Schnittpreis Spielfilm geht erstmals an zwei Produktionen

Filmplus 16: Die Preisträger

Erstmals in der 16-jährigen Geschichte des Filmplus-Festivals für Filmschnitt und Montagekunst wurde der Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm an zwei der nominierten Filme vergeben.

Die Preisträger von Filmplus 16
Foto: Filmplus
Die Preisträger von Filmplus 16

Die Jury, bestehend aus dem Kameramann Raphael Beinder, dem Schauspieler Marek Harloff, der Editorin und Vorjahrespreisträgerin Janina Herhoffer, der Regisseurin und Drehbuchautorin Andrina Mracnikar sowie Isabel Krolla von der Film und Medienstiftung NRW entschieden sich, den Preis zu gleichen Teilen an Vincent Assmann für „Heil“ sowie an Claudia Linzer und Monika Wili für „Thank you for Bombing“ zu verleihen.

Die Begründung:

„Zwei Filme, die sowohl in ihrer Machart als auch in der Wirkung auf den Zuschauer unterschiedlicher kaum sein könnten – uns jedoch, was die Montageleistung betrifft, gleichermaßen beeindruckt haben. „Thank You for Bombing“ erzählt uns in drei Episoden Krieg aus der Perspektive der Berichterstatter, in Erwartung der nächsten Sensation, über welche es zu berichten gilt. Krieg, der sich weit weg ereignet, oder sogar schon längst in der Vergangenheit liegt – aber immer zerstörerische Spuren hinterlässt. In konzentrierten Porträts strukturieren die Editorinnen den Film in drei Episoden, wobei es ihnen gelingt, den Spannungsbogen über den ganzen Film hinweg zu halten und die einzelnen Stränge geschickt zu einem gemeinsamen Ende zu führen. Die fast absurd anmutende Atmosphäre wird durch die kluge Montage für den Zuschauer physisch spürbar.

„Heil“ hat uns beeindruckt, weil es der Montage gelingt, ein großes Ensemble an Figuren und Erzählsträngen nicht nur formal und rhythmisch, sondern auch dramaturgisch in den Griff zu bekommen. Die Montage bewegt sich dabei mit sicherem Timing zwischen satirisch überspitzten, hysterischen Momenten und entschleunigend wirkenden Szenen hin und her – um so Anlauf für das nächste szenische Feuerwerk zu nehmen.“

Der Nachwuchspreis, der ARRI Media Förderpreis Schnitt, ging an Anna Grenzfurtnher, die den Kurzfilm „Wartezeit“ geschnitten hatte. Die Begründung der Jury:

„Wir zeichnen eine Montageleistung aus, deren erzählerische Effizienz beispielhaft ist. Mit minimalen Mitteln wird maximale Intensität von Spannung und Identifikation ermöglicht. Die Editorin schafft es, mit einem ausgeprägten Gefühl für Timing in der kurzen Form, im Zuschauer eine Kettenreaktion an Projektionen und Ängsten auszulösen und so das Potential des Stoffes voll auszureizen.“

Eine lobende Erwähnung erhielt Amaury Berger für die Montage von „Julian“:

„Der Film, dessen Montage wir heute mit einer Lobenden Erwähnung würdigen, hat uns tief berührt. Dem unkonventionellen Porträt gelingt die Verdichtung von Fragmenten, die uns in das fragile Universum des Protagonisten eintauchen lässt.“

Der Geißendörfer Ehrenpreis Schnitt ging an Ursula Höf (wir berichteten).

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