Karlsruhe & Berlin

IMAX projiziert jetzt mit 4K-Lasern

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Das besondere Kinoerlebnis ist in den IMAX-Sälen schon durch die riesige Leinwand und das Bildseitenverhältnis der exklusiven Produktionen von 1,43:1 gegeben. Zwei Jahre nach dem Anlaufen der Digitalisierung setzt das kanadische Unternehmen eine neue Marke der Projektionsqualität. Heute geht die neue 4k-Laserprojektion samt 12 Kanal-Tonanlage im IMAX-Saal des Filmpalastes am ZKM in Karlsruhe in Betrieb. Bereits seit dem 28. Oktober ist die neue Technik im Berliner Cinestar am Potsdamer Platz im Einsatz.

In beiden Häusern – es sind die ersten in Kontinentaleuropa mit dieser Projektion – wurde mit dem neuen Bond-Film SPECTRE (Bild: Hoyte Van Hoytema, FSF, NSC) ins Laser-Zeitalter gestartet. Außerdem wird THE WALK 3D (Bild: Dariusz Wolski, ASC) gezeigt. Ab dem 17. Dezember soll STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT (Bild: Daniel Mindel, ASC, BSC) die Fans von Luke Skywalker, Han Solo & Co. auch in die beiden Premium-Säle des größten deutschen Kinobetreibers Cinestar locken, der mehr als 3 Mio. Euro dafür investierte.

Das Ergebnis der 60 Mio. US-Dollar teuren Entwicklung von IMAX ist beeindruckend. Vor allem stereoskopische Filme (vorgeführt im Dolby-3D-Verfahren) gewinnen – und nicht nur an Helligkeit. Systembedingt liefern die Laser mehr Licht als die Xenonlampen der analogen oder 2k-Projektoren, einen verbesserten Kontrastumfang und ein erweitertes Farbspektrum. Die neuen Tonanlagen – u.a. mit vier zusätzlichen Deckenkanälen – forcieren das Kinoerlebnis zusätzlich.
Für Giovanni Dolci, Vice President Theatre Development EMEA bei IMAX, erreicht die Projektionstechnik damit die vom menschlichen Auge vorgegebene Grenze. „Man könnte den Unterschied einer wesentlich höheren Auflösung nicht sehen.“ Die Qualität der Vorführung werde vom Miteinander vieler Faktoren bestimmt. „Die 4K-Auflösung allein bringt z.B. ohne guten Kontrast einfach kein besonderes Erlebnis. Wir glauben, dass das Laser-System auf Jahre Bestand haben wird.“IMAX kombinierte für seinen Laser Patente von Eastman Kodak und Barco mit eigenen Entwicklungen. Unter anderem ersetzte man die gläsernen Strahlenteiler, die aufgrund von Wärmeeinwirkung Verzerrungen des Bildes verursachen können. Die neue Baugruppe besteht aus der fast wärmeunempfindlichen Legierung Invar. Zum anderen setzt man, wie schon bei der digitalen 2K-Projektion, auf die durch Doppelprojektion gesteigerte Lichtausbeute.

Um den gewünschten Bildeindruck auf die Leinwände zu bringen, wird jeder vorgesehene Film, ob analog oder digital gedreht, bei IMAX einem aufwendigen Remastering unterzogen. Das betrifft auch den für IMAX produzierten Filmstock, der ursprünglich in 15perf auf 65mm-Material gedreht und als 70mm-Kopie bei der Projektion horizontal zwischen Lichtquelle und Optik hindurch geführt wird. Für das 12-Kanal-System wird der Sound neu gemischt.

Inzwischen hat IMAX eine eigene digitale 2K-Stereoskopie-Kamera mit parallel montierten Optiken eingeführt. Mit Arri wurde eine Variante der Alexa 65 für 2D-Drehs entwickelt, deren 6.560 mal 3.100 Pixel erfassender Sensor sich für IMAX-Drehs anbietet. Angepasste Optiken und ein abgestimmter Workflow sind weitere Ziele der Zusammenarbeit. Damit drehte Trent Opaloch im Frühjahr eine 15-Minuten-Sequenz für CAPTAIN AMERICA: CIVIL WAR (Kinostart: Mai 2016). Auch der von Larry Fong, ASC, gestaltete BATMAN VS. SUPERMAN (Kinostart: März 2016) weist, wie zahlreiche weitere Hollywood-Filme, einige in IMAX gedrehte Szenen auf. Mit den beiden Sequels AVENGERS: INFINITY WAR kommen 2018 bzw. 2019 zwei Werke in die Kinos, die komplett mit IMAX-Technik gedreht werden sollen.

IMAX betreibt derzeit 1.008 Kinosäle in 66 Ländern. Als drittes Kino Deutschlands bekommt der Saal des Auto- & Technik-Museums Sinsheim (Baden-Württemberg) im kommenden März die neue Technik.

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