„Der Fall Barschel“ am 6.2.2016 um 20:15 Uhr in der ARD

Drei Fragen an … Benedict Neuenfels

Foto: Andreas Erben/Gisela Films
Foto: Andreas Erben/Gisela Films

Interview: Bernd Jetschin

Ex-Ministerpräsident Uwe Barschel, tot in der Badewanne eines Genfer Luxushotels. Kaum ein Bild hat sich derart ins kollektive Gedächtnis der Republik eingeprägt. Visuell ließ Kameramann Benedict Neuenfels (BVK) jetzt diesen Politskandal zusammen mit Regisseur Kilian Riedhof im rund dreistündigen Thriller „Der Fall Barschel“ noch mal aufleben. Beide vorher bereits den TV-Film „Homevideo“ gedreht, der mit dem Grimmepreis ausgezeichnet wurde. Heute Abend läuft „Der Fall Barschel“ in der ARD. Bernd Jetschin sprach mit dem Kameramann über die Entstehung des visuellen Konzepts. Im Interview erläutert er, dass es bei der szenischen Gestaltung nicht nur einen Schlüssel gab, um den Zuschauer ins Reich dunkler Verschwörungen zu führen.

Der Fall Barschel ist bis heute nicht vollends aufgeklärt und bleibt rätselhaft. Was hat Sie an diesem Stoff gereizt?

Wie heißt es so schön: Ich bin ein politisches Kind dieser Zeit. Das Badewannenbild des toten Barschels hat mich damals tief verstört, die finalen Umstände sind immer noch ungelöst und der deutsche Waffenhandel lebt und gedeiht. Das sollte erstmal Ansporn genug sein. Darüber hinaus bin ich ein großer Fan der „Verschwörungsfilme“ der 1970er und 1980er von Alan J. Pakula, John Frankenheimer und Henri Verneuil, die sind schlichtweg fesselnd.

Der Zuschauer erlebt das Geschehen perspektivisch aus der Sicht der Reporter.

Das ist der Kern des Filmes: das Recherchieren und Kombinieren der Journalisten, da soll der Zuschauer „mittun“ und Stellung beziehen, Partei ergreifen, sich mitfreuen, leiden, Spaß an den Recherchen und Aufdeckungen haben, es soll packend und konspirativ sein. Montagen wechseln sich ab, Vorgänge werden gerafft und pointiert. Die szenische Dynamik spielt hierbei eine entscheidende Rolle – ein Ping Pong von Meinungen, Haltungen und Vermutungen. Hierzu kommen die reinen Informationen, die der Zuschauer benötigt, um dem Fall Barschel folgen zu können. Welche und wie viele Informationen bildlich, tonlich, schnitttechnisch eingesetzt werden, gestaltete sich sehr kompliziert. Denn es musste viel zeitgeschichtliche Information filmisch „verpackt“ werden.

Dem Zuschauer geht es wie dem Reporter im Film, je tiefer er hinein gerät, desto mehr Verunsicherung erfährt er. Was heißt das für die Bilder?

Das ist die Kür und der größte Spaß und Herausforderung zugleich: das „ Mistracking“ – den Betrachter auf falsche Fährten locken, mit der Wahrnehmung des Gesehenen spielen. Falschinformationen streuen, um so im Verlauf der Geschichte eine grundsätzliche Verunsicherung in den Bildern zu erzeugen, eine Art von bedrohlicher Schwingung vielleicht.

Was, das war’s? Nein, das war’s noch nicht! Das vollständige Interview lesen Sie ab dem 20. Februar 2016 im Film&TV Kameramann. Und “Der Fal Barschel” läuft am 6.2. um 20:15 Uhr in der ARD.

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