
Eine direkte Kontaktaufnahme mit der Kamera, sogar Dialoge mit dem Kameramann entlarven den scheinbar so dokumentarischen, ganz in schwarz-weiß angelegten Film als eine bewusste Inszenierung.
Der Preis für junge Filmkunst, der im Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwart von den Freunden der Nationalgalerie und der Deutschen Filmakademie zum ersten Mal verliehen wurde, geht an den Dokumentarfilm ANNA PAVLOVA LEBT IN BERLIN von DFFB-Student Theo Solnik.
In seinem Film beschreibt Theo Solnik die Jugend- und Partykultur des Nachwende-Berlins, ohne konkrete Ereignisse oder Veranstaltungen zu zeigen. Im Zentrum der filmischen Erzählung steht vielmehr die schillernde Figur „Anna Pavlova“, eine junge, vitale Frau aus Russland, die mit der Kamera bei ihrer permanenten Bewegung durch Straßen, Plätze, Parks begleitet wird. In ihrer Rastlosigkeit und ihrer verzweifelten Suche nach etwas Lebensglück strahlt die Protagonistin eine Verlorenheit aus, die einerseits sehr authentisch wirkt, andererseits ganz offensichtlich konstruiert ist. Die hohe emotionale Qualität des Films liegt auch in der Handhabung der technischen Mittel. Theo Solnik, der auch die Kamera geführt hat, wechselt virtuos zwischen journalistischem Porträt und freier, poetischer Umschreibung. Der Film gestaltet sich als eine schier endlos mäandernde Erzählung aus dichten, sich immer wieder ähnelnden Großstadt-Episoden.
Der Film ist ab sofort bis Januar 2012 in einem eigens eingerichteten Projektionsraum im Hamburger Bahnhof zu sehen. Weitere Infos gibt es auf der Seite des Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwart.


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