Ansteckende Berlinale: auch Posen, San Sebastian und New York mit «Kulinarischem»

Kulinarisch, Kino – Dieter Kosslick ist immer mittendrin! Hier bei der Berlinale 2010 mit Wim Wenders (re.) als Kinopate des Berliner Odeon-Kinos. Foto: Internationale Filmfestspiele Berlin..

Kulinarisch, Kino, Berlinale – Dieter Kosslick ist immer mittendrin! Hier 2010 mit Wim Wenders (re.) als Berlinale-Kinopate des Odeon-Kinos im Bezirk Schöneberg. Foto: Internationale Filmfestspiele Berlin..

Zur Berlinale 2011 (10. bis 20.2.2011) hatte Festivalleiter Dieter Kosslick die Reihe «Kulinarisches Kino» eingerichtet, und die scheint nun auch anderswo Appetit geweckt zu haben: «Kino Kulinarne», «Zinema Culinaria: Cine y gastronomía» und «Dieter Kosslick, the  Culinary Cineaste» – so sind allein schon in diesem August drei Veranstaltungen – im polnischen Posen (Poznan), in San Sebastián und im New Yorker MoMa – betitelt, die im Rahmen von Kooperationsabkommen oder als Hommage Kosslicks Reihe und deren Konzept aufgreifen.

 

Transatlantyk – Posen

Erster Termin ist ab dem 7. August (bis zum 12.) das Kino Kulinarne beim neuen Transatlantyk Poznan International Film & Music Festival im polnischen Poznan. Es werden fünf Filme aus dem Repertoire des Kulinarischen Kinos der Berlinale gezeigt. Anschließend kocht Woijech Modest Amaro ein Menü, das sowohl auf die Filme als auch auf die Region und die Saison abgestimmt ist. Amaro hat in den besten Restaurants Europas wie dem «El Bulli» und dem «Noma» gearbeitet. Nun besinnt er sich auf seine Heimat und erschafft eine moderne polnische Küche in der Region im Nordwestens Polens an der Warthe in der Woiwodschaft Wielkopolskie (Großpolen).

Jan Kaczmarek mit seinem Oscar, 2006 in Los Angeles. Foto aus Polish News Seattle, Februar 2006.

Jan Kaczmarek mit seinem Oscar 2005 in Los Angeles. Foto aus Polish News Seattle, Februar 2006.

In ihrer Pressemitteilung vom 3.8.2011 zitiert die Berlinale den Gründer und Leiter des Festivals in Poznan Jan Kaczmarek, der Filmkomponist ist (und für den Original-Score von FINDING NEVERLAND – WENN TRÄUME FLIEGEN LERNEN, Marc Forster, US 2004, einen Oscar bekam): «Indem wir das Programm nach Polen bringen, stärken wir die steigende Unterstützung der Slow-Food-Philosophie, die unsere Lebensqualität verbessert». Das «Kino Kulinarne», sagt er weiter, werde das Bewusstsein für die Gefahren der Umweltzerstörung durch die Nahrungsmittelindustrie und die globalen Nahrungsmitteltransporte erhöhen. Und der Berlinale danke er für die «großzügige Zusammenarbeit».

San Sebastián

In der Stadt im spanischen Baskenland (ihr baskischer Name ist Donostia) heißt die Veranstaltung während des 59. Internationalen Filmfestivals (16. bis 24.9.2011) Zinema Culinaria: Cine y gastronomía.

Zur Eröffnung wird der Dokumentarfilm MUGARITZ BSO von Felipe Ugarte und Juantxo Sardon gezeigt, in dem der Musiker Felipe Ugarte, der Chefkoch des weltberühmten Restaurants Mugaritz, Andoni Luis Aduriz, und viele Freunde der oralen Kultur des Baskenlands versuchen, Musik und Geschmacksempfindungen miteinander zu verbinden.

Festivaldirektor José Luis Rebordinos habe, teilt die Berlinale mit, sich gerne auf die Erfahrungen der Berliner Festivalmacher gestützt, sowohl auf dem Gebiet des Kinos wie auf dem der Küche.

MoMa

Das New Yorker Museum of Modern Art schließlich widmet Dieter Kosslick zu seinem zehnten Jubiläum als Festivaldirektor der Berlinale vom 22. bis 30. August die Filmreihe Carte Blanche: Dieter Kosslick, the  Culinary Cineaste. Insgesamt elf Filme aus der Berliner Reihe werden im MoMA gezeigt, darunter zum Beispiel BABETTES GÆSTEBUD (BABETTES FEST, Regie: Gabriel Axel, DK 1986), BIG NIGHT (Stanley Tucci, US 1996) und REGAINS (HARVEST, Marcel Pagnol, FR 1936).

Birgitte Federspiel, Stéphane Audran und Bodil Kjer (v.l.n.r.) in BABETTES GÆSTEBUD – BABETTES FEST; der Film (35 mm, 1:1,66, Farbe, 102 min, Bild: Henning Christansen) basiert auf dem gleichnamigen Roman von Karen Blixen (Verlag Gyldendal, Kopenhagen 1952). Foto: Nordisk Film.

Birgitte Federspiel, Stéphane Audran und Bodil Kjer (v.l.n.r.) in BABETTES GÆSTEBUD – BABETTES FEST; der Film von Gabriel Axel (35 mm, 1:1,66, Farbe, 102 min, Bild: Henning Christansen) basiert auf dem gleichnamigen Roman von Karen Blixen (Verlag Gyldendal, Kopenhagen 1952). Foto: Nordisk Film.



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