangster-Flieger. Der 355 ist das am häufigsten eingesetzte Fahrzeug von Cineflight. Mit ihm machen die Filmflieger hauptsächlich Werbung, Dokumentationen und Spielfilm. Ein spezieller Anhänger erlaubt den Schleswig-Holsteinern, deren Firmensitz in Heist bei Hamburg ist, den ökonomischen Einsatz des Helikopters in ganz Europa.

Morgen gibt es dann den zweiten Teil des Berichts aus dem Film & TV Kameramann 10/2016.

Neben Boot, Hubschrauber, Drohne und Fahrzeug haben Cineflight auch ein Railsystem im Einsatz, das vor allem bei Sport-Übertragungen dabei ist. Für die nächsten Sportevents sind auch hochprofessionelle 360 Grad/VR-Einsätze per Drohne und Helikopter mit dem neuen Nokia Ozo-System geplant, inklusive Live-Stream.
Homepage Cineflight: www.cineflight.tv

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