Folgen des Brexits für die Medienindustrie tendenziell als schlecht eingeschätzt.

Brexit: Katerstimmung bei den Medien

Am Freitag machten wir uns erste Gedanken über die Auswirkungen des Brexits auf die Medienindustrie und verwiesen auf einen ersten Artikel dazu. Übers Wochenende haben sich noch weit mehr Fachleute Gedanken dazu gemacht.

BrexitDer Staub hat sich gelegt, der erste Schock ist vorbei: Die Briten haben sich aus der EU gewählt. Derzeit gibt es viele Spekulationen, wie es weitergehen wird. Von einem Veto Schottlands gegen die Austrittsverhandlungen ist die Rede, aber auch davon, dass das Referendum nicht bindend sei. Eine Online-Petition, die Mehrheitsverhältnisse bei solchen Abstimmungen stärker zu beachten, hat immensen Zulauf erhalten. Sie stammt übrigens von einem Brexit-Befürworter.

Was der Brexit nun genau für die Medienindustrie bedeutet, kann man natürlich jetzt noch nicht sagen. Doch die einhellige Meinung lautet, dass sich die Situation eher verschlechtern als verbessern wird. Hier einige Artikel:

  • Meedia: Bei Bertelsmann und Springer befürchtet man Einbrücke im Zeitungsgeschäft, doch der Startup-Standort Berlin könnte von der Situation profitieren. Der Spiegel hat sogar die Pressen angehalten und die Titelstory umgeschmissen.
  • Blickpunkt Film berichtet von den Reaktionen der Independent Film & TV Alliance und der Creative Industries Federation und geht auf den “düsteren Ausblick von Studio Babelsberg” ein.
  • Der Guardian hat zusammengefasst, wie die Nachricht die Programme der britischen Sender durchwirbelte.
  • TV Technology Europe fasst zusammen: “A major blow to the industry” und fordert “We need to settle and see what happens”.
  • Television Business International geht darauf ein, welche Auswirkungen der Brexit auf die Lizenzen haben könnte, sowohl für Sendungen, die nach Großbritannien verkauft wurden, als auch für britische Produktionen im Rest der EU.
  • The Hollywood Reporter geht auf die Folgen des Brexits für börsennotierte Medienunternehmen ein.
  • Die TVB Europe-Konferenz, die morgen in London stattfinden wird, legt einen Fokus auf das Thema. Auch hier geht man in einem ersten Beitrag auf die Implikationen des Brexits ein.
  • Bei No Film School spricht man sogar davon, wie der Brexit das Filmgeschäft verwüsten könnte.
  • Und Variety listet sieben wahrscheinliche Auswirkungen des Brexits auf das britische Filmgeschäft, berichtet aber auch über das Statement der Film & TV Alliance.
  • Das Thema der Folgen des Brexits für Film und Fernsehen ist auch in der Öffentlichkeit angekommen: Game of Thrones, das zum Teil in Nordirland gedreht und mit EU-Geld unterstützt wird, könnte nun unter dem Brexit leiden.

Doch nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird, daher ist Abwarten und Tee trinken – schwarzen Tee mit Milch – an dieser Stelle wohl fürs Erste die richtige Empfehlung.

 

 

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