Hürde im Bundesrat genommen - Abstand zwischen Auswertung im Kino und anderen Medien könnte sinken

Filmfördergesetz: Sperrfristen können kürzer werden

Der Bundesrat ist den Empfehlungen des Kulturausschusses gefolgt: Dies bedeutet unter anderem, dass in Zukunft die Sperrfristen nach einem Kinostart deutlich verkürzt werden können, um eine Auswertung auch über andere Medien möglich zu machen.

Screenshot Mediathek Deutscher Bundesrat
Deutscher Bundesrat
Die Abstimmung im Bundesrat erfolgte per Handzeichen

Klar, dass die Kinobranche in der Aufweichung der Sperrfristen ein rotes Tuch sieht: War bis heute der Kinostart die einzige Möglichkeit, einen Film frühzeitig sehen zu können, fürchtet die Branche nun nicht ganz grundlos, dass das Kinosterben noch verstärkt werden könnte.

Durch die Verringerung des Abstandes zwischen Filmstart im Kino und Auswertung über andere Kanäle, wie Verleih-Medien, Video on Demand und Fernsehen könnte das Kino an Attraktivität verlieren, da man den Film ja sowieso sehr bald schon auf der Couch zuhause sehen kann. Dies hat möglicherweise einen Einbruch der Eintrittspreise zur Folge.

Die Kollegen von Blickpunkt Film haben Thomas Negele, Vorstandsvorsitzenden des HDF Kino, dazu interviewt und über den Beschluss berichtet. Auch Alexander Thies, Vorsitzender des Vorstands der Allianz deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V., äußert sich zum Thema.

In der 945. Sitzung am 13. Mai 2016 wurde die Annahme beschlossen (Video der Sitzung, Abstimmung bei 1:54:19, TOP 15, Das Gesetz im Wortlaut).

2 Kommentare zu “Filmfördergesetz: Sperrfristen können kürzer werden”
  1. Matthias Leonardy

    KORREKTUR: So sachlich falsch — und in der Entstehungsgeschichte für die Betfroffenen unnachvollziehbar — die Initiative von Länder-Seite zur Sperrffrist-Verkürzung auch ist: Das neue FFG ist keinesfalls bereits mit dieser Änderung “verabschiedet” worden, wie die Artikelüberschrift sagt. Vielmehr hat es zunächst als Entwurf für ein nicht der Zustimmung des Bundesrates unterworfenes Bundesgesetz eine von mehreren Hürden im Gesetzgebungsverfahren genommen. 3 Lesungen und die Abstimmung im Bundestag stehen noch aus. Also bleibt die Hoffnung, dass das Parlament den besseren Argumenten gegen eine solcherart kontraproduktive Sperrfristverkürzung Gehör und Stimme schenkt.
    Matthias Leonardy, HDF KINO e.V.

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    • Julian Reischl

      Hallo Herr Leonardy, stimmt, das ist in dieser Form missverständlich. Wir ändern die Überschrift. Danke für den Hinweis!

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