Camerimage 2015: Judith Kaufmann, Ed Lachman, Martin Gschlacht, Sturla Brandth Grøvlen, Roger Deakins, Yves Bélanger und vielen anderen DPs und ihren Kameraarbeiten

Nicht lange mehr hin ist es bis zum Kamerafestival Camerimage. Am Abend des 14.11. eröffnet es im nordwestpolnischen Bydgoszcz (anderthalb Autostunden vom internationalen Flughafen Gdansk/Danzig entfernt) mit BRIDGE OF SPIES, Steven Spielbergs neuem Film. Eine ganze Woche lang werden dann in der Opera Nova und an den anderen Spielorten in der Stadt die Filme der diversen Sektionen gezeigt und diskutiert.

Oberbeleuchter Timm Brückner und Kamerafrau Judith Kaufmann beim Dreh von ELSER.
Oberbeleuchter Timm Brückner und Kamerafrau Judith Kaufmann beim Dreh von ELSER. © Bernd Schuller/Lucky Bird Pictures

Mit Judith Kaufmann, BVK, ist auch eine Frau als DP im internationalen Spielfilmwettbewerb, die Auswahlkommission schätzt, wie’s scheint, ihre Arbeit an ELSER genauso wie schon VIER MINUTEN (Regie: Chris Kraus), mit dem sie 2006 erstmals im Camerimage-Wettbewerb war.

Christian Friedel in ELSER – ER HÄTTE DIE WELT VERÄNDERT. © Bernd Schuller/Lucky Bird Pictures

Mehr zu dem Film von Oliver Hirschbiegel, der wegen der fiktionalen Aufarbeitung der Geschichte des ersten Hitler-Attentäters Georg Elser in Deutschland und der Welt viel Aufmerksamkeit erregte, steht in unserem großen Produktionsbericht in der Printausgabe 11/2014, als PDF gratis im Shop hier.

BRIDGE OF SPIES wurde von Spielbergs vertrautem Cinematographer Janusz Kaminski fotografiert. Gedreht wurde in Deutschland auf 35 Millimeter, das Negativ wurde beim Arri-Kopierwerk in München entwickelt. Arri, einer der Hauptsponsoren vom Camerimage, bekennt sich, neben seinen diversen digitalen Aktivitäten, nach wie vor auch zum chemischen Film; im Technik-Special zur Filminfrastruktur in Europa in Heft 10/2015 kommen der Kopierwerksleiter Markus Kirsch und der Producer Philip Schittko zu Wort (PDF hier).
Auch zwei weitere wichtige am Camerimage 2015 teilnehmende Filme sind auf Film gedreht. Aus Ungarn ist DP Mátyás Erdély mit SAUL FIA (SON OF SAUL) in Bydgoszcz, Regisseur Lázlo ­Nemes bekam dafür in diesem Jahr in Cannes den Grand Prix (Bericht in Ausgabe 7/2015).

Géza Röhrig in SAUL FIA (SON OF SAUL). © Ad Vitam Distribution

Ferner gelang es Camerimage-Leiter Marek Zydowicz und seinem Team, Kameramann Martin Gschlacht, AAC, mit dem österreichischen Oscar-Kandidaten ICH SEH, ICH SEH zum diesjährigen Festival einzuladen. Der Film von Severin Fiala und Veronika Franz läuft in der Reihe «Directors Debutes».

CH SEH, ICH SEH wurde ganz bewusst auf chemischem Film produziert. Martin Gschlacht erzählt hierzu und zu den Drehumständen einiges im schon erwähnten Technik-Special «Filminfrastruktur in Europa».
Und noch eine Arbeit auf Film, sogar 16 Millimeter: Todd Haynes‘ CAROL. Mit diesem Film, der für viele mit Abstand der eleganteste in der diesjährigen Sélection Officielle von Cannes war, ist Camerimage-Stammgast Ed Lachman, ASC, im internationalen Wettbewerb vom Camerimage 2015. Zu seiner Arbeit an dem Film verriet er uns einiges im Interview in Heft 7/2015, als PDF hier.

Der junge dänische Kameramann Sturla Brandth Grøvlen, der mit dem unterbrechungslos aufgenommenen Film VICTORIA von Sebstian Schipper bei der Berlinale 2015 schon für Furore sorgte (der Film räumte dann auch beim Deutschen Filmpreis einen Großteil der Preise ab,Interview mit Sturla Brandth Grøvlen hier), ist in Bydoszcz mit dem isländischen Film HRÚTAR (RAMS, Regie: Grímur Hákonarson) vertreten, einem weiteren Festivalerfolg schon bis jetzt.

Szene in HRÚTAR (RAMS). © Xenix Filmdistribution

Das Camerimage ist mit seinen Teilnehmern, wie eigentlich jedes Jahr, ein Who is Who des Weltkinos. Neben den schon erwähnten Kameraleuten sind auch da Roger Deakins, BSC, ASC (mit SICARIO, Regie: Denis Villeneuve), Yves Bélanger, CSC (mit BROOKLYN, Regie: John Crowley), Edu Grau, der Katalane (mit dem englischen Film SUFFRAGETTE, Regie: Sarah Gavron), John Seale, ACS, ASC (mit MAD MAX: FURY ROAD, Regie: George Miller), Jean-Marie Dreujou, AFC (mit WOLF TOTEM, Regie: Jean-Jacques Annaud) und und und…

Aus Polen sind zwei Filme in der Hauptsektion, CZERWONY PAJQK (THE RED SPIDER, Bild und Regie: Marcin Koszałka) und  MIASTO 44 (WARSAW 44, Bild: Marian Prokop, Regie: Jan Komasa).

Wir berichten während des Festivals online und wir stellen im  FILM & TV KAMERAMANN erschienene Artikel zur Verfügung zu Kameraleuten, die beim Camerimage 2015 mit Filmen vertreten sind.

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