Emmy-Nominierung für CARLOS – und was Yorick Le Saux und Denis Lenoir, die beiden DPs, zu dem Film zu sagen haben.

é«Revolutionäre Zellen» in Olivier Assayas’ CARLOS: Christoph Bach als Hans-Joachim Klein, Katharina Schüttler als Brigitte Kuhlmann und Aljoscha Stadelmann als Wilfried Böse (v.l.n.r.). Foto: Jean-Claude Moireau/Film en Stock/Egoli Tossell.

«Revolutionäre Zellen» in Olivier Assayas’ CARLOS: Christoph Bach als Hans-Joachim Klein, Katharina Schüttler als Brigitte Kuhlmann und Aljoscha Stadelmann als Wilfried Böse (v.l.n.r.). Foto: Jean-Claude Moireau/Film en Stock/Egoli Tossell.

CARLOS (deutscher Titel: CARLOS – DER SCHAKAL) von Olivier Assayas geht mit zwei Nominierungen ins Emmy-Rennen. Bei der Vergabe der Preise für die besten TV-Formate hat die französisch-deutsche Co-Produktion von Film en Stock, Paris, und Egoli Tossell, Berlin, Aussichten auf eine Auszeichnung für den besten Regisseur (Rubrik «Miniserie», «Film» oder «Dramatic Special»)  sowie für den Hauptdarsteller Edgar Ramirez («Miniserie» oder «Film»). Verliehen werden die Emmy Awards am 18. September. Um  den Film zu drehen, arbeitete Regisseur Olivier Assayas an fast 100 Drehtagen in mehreren Ländern mit zwei bekannten DPs zusammen, Denis Lenoir, AFC, ASC, und Yorick Le Saux.

CARLOS gibt es als kurze und lange Kinofassung und als TV-Dreiteiler. Produktionsformat war 35-Millimeter-2-Perf, Produktionskamera die Pénélope von Aaton. «Das eingeschränkte Budget der Produktion, sagt Yorick Le Saux in einem bei uns erschienenen Interview, «hätte für Super-16 gesprochen; dann hat aber das Aufkommen der Aaton Pénélope in 2-Perf 35 Millimeter möglich gemacht. Der Film wurde letztlich für 1:2,35-Cinemascope und mit 24 Bildern pro Sekunde aufgenommen, also technisch eher Richtung Kino.» Die Langfassung, die bei Canal Plus gesendet dann wurde, habe jedoch eine Nachbearbeitung durchlaufen, wie sie beim Fernsehen üblich ist: Telecine und Farbkorrektur für ein HDCam-SR-Sendemaster.

Denis Lenoir ergänzt an dieser Stelle: « … im Gegensatz dazu geht die für einige Kinos vorgesehene auf zweieinhalb Stunden gekürzte Fassung auf einen 2K-Scan zurück, der wirklich viel mehr Details erkennen lässt. Aber diese Schnittfassung kann es, wie ich finde, in puncto Erzählfülle und Erzählschärfe nicht mit der Langfassung aufnehmen. Es ist wirklich schade, dass die Produzenten und der Fernsehsender sich eine solche 2K-Postproduktion nicht von Anfang an geleistet haben! Sie bietet einen nicht zu leugnenden Mehrwert für das Bild, von dem die fünfeinhalb Stunden lange international vertriebene Kinofassung nun nichts haben kann.»

Das komplette Interview stand bei uns in Heft 11/2010, S. 114 ff (nachbestellbar im Ebner-Shop). Geführt hat es der französische Kameramann und Fachjournalist François Reumont.

 



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