Mehr Umfang für alle

Das sagt Graeme Nattress von RED zum Release von IPP2

Seit dem Launch der neuen Kamerareihe mit Helium-Sensoren wurde ein Update von REDs Farbraum heiß erwartet. Wir sprachen in unserer Ausgabe 4/2017 mit RED-Problemöser Graeme Nattress und erfuhren ein paar Details zum neuen IPP2-Farbraum.

Foto: RED Digital Cinema

RED Digital Cinema hat IPP2 entwickelt. Die Software besteht aus einer Reihe von Verbesserungen für die Image Processing Pipeline von RED Kameras, Firmwares und Softwares und bietet bereits viele Vorteile für die bevorstehende HDR-Welle in der Industrie. Welche spezifischen Farbraum-Probleme habt ihr mit IPP2 verbessert?

Graeme Nattress: IPP2 verfügt über Gamut Mapping Algorithmen, die das Clippen der Farben verhindern, wenn diese auf einen kleineren Farbraum herunter gerechnet werden, wie Rec. 709 oder P3.

Wird so also IPP2 auch für ältere Modelle, wie dieRED One oder die Epic verfügbar sein? Und wenn ja, kann das die Performance des MX Sensors noch dramatisch verbessern?

Graeme Nattress: In der Kamera selbst wird IPP2 nur in den Geräten mit Helium-Sensor verfügbar sein. Jedoch ist IPP2 mit allen Redcode-RAW-Dateien (R3D) kompatibel, die je auf einer REDKamera gedreht wurden. Das heißt, der Farbraum kann die Performance der Bilder aus den Sensoren der Mysterium, Mysterium-X und Dragon verbessern. Zudem hat IPP2 einen neuen Debayering-Algorithmus, der sogar die Schärfe von bereits gedrehtem Material verbessern kann.

Es ist also möglich, IPP2 auf „ältere“ Clips anzuwenden und noch was aus dem Material herauszuholen?

Graeme Nattress: Absolut! Wir haben IPP2 auf altem und neuem Material getestet. Bis ganz zurück zur originalen RED One.

Mit welchen gängigen Farbräumen wird IPP2 kompatibel sein?

Graeme Nattress: Die Kompatibilität von IPP2 erstreckt sich auf alle Standard-Farbräume der Industrie, inklusive Rec. 709, P3 oder Rec. 2020.

Dürfen wir mit IPP2 eine bessere Performance bei Standard-ISO-Werten erwarten?

Graeme Nattress: Die Verbesserungen in der R3D-Dekodierung im Software Development Kit oder REDCINE-X ermöglichen eine Erweiterung der Highlights im Kontrastumfang sowie Vorteile im Highlight-Roll-Off. Das gilt für alle Sensoren.

Ist in IPP2 eine volle HDR-Unterstützung angelegt?

Graeme Nattress: Ja, IPP2 unterstützt SMPTE 2084 für die Ausgabe von HDRSignalen. Bei der Aufnahme mit in der Kamera installiertem IPP2 ist die parallele Ausgabe eines SDR-Signals für den Vorschaumonitor und eines SMPTE 2084-Signals über HDMI oder HD-SDI auf den HDR-Monitor möglich.

Kannst du die Veränderungen im Grading-Workflow eines Standard-IPP2-Presets (Rec. 709) beschreiben? Wo zeigen sich die neuen Möglichkeiten? Was hat sich verändert?

Graeme Nattress: Mit IPP2 stellt sich die Image Processing Pipeline für uns in drei Stufen dar:
Erstens, Primäre RAW-Entwicklung: Auf dieser Stufe wird das RAW-Bild aus der Kamera in REDWideGamutRGB (RWG) konvertiert, und zwar mit Log3G10-Kodierung.
Zweitens, Grading: Die Color Decision List des ASC ist die Basis der Grading-Stage, dabei wird vom ersten Moment an direkt mit dem Log-Image gearbeitet. Die CDL zu nutzen, um das Kreieren von einmaligen Looks zu ermöglichen, ist die Grundlage für einen Custom 3D-LUT Kubus.
Drittens, Output-Transform: Das RWG/Log3G10-Bild wird in den vom Benutzer gewählten Output-Farbraum mit Gamut-Mapping konvertiert, um das Clipping jenseits der Gamut-Farben zu vermeiden. Das Bild kann für herkömmlichen Gamma-Output auf einen SDR-Monitor kodiert werden oder auf SMPTE 2084 für HDR-Monitore formatiert werden.

 

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