Heiner Hinrichs

Kinodoku: Auf den Spuren der Steine

Illustre Gestalten aus dem Lebensalltag verpassen oft genug ihren Eintrag in die Geschichtsbücher. So einer scheint Heiner Hinrichs zu sein. Mitte der 1960er Jahre, nur 27 Jahre jung, war er als „jüngster und erfolgreichster Bauleiter“ der DDR für die Errichtung von Halle-Neustadt mit verantwortlich.

imdreieck_posterHinrichs hätte durchaus eines der Vorbilder für Roman und Film SPUR DER STEINE (1969, Regie: Frank Beyer, Bild: Günter Marczinkowsky) gewesen sein können. Denn sein unkonventionelles Herangehen an seine Arbeitsaufgaben und die Frauen spielen, wie in dem für damalige DDR-Verhältnisse genauso unkonventionellen Kinofilm, eine gleichermassen wichtige Rolle in seinem Leben.

imdreieck_hinrichs
Heiner Hinrichs. Foto: Produktion.

 

 

Heute, 76-jährig, lebt Hinrichs in „Haneu“ in einem „seiner“ Plattenbauten und zwischen zwei Frauen. Dieses „Abenteuer der Liebe“ ist ebenso wie Hinrichs Karriere als „Baulöwe“ der DDR Ausgangspunkt des Dokumentarfilms IM DREIECK. Bildgestalter Uwe Mann legt damit sein Regiedebut vor und kann u.a. auf Material aus dem DEFA-Porträtfilm HEINER HINRICHS – PROTOKOLL EINES CHARAKTERS (Regie: Bernhard Thieme, Bild: Helmut Gerstmann) von 1969 zurückgreifen. Schon dessen Inhaltsangabe verweist auf Hindernisse, die Vorgesetzte Hinrichs in den Weg legten und die er mit allen Tricks wegzuräumen versuchte. Was ihm offenkundig übel bekam. „IM DREIECK ist ein Film über die Liebe im Alter und eine alte Liebe, die nicht rostet, eine einzigartige und zum Teil urkomische Begegnung mit einer an Erfahrungen reichen Generation, deren Stimme langsam heiser wird“, schreibt Uwe Mann.

Das Babylon-Kino (Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin) zeigt IM DREIECK als Berliner Premiere am 17. April um 20.15 Uhr. Uwe Mann und Heiner Hinrichs werden anwesend sein. Weitere Informationen zum Film und den Aufführungsterminen auf der Filmwebsite.

Kurzstatetments von Uwe Mann zu seinem Film.

Hinterlassen Sie einen Kommentar