Klein aber fein

Stativgewinde-Schrauben: Es lebe das Drumherum

Es ist der kleinste Teil der Ausrüstung und es hängt die ganze Kamera daran. An diesen Schrauben sind schon Generationen von Kameraleuten verzweifelt, denn Stativgewindeschrauben sind Zollschrauben und nicht so einfach in jedem Schraubenladen zu bekommen.

Stativgewindeschrauben
Hans-Albrecht Lusznat
Verschiedene ¼“- und 3/8“-Schrauben, Adapter und Zubehörschuhe, links in der ersten Reihe die üblichen Schrauben zur Befestigung von Stativ-Schnellverschlussplatten

Es gibt zwei Größen mit ¼” (ca. 6,3mm) und 3/8″ (ca. 9,5mm) Durchmesser, genormt nach DIN 4503/ISO 1222. Es gibt auch Adaptergewinde, die eine 3/8″-Bohrung in eine kleinere ¼”-Bohrung verwandeln. Die Steigung des Gewindes wird mit Gängen pro Inch (TPI) angegeben und taucht meist hinter dem Durchmesser mit einem Bindestrich auf: ¼”- 20 oder 3/8″-16 (siehe Tabelle unten). Der Flankenwinkel beträgt bei beiden Gewinden 60°.

Schrauben mit ¼”- und 3/8″-Gewinde zur Befestigung von Stativ-Schnellverschlussplatten haben in der Regel einen Kopfdurchmesser von 14mm. Aber auch da gehen verschiedene Hersteller eigene Wege. Schrauben bauen beim Anziehen eine Klemmkraft bzw. Spannung auf und dehnen sich dabei wie eine Feder. Die Schraubverbindung ist nicht unbedingt von Dauer. Vor allem Vibrationen können sie lockern. Das hängt unter anderem von der Passgenauigkeit ab, vom Spiel im Gewindegang und von den Materialien.

US Norm für Gewinde

Für die Kameraarbeit bedeutet es, dass sich Handgriffe und Stativplatten schon nach kurzer Arbeit mit der Handkamera lockern können, aufgeschraubte Mikrofone sich verdrehen und Funkempfänger im Zubehörschuh wackeln. Man sollte entsprechendes Werkzeug mitführen, damit ein Drehtag nicht vorzeitig wegen lockerer Schrauben zu Ende geht. Wer dauerhaftere Schraubverbindungen wünscht, kann diese mit entsprechenden Klebstoffen gegen Lösung und Korrosion schützen.

 

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