Leitlinien statt Richtlinien

Monika Grütters spricht sich gegen FFA-Leitlinien aus

Bei dem Produzentenfest in Berlin hat sich die Kulturstaatsministerin Monika Grütters gegen die Mitte Juni beschlossenen Leitlinien der Filmförderungsanstalt zur Filmförderung (wir berichteten) aus dem DFFF ausgesprochen.

In der damaligen Mitteilung der FFA war fälschlicherweise die Rede von “Förderrichtlinien”. Allerdings handelte es sich lediglich nicht bindende Leitlinien, was einen gravierenden Unterschied für den Vergabeausschuss ausmacht. Wie Grütters klarmacht, entsprechen diese Leitlinien nicht dem Ziel einer Stärkung des kulturellen Films. Dabei kritisiert sie in besonderem Maße, dass lediglich wirtschaftliche Faktoren berücksichtigt werden. So hätten nach den neuen Richtlinien von einem Mindestbudget von 2,5 Mio. Euro und einem Potenzial von 250.000 Zuschauern lediglich 21 von den insgesamt 244 deutschen Produktionen gefördert werden dürfen. Bei den Dokumentarfilmen erfüllte gar nur eine einzige Produktion die neuen Anforderungen von mindestens 50.000 Kinobesuchern.

Die Erklärung die nun vom BKM abgegeben wurde trägt den Titel “Verantwortung zur Förderung des kulturell anspruchsvollen Films gilt für alle Förderer”. Hier ein Auszug:

“Die angestrebte zukünftig sehr viel stärkere Ausrichtung der FFA an rein wirtschaftlichen Kriterien bei der Entscheidung über die Förderung eines Filmprojekts halte ich für falsch. Ein solcher Förderansatz wird dem deutschen Kinofilm als Kultur- und Wirtschaftsgut in seiner Vielfalt nicht gerecht und ist kulturpolitisch auch nicht geboten. Die massive Aufstockung der kulturellen Filmförderung in meinem Etat um zusätzliche 15 Mio. Euro jährlich soll dazu dienen, ein Mehr an kreativer Unabhängigkeit zu gewährleisten und kulturell anspruchsvolle, innovative und auch experimentelle Filme noch besser zu fördern. Ziel war und ist es nicht, einen Ausstieg der FFA aus diesem Fördersegment zu kompensieren. Denn dies wäre gerade keine zusätzliche Stärkung des kulturellen Films, sondern lediglich die Bewahrung des Status Quo.”

Weiter heißt es: “Auch ein deutscher Film, dem weniger als potentiell 250.000 Zuschauer zugetraut werden, kann ein kultureller, aber auch ein wirtschaftlich erfolgreicher Film sein. Beides zu erfüllen, mit Mut zum kreativen Risiko, sollte weiterhin unser Ziel sein. Die sehr erfreulichen deutschen Beiträge und Erfolge in den letzten Jahren in Cannes zeigen dies deutlich. Die Förderung von Filmen wie Maren Ades “Toni Erdmann” oder auch Fatih Akins “Aus dem Nichts” oder Valeska Grisebachs “Western” stünden auch der FFA weiterhin gut zu Gesicht.”

Die Förderung hochbudgetierter Filme durch den DFFF wird auch kurz in diesem Interview thematisiert, das Warners Deutschland-Chef Willi Geike mit den Kollegen der Blickpunkt: Film gab.

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