Hoffnungsschimmer – das ist der Name einer Auszeichnung, die die Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hat. Worum geht es? Auch (oder vielleicht gerade) in der Film- und Fernsehbranche geraten ethische Grundsätze im Umgang von Arbeitgebern mit ihren Beschäftigten immer mehr ins Hintertreffen, so die Erfahrung vieler in den vergangenen Jahren. Umsatz und Gewinn stehen meist soweit im Vordergrund, dass die Motivation und Zufriedenheit der Beschäftigten unter den Tisch fallen, immer häufiger ist inzwischen sogar deren Gesundheit bedroht.
Doch erfreulicherweise gibt es noch Produktionen, die sich in wohltuender Weise von dieser allgemeinen Tendenz distanzieren. »Um diese hervorzuheben und ein positives Zeichen zu setzen, haben wir den Hoffnungsschimmer ins Leben gerufen«, resümiert Hans Schlosser, geschäftsführender Vorstand der Bundesvereinigung »Die Filmschaffenden«. Da hofft und wünscht man natürlich, dass der Hoffnungsschimmer schon bald zu einem Leuchten wird!
Im Februar 2011 wurde der Award zum ersten Mal verliehen und zwar an den Spielfilm GOETHE. Dieses Jahr waren nun erneut 22.000 Filmschaffende aufgerufen, die fairste Film- oder Fernsehproduktion, bei der sie mitgewirkt haben, zu bewerten. Rund 1.400 Filmschaffende beteiligten sich an dieser Aktion und wählten aus 668 Filmen ihre fairste Produktion aus. Die fünf Spitzenreiter und damit nominiert für den Preis waren:
BARBARA von der Filmproduktion Schramm Film, Koerner & Weber, Berlin;
DER PERFKTE MANN von der UFA Cinema GmbH, Potsdam;
DIE VIERTE MACHT ebenfalls von der UFA Cinema GmbH, Potsdam;
KEEP THE FIRE BURNING von der Little Shark Entertainment GmbH, Köln;
MANDY WILL ANS MEER von der Granada Produktion für Film und Fernsehen GmbH, Köln.
Aus diesen fünf nominierten Filmen wurde durch eine E-Mail Befragung aller Team-Mitglieder der Gewinner ermittelt. Und das ist mit einer Durchschnittsnote von 1,0 BARBARA. Der Preis geht damit an Florian Koerner von Gustorf und Michael Weber von Schramm Film und wird während des Empfangs der Filmschaffenden auf der Berlinale am 11. Februar überreicht.
BARBARA läuft auf der Berlinale im Wettbewerb und startet am 8. März in Deutschland im Kino.
Buch & Regie: Christian Petzold // Bild: Hans Fromm, BVK // Montage: Bettina Böhler, BFS // Szenenbild: K.D. Gruber // Kostümbild: Anette Guther // Maskenbild: Barbara Kreuzer, Alexandra Lebedynski // Steadicam: Matthias Biber // Kameraassistenz: Florian Trautwein // Materialassistenz: Matthias Börner // Oberbeleuchter: Christoph Dehmel-Osterloh // Best Boy: Florian Birch // Beleuchter: Matthias Bode, Daniel Lasius, Michael Schreiber // Grip: Carsten Scharrmann // Originalton: Andreas Mücke-Niesytka // Casting: Simone Bär // Drehbuchmitarbeit: Harun Farocki // Regieassistenz: Ires Jung // Darsteller: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Mark Waschke u.a. // Produktionsleitung: Dorissa Berninger // Musik: Stefan Will // Mischung: Martin Steyer // Produzenten: Florian Koerner von Gustorf, Michael Weber // Format: 35 mm, 1:1,85, Farbe // Verleih: Piffl Medien


“Hoffnungtsschimmer” ist zu begrüssen! Vor ca. 20 Jahren hatten wir es andersherum versucht: es gab eine “Goldene Peitsche” für die tüchtigste Ausbeutung der Mannschaft (sie wurde kurz vor dem Münchner Filmfest verliehen). Das hatte sogar gerichtliche Folgen, weshalb ich keine Namen nenne. Etwas anderes als eine mehr oder weniger schamlose Ausnützung der Mitarbeiter habe ich in einem halben Jahrhundert Tätigkeit beim Film selten erlebt. Doch muss man weiter dagegen kämpfen!
Philippe Dériaz, Genf