Student Camera Award 2012 an Friede Clausz

Mit der Preisverleihung in der Hochschule für Fernsehen und Film ging am Samstag das diesjährige Internationale Filmfest der Filmhochschulen München zu Ende. FILM & TV KAMERAMANN hat erneut den Preis für die beste Kameraarbeit gestiftet, der mit 1000 Euro dotiert ist. Gewinner des Student Camera Award 2012 ist Friede Clausz, der für TEARDROP unter der Regie von Damian John Harper gleich eine eigene POV-Konstruktion erdachte – und mit der Kamera auf dem Kopf auch mitspielte.

Der Film war bereits auf zahlreichen Festivals ein Favorit, wir haben uns mit dem Kamerastudenten unterhalten, als der Film im November 2011 im Studentenfilm-Wettbewerb von Plus-Camerimage in Bydgoszcz, Polen, lief. Friede Clausz erzählte uns damals über die Kameraentscheidung für die Low-Budget-Produktion:

Ich bin schon ein Tüftler. Ich wollte die Geschichte um ein junges Gang-Mitglied in Plansequenzen mit einer Schulterkamera umsetzen. Dafür habe ich erst einmal nach der kleinsten Kameras der Welt mit möglichst hoher Lichtstärke gesucht. Die SI-2K kam da natürlich auf, aber dafür hatten wir kein Geld. Und die GoPro-Sportkameras sind sehr leicht, aber von der Qualität her nicht geeignet. Wir hatten schließlich einen Kontakt zum Bayerischen Rund­funk, über den wir, für Super-16, eine Aaton A-Minima, erhielten. Es gibt zwar kleinere, aber sicher nicht so leise Film­kameras. Sie wiegt etwa drei Kilo mit der Zeiss Highspeed-12mm-Optik. Letztlich gab für den Film der hohe Kontrastumfang bei der relativen Leichtigkeit der Kamera den Ausschlag.

Wie er die Kamera im Anschluss auf einen Fallschirmspringer-Helm montierte und über sonstige Hürden des Films, der nach dem Dreh in den USA als Koproduktion der HFF München und HFF Konrad Wolf fertiggestellt wurde, erzählte uns Clausz in dem Interview, das Sie hier komplett nachlesen können. Erschienen ist es in unserer Ausgabe 2/2012.

Die Festival-Jury in München unter dem Vorsitz von Dennis Gansel (DIE WELLE, WIR SIND DIE NACHT) lobte nun an seiner Arbeit:

TEARDROP ist ein gelungenes Beispiel für den sinnvollen Einsatz einer subjektiven Kamera im Film. Die eindringlichen Bilder von Friede Clausz zwingen uns Zuschauer in die Position und die Perspektive eines Gangmitgliedes: Sie ziehen uns mitten hinein ins brutale Geschehen und sorgen dafür, dass wir den gigantischen Druck, der auf der Hauptfigur lastet, auf gnadenlose Weise körperlich spüren. Dabei ist das Kamera-Konzept des Films nicht nur clever geplant, sondern auch virtuos umgesetzt. Hut ab!

Der Druck, von dem die Jury redet, ist bereits in dem Trailer gut spürbar:

 

Der Preis für den besten Film ging gestern übrigens nach Finnland – die Gesamtliste aller Gewinner finden Sie auf der Website des Filmfests.

Foto oben: Friede Clausz bei der Preisverleihung, umrahmt von (von links): Moderatorin Natalie Spinell, Journalist und Jury-Mitglied Marco Schmidt, FILM & TV KAMERAMANN-Chefredakteurin Evelyn Voigt-Müller und Moderator Michael Stadler
© Filmfest der Filmhochschulen München

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Weitere Interviews – ganz oder in Auszügen – von Filmschaffenden finden Sie übrigens hier



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