Noch bis zum 15. November dieses Jahres können sich Drehbuchautoren und -autorinnen mit Filmideen, die Bezug zu Südtirol haben, um das Autorenförderprogramm «Racconti #1» bewerben. Zehn Bewerber dürfen sich auf ein dreitägiges Script Lab mit internationalen Autoren wie Tom Schlesinger oder Daniel Speck freuen. Im Rahmen dieses Workshops wird den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, ihre Filmideen unter professioneller Begleitung weiterzuentwickeln. Ein Autor aus diesem Kreis wird zudem auf Grundlage seines Beitrags ausgewählt für einen sechswöchigen Rechercheaufenthalt in Südtirol, den er im Laufe des Jahres 2012 nutzen kann, um seinen Stoff zu einem Treatment auszuarbeiten.

Ausrichter des Förderprogramms ist die Südtiroler Filmförderung BLS Südtirol – Alto Adige. Details zur Bewerbung und weitere Informationen gibt es auf der Seite «Racconti #1».

Tom Schlesinger ist bekannt als Script Consultant, beispielsweise NIRGENDWO IN AFRIKA, Regie: Caroline Link, DE 2001, oder PROM NIGHT IN MISSISSIPPI, Paul Saltzmann, US 2009), Daniel Speck schrieb das Drehbuch zu MARIA, IHM SCHMECKT’S NICHT (Regie: Neele Leana Vollmar, DE 2009).

Südtirol ist der südliche Teil der bis 1918 zusammenhängenden Grafschaft Tirol, die Teil des Habsburgerreiches Österreich-Ungarn war. Das Land ist überwiegend deutschsprachig, wurde aber nach dem Anschluss an die Republik Italien nach dem Ersten Weltkrieg auch von Italienern aus der Mitte und dem Süden Italiens bevölkert und – besonders unter Mussolini – in vielen Bereichen zwangsitalianisiert. Heute, nach starken und teilweise gewalttätigen Autonomiebestrebungen in den 1950 und 1960er Jahren, ist das Land mit dem italienischen Namen Alto Adige friedlich, komplett zweisprachig, wirtschaftlich prosperierend und ein Beispiel für eine gelungene europäische Integration und Koexistenz.

Bei den Dreharbeiten zu NANGA PARBAT (Regie: Joseph Vilsmaier, DE 2010) – Aufstieg zum Suldenferner, 2.v.li. Reinhold Messner, der bei dem Projekt beriet, 3.v.li. Regisseur Joseph Vilsmaier..

Dreharbeiten in Südtirol: Ein Teil des Filmteams von NANGA PARBAT steigt auf zum Suldenferner bei Sulden (italienisch: Solda) am Ortler. Foto: Rolf von der Heydt/Senator.

Von der Filmlandschaft Südtirol haben wir schon vielfach berichtet, unter anderem in unserem Special «Filmland Südtirol» (Ausgabe 12/2003, S. 48 ff) oder in den Besprechungen der Studentenfilme, die an der Bozner Filmschule Zelig entstanden und entstehen. Zudem besuchen wir jedes Jahr im April die Bozner Filmtage/Bolzano Cinema (Bericht 2011 hier).

Auch schon ohne institutionalisierte Filmförderung war Südtirol schon des öfteren ein beliebter Drehort. Philipp Pamer, HFF-München-Absolvent, drehte im Passeiertal seinen Debüt-Kinospielfilm BERGBLUT (35mm, 1:1,85, Farbe, Bild: Namche Okon, Schnitt: Katrin Reichwald, Bericht in FILM & TV KAMERAMANN 4/2010, S. 102). Der Film hatte auf den Bozner Filmtagen Premiere, holte beim Münchner Filmfest den Publikumspreis und lief recht erfolgreich in Österreich, Bayern und Südtirol im Kino.
Für Jospeh Vilsmaiers Spielfilm NANGA PARBAT stellte die Region am Ortler (mit knapp 4000 Metern der höchste Berg Tirols) den NANGA PARBAT im Himalya dar, in unserer Ausgabe 1/2010 berichteten wir ausführlich davon. Senator brachte den Film (65/35mm, 1:2,35, Farbe, 100 min, Regie und Bild: Joseph Vilsmaier, DE 2010) im Januar 2010 in Deutschland und Österreich in die Kinos.
Die noch junge Südtiroler Filmförderung Business Location Südtirol – Alto Adige (BLS) hat ihren Sitz in Bozen/Bolzano.

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Kommentare

  1. Filmemacher haben in Südtirol noch sehr viel kreative Spielräume. Ich finde den Beitrag sehr interessant. Auch ich bin immer wieder auf der Suche nach kreativen Leuten und um Synergien zu komponieren: http://www.nikocam.com

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