Nikolai Kanow: «Die Milchstraße war zum Greifen nah»

Jeder Blick ist anders: Nikolai Kanow wurde in Moskau geboren, wuchs im Osten Berlins zweisprachig auf und studierte and der HFF «Konrad Wolf». Vor dem Studium arbeitete er zunächst als Dolmetscher und Übersetzer – perfekte Voraussetzung, um mit Veit Helmer auf Abenteuerfahrt in die Steppe Kasachstans und nach Russland zu fahren – zum Dreh von BAIKONUR. Die Geschichte handelt von moderner Weltraumtechnik und archaischer Lebensweise, und kreist, ganz klassisch, um die romantischen Verwicklungen zwischen einer Weltraumfahrerin und einem Steppenbewohner mit Spitznamen Gagarin.

In Kasachstan konnte Kanow sein ganzes Improvisationstalent unter Beweis stellen, schon die ersten Eindrücke der Landschaft beeinflussten sein Kamerakonzept, wie er uns erzählte.

«Mir wurde klar, dass die Weite und Ruhe der Steppe, also die Welt unserer liebenswerten Filmhelden, immer im Bild gegenwärtig sein musste. Daher entschied ich mich bei diesem Film für kurze Brennweiten. Die Kamera ist den Protagonisten dadurch auch physisch näher und schaffte eine besondere Beziehung zu ihnen. Mir war sehr wichtig, die Figuren nicht von ihrer Welt zu isolieren. (…) Um die Spezifik des Lichts zu studieren, lag ich lange wach unter dem überwältigenden Sternenhimmel. Die Milchstraße war zum Greifen nah. (… ) Ich habe mich für Kodak 5201-, 5207- und 5219-Material entschieden, um Stimmungsnuancen ganz subtil herauszuarbeiten.»

Vom abenteuerlich Dreh erzählten Regisseur Veit Helmer und Nikolai Kanow, für den BAIKONUR der erste Kinospielfilm ist, unserer Autorin Katharina Dockhorn. Der lange Drehbericht zum Film ist in unserer Ausgabe 6/2010 ab Seite 96 zu lesen. BAIKONUR (Trailer) startet am kommenden Donnerstag, 1. September 2011, in den deutschen Kinos.

Foto: Katharina Dockhorn.

BAIKONUR, 35 mm, 1:1,85, Farbe,  95 min, Produktion: Veit Helmer Filmproduktion mit Tandem (Moskau), Eurasia (Almaty), CTB (St. Petersburg), Deutschland/Russland/Kasachstan 2011.

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