Ulrich Mors war für uns beim Canon C200 Launch in Krefeld

Das kann die Canon EOS C200

Ende Mai kündigte Canon mit der EOS C200 seine neueste Kamera der Cinema EOS-Serie an (Wir berichteten). Nun war unser Redakteur Ulrich Mors beim Launchevent in Krefeld bei Canon Deutschland mit dabei und durfte einen exklusiven Blick auf das neue Gerät werfen – und berichtet exklusiv.

Uli mit C200 draussen C200 mit Motorzoom CN-E 18-80
Foto: Ulrich Mors
Uli mit C200 draussen C200 mit Motorzoom CN-E 18-80

Mit Launch-Events von japanischen Firmen kenne ich mich aus. Umso neugieriger war ich auf dieses: Die Vorstellung der neuen Canon C200 bei Canon in Deutschland. In Krefeld bekam ich sogar eine persönliche Einführung durch die beiden Produktspezialisten Yuji Tanaka und Satoko Yokoi.

Ich war positiv überrascht, dass nicht nur die neue C200 vorgestellt wurde, sondern diese neue Kamera im Line-Up mit bisherigen aktuellen Modellen gezeigt wurde. So war der Vergleich zwischen C200, C300 MK2 oder C700 sehr einfach möglich – und ein echtes Hands-on auch. Neben den Kameras gab es eine Auswahl an verschiedenen Foto- und Kinoobjektiven zum Ausprobieren.

C200 – C700 Sensor in kleiner Bauform?

Laut Canon arbeitet in der C200 der C700-Sensor! Das verspricht schon mal einiges. Die Empfindlichkeit gibt Canon mit ISO 800 an, die bei Bedarf auf ISO 100 gesenkt werden kann. Anwender, die gerne T1.5 bei Sommersonne drehen möchten, freuen sich über zwei (!) ND-Filterräder, die geschickt bestückt sind, um bis zu 10 (zehn!) Lichtstufen absenken zu können (2/4/6/8/10), C-typisch elektrisch einschwenkbar per + / – Taste.

Canon weist aber darauf hin, dass 8 und 10 als „erweiterter“ ND -Bereich ausgelegt sind und das Auflagemass leicht verändern – eben weil dann zwei Gläser statt einem vor dem Sensor sitzen und den Strahlenverlauf dadurch mehr beeinflussen. Auf die Kritik eines Berliner Verleihers reagierte Canon mit dem Hinweis, dass genau aus diesem Grund die „Erweiterung“ im Menü proaktiv eingeschaltet werden muss und die C200 von den meisten Usern wahrscheinlich mit Autofokus/Tracking oder Fokus Assist betrieben wird. Das finde ich in Ordnung so.

Auf den ersten Blick ähnelt die C200 ihren Geschwistern sehr. Sie ist ein Stück länger als die C100 und liegt mit 1,4 Kilo gut in der Hand. Dabei hat Canon sehr viel Energie in die Entwicklung von Details gesteckt. So lässt sich das Display an einer gerasterten Schiene am Kameragriff befestigen oder auch direkt am Body, wenn der Griff abgenommen wird. Der seitliche Handgriff ist drehbar/abnehmbar und nochmal näher am Schwerpunkt montiert als bisher.

C200 von vorne Vertrauter EF-Mount, aber mit 2 ND-Filterrädern für bis zu 10 Lichtstufen, das entspricht 1/1024 bzw. ND Dichte 3.0
Foto: Ulrich Mors
C200 von vorne Vertrauter EF-Mount, aber mit 2 ND-Filterrädern für bis zu 10 Lichtstufen, das entspricht 1/1024 bzw. ND Dichte 3.0

Die XLR-Eingänge befinden sich jetzt auf dem Body selbst, sind also auch noch zugänglich, wenn die Kamera nur auf das Gehäuse reduziert wird. Canon betonte, dass sämtliches übliche Zubehör bereits mitgeliefert wird – zum Drehen fehlt dann eigentlich nur noch eine Speicherkarte.

Auch die C200 ist übersäht mit Funktionstasten, wichtige Funktionen wie der gelungene Waveform (Y, RGB, YPbPr) sind damit immer direkt erreichbar. Sehr gut gefällt mir, dass man von insgesamt drei Stellen aus die Kameramenüs und -funktionen steuern kann: Es gibt jeweils einen Joystick mit Menütaster am Display, am Body UND am abnehmbaren Seitengriff. Egal wie man die Kamera konfiguriert oder umbaut: Irgendwo ist sie immer noch bedienbar.

Dem Display kommt neben dem hinteren Sucher ab sofort eine noch zentralere Rolle zu, denn sowohl Fokuspunkte als auch verschiedene Trackingfenster (z.B. mehrere Gesichter) lassen sich einfach per Finger antippen und auswählen. Gut also, dass sich das Display flexibel montieren lässt. Das an beiden Seiten abnehmbare Kabel gibt es in verschiedenen Längen, so ist auch der Gimbal-Einsatz einfacher möglich.

Wandert man weiter um das Gehäuse herum, stößt man auf die Kartenschächte. Einmal CFast, zweimal SD. Und die haben es in sich. Fangen wir „klein“ an: Die C200 nimmt werksseitig auf den SD-Slots HD oder 4K UHD mit jeweils maximal 60p auf. Kinoframeraten sind als 23.98 oder als echte 24p möglich. Zeitlupe in HD beherrscht sie auch, allerdings festgelegt auf 100fps bei 50Hz Systemfrequenz (25p, 50p) und 120fps bei 60Hz (24p, 30p, 60p). Zwischenwerte gibt es zur Zeit nicht, alternativ aber Intervallrecording. Die SD-Karten können versetzt (relay) oder gleichzeitig aufnehmen, allerdings keine verschiedenen Formate gleichzeitig.

Der Aufnahmecodec ist ein h.264 Signal im MP4 mit 4:2:0 8 Bit und LongGOP mit maximal 150 Mbit/s (UHD). 4:2:0 8 Bit gilt dabei für alle Formate. HD wird also ebenfalls nur als LongGOP 4:2:0 8 Bit aufgezeichnet (35 Mbit/s). Über den SDI kann das Signal auch höherwertiger abgegriffen werden, UHD über den HDMI ist jedoch ebenfalls laut Produktmanager auf 8 Bit beschränkt. Eine externe Aufzeichnung macht also nur eingeschränkt Sinn.

Cinema RAW light

Wer ein deutlich höherwertiges Signal aufzeichnen will, wechselt auf den CFast Slot, denn hier schickt die C200 sogar ein RAW-Videosignal hin. Das Signal kommt vom Sensor der C700. Es bleibt also wie gehabt beim S35 Sensor in 4K DCI Auflösung mit rund 9 effektiven Megapixeln. Auf der CFast Karte landet dann ein 4K DCI RAW Signal mit bis zu 60p, das Canon „Cinema RAW light“ nennt und nach und nach in Schnitt- und Gradingprogrammen etablieren will.

Erfahren Sie in Ausgabe 9/2017 mehr von Ulrich Mors’ Erfahrung im Grading des 4K-RAW-Materials und von seinem Gespräch mit Colorgrader Rainer Bültert.

Ein Kommentar zu “Das kann die Canon EOS C200”
  1. Mir fehler die Worte – eine Kamera die Raw beherrscht und in den Basics ein besserees iphone ist. Sorry in 2017 ein Farbsampling von 4:2:0 in 8 bit mit einem schlechten veralteten Codes. Ein Witz – und das für den Preis ein noch größerer Witz. Wer kauft denn so ein Gerät? Dem Himmel sei Dank gibt es Blackmagic!

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