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Camerimage 2015: Filme auf chemischem Film

Nicht nur der Eröffnungsfilm BRIDGE OF SPIES, sondern auch eine ganze Reihe weitere aktuelle Filme in den Camerimage-Sektionen sind, was den eigentlichen Dreh angeht, traditionell produziert worden: Sie wurden auf chemischem Film aufgenommen.

Steven Spielbergs neuer Film mit Tom Hanks (der in Deutschland am 26.11. und in Italien am 16.12. in die Kinos kommt) wurde in Deutschland gedreht – wie konnte es auch anders sein bei dieser Geschichte um den ersten großen Austausch von Spionen an der legendären Glienecker Brücke zwischen Berlin und Potsdam! Spielbergs Stamm-DP Janusz Kaminski fotografierte anamorphotisch für 1:2,35 mit Hawk-Obejektiven von Vantage Film auf 35mm-Kodak mit Arri-Kameras (Arricam ST und LT, 235 und 435). Das Negativ wurde bei Arri München entwickelt. Mehr zum aktuellen Stand bei Arris Filmkopierwerk – einem der wenigen im deutschsprachigen Raum verbliebenen – im Technik-Special «Filminfrastruktur in Europa» in Heft 10/2015.
Projektion: 14.11. nach der Eröffnungszeremonie (die um 17h beginnt) in der Opera Nova

Lukas und Elias Schwarz in ICH SEH, ICH SEH. © Films Distribution

ICH SEH, ICH SEH von Severin Fiala und Veronika Franz, eine Kameraarbeit von Martin Gschlacht, AAC, läuft schon mit einigen Vorschusslorbeeren im Camerimage-Wettbewerb «Directors Debutes»: Der Film bekam den Hauptpreis bei der Diagonale 2015, ist Österreichs Einreichung für den Oscar 2016 als bester fremdsprachiger Film, und Martin Gschlacht steht auch schon als Kamerapreisträger beim Europäischen Filmpreis 2015 (der am 12.12. in Berlin verliehen wird) fest. Warum die Regisseure auf 35 mm drehen wollten und wie sich das unter den heutigen Umständen anließ, erzählt er im oben erwähnten Technik-Special, als PDF hier.
Projektion: 15.11. um 17h00, Multikino Nr. 10

 

Géza Röhrig in SAUL FIA (SON OF SAUL). © Ad Vitam Distribution

SAUL FIA (SON OF SAUL) fiel schon im Wettbewerb von Cannes 2015 auf, Regisseur Laszlo Nemes aus Umgarn bekam den Grand Prix du Jury. Ihm war auf 35 mm zu drehen von Anfang an ein Anliegen, und mit Mátyás Erdély, seinem Kameramann, war er da auf einer Linie.
Projektion: 19.11. um 14h45, Opera Nova

DP Edu Grau, der mit SUFFRAGETTE auch einen Film im Hauptwettbewerb hat, fotografierte die englisch-belgisch-französisch-kanadische Co-Produktion SUITE FRANÇAISE ebenfalls auf 35 mm, sogar auf Fuji (das 2014 noch verfügbar war). Der mit vielen etablierten oder aufkommenden europäischen Stars – darunter Michelle Williams, Matthias Schoenaerts, Heino Ferch, Sam Riley, Alexandra Maria Lara, Tom Schilling, Kristin Scott Thomas und Lambert Wilson – besetzte Film (Regie: Saul Dibb, Montage: Chris Dickens) erzählt während des Zweiten Weltkriegs eine Romanze in der Provinz zwischen einer jungen Französin und einem musisch begabten Offizier der deutschen Besatzungstruppen.
Projektion: 17.11. um 22h30, Multikino Nr. 6

 

Ed Lachman, ASC, hat Todd Haynes‘ neuen Film CAROL sogar auf 16 mm fotografiert. Mehr zu dem Film, der in Cannes 2015 in der Sélection Internationale lief, im von Francois Reumont mit dem DP geführten Interview in Ausgabe 7/2015.
Projektion: 20.11. um 13h15, Opera Nova

Die Nische Film ist in jüngster Zeit stabiler geworden, Infos dazu im Technik-SpecialFilminfrastruktur in Europa in Ausgabe 10/2015.

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